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    Leider ist es bei vielen Spielen so, dass die Hintergrundgeschichte von den meisten Entwicklern unterschätzt wird. Da wird viel Wert auf blendende Optik und andere technische Details gelegt, aber die Geschichte dümpelt so vor sich hin. Dass es auch anders geht, zeigt Metro: Last Light, das Sequel von Metro 2033. Beim Vorgänger hatte ich schon wenig zu meckern, aber unterm Strich war es mir einfach zu kurz. Aber mit Last Light gibt es jetzt einen erstklassigen Nachfolger.

    In den Schächten hausen und jagen wir

    Wie schon beim Vorgänger dreht sich alles um das U-Bahn-Netz der Stadt Moskau, die nach einem Nuklearschlag an der Oberfläche vollkommen verwüstet und verseucht ist. Mutationen sind keine Seltenheit, Gegner gibt es demnach genug – allerdings sind sich auch die Menschen nicht ganz einig, was die Auswahl der Feinde noch erweitert. Durch unterschiedliche Fraktionen unterhalb der Oberfläche sind für die Handlung zahlreiche Verwicklungen vorprogrammiert. Dabei ist der Kern ein ganz anderer, denn es geht um den letzten „Schwarzen“, eines jener Wesen, die wir als Ranger Artjom im Vorgänger ausgelöscht haben wollten – jetzt holt uns die Vergangenheit ein und wir lernen ein paar neue Dinge und haben sogar noch die Hoffnung, dass sich alles zum Guten wendet.
    Die Geschichte ist der uneingeschränkte Pluspunkt bei Last Light: Es ist ein Spiel mit Suchtfaktor, weil man der Erzählung folgen will, weil man wissen will, was als Nächstes passiert und wie das Drama endet – wenn es denn endet. Da stört es fast schon den Erzählstrang, wenn zwischendurch die Shooter-Passagen etwas lang werden, da sind die – zwangsläufigen – Aufenthalte in den unterirdischen Zentren fast schon eine Bremse. Aber nur fast, denn überall gibt es etwas zu sehen, etwas zu entdecken. Dabei ist die Atmosphäre, die das Spiel kreiert unglaublich dicht. Nicht nur in Sachen Optik ist der Titel ganz weit vorn, sondern auch in puncto Soundkulisse und Vertonung. Ob nun auf Deutsch oder auf Englisch, die Sprecher machen ihre Sache wirklich gut. Alles ist stimmig und fügt sich wunderbar ineinander, saugt den Spieler in eine fremde Welt, die er entdeckt und trotz seiner Unwirtlichkeit auch irgendwie lieben lernt.

    metro last light

    Bild 1 von 8

    Mit diesem schicken Schienen-Hobel dürfen wir gleich fahren.

    Wenn sie laufen, dann stoppt sie keiner

    Vielleicht ist der Anfang noch harmlos, aber nach spätestens 20 Minuten nimmt die Geschichte so viel Fahrt auf, dass sich niemand mehr entziehen kann. Wir laufen dabei nicht immer nur unter der Oberfläche herum, sondern reisen hin und wieder auch mal mit Fahrzeugen und zwischendurch winken auch Sequenzen an der Oberfläche. Dass selbst die Ladezeiten gut überbrückt werden, indem Artjom seine Tagebucheinträge vorliest, ist eine nette Kleinigkeit.
    Allerdings gibt es auch ein paar Macken, die nicht verschwiegen werden sollen. Allen voran die KI der Gegner, die sich zwischen hochintelligent und hirnamputiert bewegt. Mitunter tapert ein alarmierter Soldat blindlings eine Route auf und ab, ohne dabei auch nur irgendetwas zu registrieren, was ziemlich peinlich wirkt. In den Feuergefechten können sich die Kerle auch gern mal geschickt verschanzen und die Deckung wechseln, sind aber am Ende zu oft nur Kanonenfutter. Das ist schade, fällt aber im Gesamteindruck nicht so stark ins Gewicht, weil das Gameplay insgesamt einfach viel Spielraum bietet.
    So können wir uns schleichend und lautlos fortbewegen und nur die Gegner töten, die unausweichlich im Weg sind oder wir ballern uns wie Rambo einen Weg durch die Katakomben. Werden wir von den Gegnern entdeckt, wird in der Regel Alarm ausgelöst und alles ist in hellem Aufruhr – dann hilft nur Geduld oder eine wilde Ballerei. An Munition und Waffen fehlt es nicht, die Wummen können zudem auch noch munter mit verschiedenen Utensilien versehen werden, weil es in den Siedlungen und Stützpunkten Waffenhändler gibt, die uns versorgen.
    Wir können lautlos morden oder den Feind mit einem gezielten Schlag in den Tiefschlaf versetzen, wir können Feuer als Waffe einsetzen und wir können auch durch Abwarten dafür sorgen, dass sich einige Probleme von selbst lösen. Und einige Level sind so herrlich konzipiert, dass sich alles miteinander verbinden lässt und man auf diese Weise eine Schar von Gegner nach und nach ausschaltet und sich wie ein ganz großer Kämpfer fühlen darf. Bis zum großen Finale gibt es deshalb auch zahlreiche große Momente.

    Fazit

    Hurra! Nicht verhalten, sondern richtig laut: HURRA! Endlich mal wieder ein Spiel, das einfach nur Spaß macht, das den Spieler mitreißt. Metro: Last Light ist bislang der spielerische Höhepunkt des Jahres für mich, trotz der kleinen Macken. Sicher, die Gegner-KI ist nicht immer überragend, aber das trübt den Gesamteindruck nur minimal. Und wer den Multiplayer vermisst, der greift lieber gleich zu anderen Titel. Das Solo-Erlebnis ist einzigartig und jedem zu empfehlen, der nur einen Hauch von Begeisterung für Shooter übrig hat.

    Wertung


    Pro

    • klasse Geschichte
    • intuitives Gameplay
    • viel zu entdecken
    • starke Musik
    • gute Synchronisation und Lokalisierung

    Contra

    • Gegner-KI mitunter zweifelhaft

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Armin Sengbusch 24.Mai.2013 3.019 x gelesen

    Metro: Last Light
    Publisher Deep Silver
    Hersteller 4A Games
    Genre 1st-Person Shooter
    Weitere Infos
    Termine
    X36017.05.2013
    PS317.05.2013
    PC17.05.2013
     

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