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    Metal Gear – das stand früher mal für zwei Dinge: Playstation exklusiv und Stealth-Action. Beides trifft heute nicht mehr zu, denn mit Metal Gear Rising: Revengeance (MGRR) kommt auf der einen Seite etwas Schwung in die Serie, auf der anderen Seite gibt es aber auch einen Qualitätsverlust. Es kann ja nicht immer alles Gold sein, was mit Metal Gear zu tun hat.

    Wenn es mal wieder länger dauert…
    Wir erleben ein Abenteuer mit Raiden, der, mit einem Schwert bewaffnet, als Cyborg das Böse bekämpfen soll. Der alte Kampf zwischen Gut und Böse also, wobei wir mitunter auf bekannte Gegnertypen wie die Gekkos treffen, die auch schon in Metal Gear Solid 4 ihren Auftritt hatten, aber es gibt auch ein paar Neulinge, die wir mit dem Schwert niedermetzeln können. Dabei geht Raiden meist nicht subtil, sondern sehr offensiv zu Werke und macht mit seinem Schneidwerkzeug alles platt, was sich ihm in den Weg stellt. Das erinnert dann eher an Titel wie Bayonetta, was nicht von ungefähr kommt, denn das stammt vom gleichen Entwickler.
    Auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad ist das nicht so kompliziert, weil die Defensivaktionen automatisch ausgeführt werden, bei den höheren Stufen sollte man sich eingehend mit dem Blocken auseinandergesetzt haben, sonst ist Raiden schnell am Ende. Dagegen helfen auch nicht die Energie-Pakete, die Gegner in kleinen Dosierungen nach dem Ableben zurücklassen. Besser ist es, die Gegner mit einem Spezialmove zu sezieren, um deren Energiekern zu extrahieren. Das ist optisch ganz schick gelöst und Raiden kann entweder mit den Buttons senkrecht und waagerecht den Gegner zerschnippeln, um geschickt an das Objekt der Begierde zu kommen, oder wir benutzen den rechten Stick und machen das alles Freihand.
    Diese Technik ist aber auch noch in anderen Situationen hilfreich: Manchmal müssen gesperrte Türen geöffnet werden, da kann der Arm eines Feindes hilfreich sein, der gezielt entfernt werden muss. Klingt blutig, ist es aber gar nicht – nur in den Zwischensequenzen spritzt es ganz ordentlich.
    Daneben lassen sich auch noch verschiedene Dinge einsammeln, die das Leben von Raiden einfacher machen oder schlicht wenig Nutzen haben. Wer sich geschickt anstellt, kann auf Bazookas oder EMP-Granaten verzichten und macht alles mit dem Schwert.
    So metzeln wir uns durch Gegnerhorden, die mitunter – zumindest auf den höheren Schwierigkeitsgraden – ziemlich fordernd sein können, weil die Kerle aus allen Rohren feuern oder schlagen und sich Raiden auch noch mit größeren Feinden anlegen muss, Hubschrauber aus der Luft holt und andere Kleinigkeiten absolviert. Die Geschichte wird dabei in den schönen Zwischensequenzen gut erzählt, ist zuweilen sehr pathetisch, aber trotzdem spannend.

    Raiden wie er leibt und cyborgt

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    Raiden wie er leibt und cyborgt

    Wenn man mal genauer hinsieht…
    Es macht Spaß, sich mit Raiden durch die Level zu bewegen, die allerdings wenig Überraschungen bieten, auch wenn der Protagonist selbst für Überraschung sorgen soll: Durch das Anschleichen können einige Gegner schnell und lautlos beseitigt werden. Diese Gameplay-Funktion ist aber schlicht zu leicht ausgefallen, weil die Gegner oft mit Blindheit geschlagen sind – und Geräusche haben hier ohnehin nichts verloren, darauf achtet niemand. Schade, schade, denn die KI ist insgesamt nicht sonderlich berauschend, hier und da bleiben die Feinde an Hindernissen hängen und werden so leichte Beute. Und wenn ich das Ganze als zu leicht beschreibe, dann ändert sich der Schwierigkeitsgrad beim Endgegner dramatisch. Es wird dann hart und schwierig, hier brauchen wir eine gehörige Portion Geduld, etwas Können und etwas Glück. Trotzdem sorgt der Endboss für Frust, weil das Niveau sprunghaft ansteigt – für meinen Geschmack zu sprunghaft. Das ist ärgerlich, weil es auch zeigt, dass das Gameplay insgesamt hätte fordernder werden können, so ist alles harmonisch, fast zu leicht, bis es ins Finale geht. Und das kommt nach knapp fünf Stunden wiederum sehr schnell.
    Dabei wirkt das Ganze optisch ebenfalls durchwachsen: Die Umgebung wird oft zu grob dargestellt und die Animationen von Raiden sind zwar flüssig, wirken auf mich aber arg hektisch. Trotzdem macht das Gesamtpaket noch eine gute Figur, auch wenn andere Metzeleien wie beispielsweise DmC: Devil May Cry besser aussehen. Oft gibt es zudem Probleme mit der Kameraführung, gerade wenn wir den Gegner gezielt sezieren wollen, ist es ein stetes Hantieren mit dem Stick, um den richtigen Blickwinkel zu bekommen. Klappt das nicht, ist die Funktion nutzlos und wir fuchteln mit dem Schwert im Nichts herum.
    Akustisch gibt es zahlreiche Geräusche, die Serien-Kenner aus den Vorgängern kennen werden, Raiden wird vom selben Synchronsprecher begleitet wie im vierten Teil. Eine Lokalisierung der Sprachausgabe gibt es nicht, das Spiel kommt auf Englisch – die Bildschirmtexte sind aber auf Deutsch, immerhin.

    Fazit

    Ich habe das Gefühl, dass 2013 bisher das Jahr der verschenkten Möglichkeiten ist. Auch Metal Gear Rising: Revengeance reiht sich in die Gruppe von Titeln, aus denen hätte mehr werden können. Eine kurze Spieldauer, ein sehr leichtes Gameplay, das erst im Finale richtig kracht und immer mal wieder Schwächen in der Kameraführung trüben den guten Gesamteindruck etwas. Trotzdem macht MGRR durchaus Spaß, was an den gut inszenierten Kämpfen liegt, die zwar ein wenig unter besagten optischen Schwächen leiden, aber Lust auf einen weiteren Teil machen, der ein paar Dinge besser macht.

    Wertung


    Pro

    • gutes Kampfsystem
    • eingängige Steuerung
    • freies "Säbeln" mit Stick
    • Geschichte mit starken Zwischensequenzen

    Contra

    • Kameraprobleme
    • Schleich-Momente unwichtig
    • KI mitunter fehlerhaft
    • happiger Endgegner

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Armin Sengbusch 12.Mrz.2013 1.303 x gelesen

    Metal Gear Rising: Revengeance
    Publisher Konami
    Hersteller Konami
    Genre Action-Adventure Hack&Slay
    Altersfreigabeab 18 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
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    X36021.02.2013 Kaufen