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    Im Jahr 2035 ist ein Horrorszenario aller Vernetzungs-Skeptiker Wirklichkeit geworden – das so genannte LifeNet verwaltet praktisch alle relevanten Daten der weltweiten Nutzer, die Privatsphäre wurde zugunsten von Bequemlichkeit und Interaktion nahezu aufgegeben. Hinter dem LifeNet steht das Mega-Unternehmen von Kram Gruckezber (welche reale Person da wohl das Vorbild war…), der so das nötige Kapital hatte, um zahlreiche Wissenschaftler an der Erschaffung einer neuen Energieform arbeiten zu lassen. Mit dieser Technologie soll nun der Weltraum erobert werden. Der junge Erfinder Dax nimmt als einer der so genannten „Magrunner“ am harten Vorbereitungsprogramm für die Mission teil. Doch schon bald stellt sich heraus, dass im weitläufigen Trainingskomplex nicht nur Denkaufgaben und Hindernisse auf ihn warten – die albtraumhaften Schergen Cthulhus haben den Weg in unsere Welt gefunden.

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    Das Grauen aus der Tiefe

    Während sich die ersten Missionen noch in einer sterilen Labor-Umgebung abspielen, wird der Einfluss der dunklen Mächte bald auch in den Levels offensichtlich. Mysteriöse Zeichnungen und Botschaften verunzieren die Mauern, der Strom fällt aus, Explosionen bringen Wände zum Einsturz. Immer weiter dringt Dax in die Tiefen des Komplexes vor, der schon bald nichts mehr mit der hellen Atmosphäre des Einstiegs gemein zu haben scheint.
    Doch ein Hilfsmittel behält zum Glück auch dort seine Fähigkeiten: Der Mag-Handschuh. Das praktische Teil verschießt zwei unterschiedliche magnetische Ladungen, welche die Grundlage für die Rätsel des Spiels bilden. Standardmäßig sind die „Munitionstypen“ rot und grün markiert, man kann die Farben aber auch ändern. Allerlei Objekte in den Umgebungen lassen sich magnetisieren, etwa transportable Blöcke, Plattformen und Schleuder-Vorrichtungen auf dem Boden. Die grundlegende Regel: Gleich geladene Gegenstände ziehen sich an, verschieden geladene stoßen sich ab. So kann man Dax z.B. auf den oberen von zwei Würfeln stellen, die Ladung ändern und ihn so in die Höhe katapultieren, oder explosive Blöcke auf Glasbarrieren prallen lassen.
    Basierend auf dieser simplen Idee haben sich die Entwickler teils wirklich raffinierte Konstruktionen einfallen lassen, die Physikrätsel erstrecken sich später über große Räume oder sogar mehrere Zimmer. Unter anderem gilt es dann zu beachten, dass die Magnetfelder auch durch Wände hindurch wirken, oder dass sich durch mehrere aneinander hängende Objekte einer Farbe die Kraft verstärken lässt – und noch dazu wollen Monster dem Helden ans Leder. Wobei nicht wirklich Gruselstimmung aufkommt, richtige Schockmomente im Stil von Survival-Horror-Games sind trotz des Szenarios also nicht zu erwarten und auch die Story bleibt etwas zu rudimentär.

    Die Steuerung geht sowohl mit Maus und Tastatur als auch per Gamepad gut von der Hand. Ruckzuck dirigiert man Dax in der Egoperspektive durch die Gegend, springt herum, trägt Kisten und verschießt die magnetischen Ladungen. Viel mehr gibt es rein motorisch nicht zu lernen, die Schwierigkeit liegt eben im Rätseldesign. Manchmal ist es z.B. etwas schwierig einzuschätzen, ob bloß das Timing des Helden bzw. die Positionierung eines Objekts schlecht ist, oder ob die ganze Anordnung falsch aufgebaut wurde. Hier fehlt ein Hinweis-System – ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl wäre manchmal nett gewesen, um Frust vorzubeugen. Wichtige Details sind nämlich auch leicht mal zu übersehen.
    Stürze aus großer Höhe sind kein Problem, es sei denn, Dax landet in finsteren Gruben. Auch fiese Geschütze können dem Abenteurer zum Verhängnis werden, manchmal kriegt man kaum richtig mit, warum er jetzt das Zeitliche segnet. Durch fair gesetzte Checkpoints geht aber kaum Fortschritt verloren, etwas lästig sind lediglich die ständigen kleinen Ladepausen.
    Schon mit dem Absuchen der Levels und dem Ausprobieren verschiedener Lösungsansätze ist man eine ganze Weile beschäftigt, die Spieldauer beträgt geschätzt zehn Stunden. Für seinen günstigen Preis liefert Magrunner also auf jeden Fall genug Rätselfutter im interessanten Horror-Gewand.

    Fazit

    Die vermeintlich simple Magnet-Technologie hält jede Menge Herausforderungen für Dax und seinen Spieler bereit. Vor allem Portal-Fans sollten sich Magrunner mal anschauen. Parallelen zum Genrehit sind unübersehbar, durch eigene Ideen ist das Spiel aber zum Glück etwas mehr als ein bloßer Klon. Die ungewöhnliche Horror-Komponente ist eine willkommene, nicht zuletzt auch optisch ansprechende Ergänzung des Puzzle-Szenarios, hätte aber noch ausgebaut werden können. Für ungeduldige Abenteurer wäre außerdem ein Hilfe-System nützlich gewesen.

    Wertung


    Pro

    • interessante Horror-Elemente
    • simples Grundprinzip, aber teils raffinierte Rätsel
    • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

    Contra

    • Horror-Komponente könnte mehr genutzt werden
    • Frustgefahr durch fehlende Hilfe
    • Portal-Ähnlichkeit manchmal zu offensichtlich

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Horror, Science-Fiction, Spiele
    von Christina Schmitt 2.Jul.2013 2.365 x gelesen

    Magrunner
    Publisher Focus Home Interactive
    Hersteller 3 AM Games
    Genre Action-Adventure
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    Artikel

    Magrunner – Portal trifft Cthulhu-Mythos

    vom 13.Apr.2013 0 Kommentare