• Werbung

  •  
    Anmelden

    Mit Nights of Azure kam nun das in Japan bereits im Oktober 2015 erschiene Action-JRPG der Spieleschmiede Gust (bekannt durch die Atelier Reihe) auch nach Europa. Ob sich der Kauf des Titels nur für Hardcorefans oder auch für Gelegenheitsrollenspieler mit wenig Zeit (so wie mich) eignet, erfahrt ihr bei uns im Test.

    © Koei Tecmo seit 01.04.2016 im Handel Bei Amazon bestellen

    (c) Koei Tecmo
    seit 01.04.2016 im Handel
    Bei Amazon bestellen

    Blaues Blut in dunkler Nacht
    Nights of Azure spielt in einem alternativ-geschichtlichen Setting des 19. Jahrhunderts auf einer kleinen Insel in der Nordsee. 800 Jahre vor dem Start unserer Geschichte wurde der sogenannte „Herr der Nacht“ getötet. Nach seinem Tod regnete es blaues Blut auf die Erde hinab, welches jeden der damit in Berührung kam völlig „verdarb“. Die meisten Menschen, welche dieses Schicksal erlitten, wurden dadurch zu rachsüchtigen Monstern namens „jayou“. Die Kirche versucht nun, das übrige blaue Blut mithilfe ihrer eigenen heiligen Ritter zu sammeln und zu vernichten. Die Protagonistin unseres Abenteuers, Arnice, ist eine von diesen heiligen Rittern.

    Zusätzlich ist sie ein seltenes Halbblut, da sie vom blauen Blut berührt wurde, ohne dabei selbst ein jayou zu werden. Zu Beginn des Spiels kommt sie auf der Insel an, um dort erstaunt festzustellen, dass die Priesterin, mit welcher sie zusammenarbeiten wird, keine andere als ihre alte Schulfreundin Lilysse ist. Die freudige Wiedervereinigung wird jedoch dadurch getrübt, dass Lilysse die nächste „Heilige“ wird, eine Opfergabe, deren Tod den „Herren der Nacht“ eingesperrt lassen soll. Das will Arnice natürlich verhindern.

    Haudrauf-Action mit Tiefgang?
    Nights of Azure lässt sich als Action-JRPG betiteln. Wir kontrollieren Arnice in vorgegebenen Arealen, welche sie mit ihren gezähmten Dämonen, den sogenannten „Servans“, nach Gegnern absucht, die sie im Kampf unterstützen, während sie dabei verschiedene Quests/Sidequests erledigen muss. Diese sind eher generisch und bieten kaum erzählerische Tiefe.
    Zu Beginn haben wir nur eine Waffe und ein paar „Servans“, je weiter wir jedoch im Spielverlauf voranschreiten, desto mehr Waffen können wir finden und kaufen. Im Laufe der Zeit kommen mehr und mehr neue Dämonen zu unserem Team dazu. Insgesamt bietet uns das Spiel 40 von diesen, von denen wir jeweils vier gleichzeitig im Kampf benutzen können. Diese Mechanik erinnerte mich stark an die bekannten Pokemon Spiele, da wir diese Dämonen und unsere Protagonistin zusätzlich noch mit effektverstärkender Ausrüstung versehen können und alle Beteiligten durch EP aufleveln.

    Bild 1 von 8

    Arnice, die Protagonistin unseres Abenteuers

    Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist das „Hotel Ende“, in welchem wir neue Quests/optionale Sidequests annehmen, um Geld oder Blut für neue Waffen und Upgrades zu erhalten, oder in einem Item Shop neue Gegenstände kaufen können. Zusätzlich dazu bietet uns das Hotel noch die Arena, in welcher wir vorgegebene Challenges a la „Töte 100 Gegner in 2 Minuten“ oder „Benutze nur deine Dämonen, um alle Gegner zu besiegen“ absolvieren. Das Erfüllen dieser Challenges gibt uns zudem noch zusätzliche Boni in Form von Geld oder Ausrüstung.
    Der allgemeine Schwierigkeitsgrad des Spiels ist sehr einfach gehalten. Die meisten Gegner lassen sich ohne eine durchdachte Taktik per simplen Draufhauen beim ersten Versuch besiegen. Auch die Bossgegner sind da leider keine Ausnahme. Hardcorespieler werden hiervon wohl etwas enttäuscht sein.

    Durch das Fehlen einer angemessenen Schwierigkeit leidet der Spielspaß an einigen Stellen zwar etwas, für Spieler, die nicht viel Zeit in das Grinden von EP und Leveln investieren wollen oder können, ist dies aber durchaus als angenehm zu betrachten. Fans sind möglicherweise zwischenzeitlich etwas gelangweilt und werden an generische Hack&Slay-Titel erinnert.
    Die Story von Nights of Azure hat mich nach den ca. 20 – 30 Spielstunden mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Durch die grafisch sehr schöne Darstellung in den meisten Cutscenes und die konstant flüssigen 60 FPS wurde sie zwar sehr ansehnlich präsentiert, jedoch lässt sich ein roter Faden in der Charakterentwicklung und dem Aufbau der Beziehung zwischen unseren beiden Protagonistinnen eher selten erkennen. Die Hauptstory, welche sich im Allgemeinen um den „Herren der Nacht“ dreht, wirkte auf mich auch eher verwirrend.

    Der Soundtrack des Spieles jedoch unterstreicht die ansonsten sehr glaubwürdige und grafisch ansehnliche Atmosphäre des Titels sehr schön und bietet eine passende Untermalung zum flüssigen Gameplay. Das Spiel wird nur mit japanischer Sprachausgabe und englischen Untertiteln ausgeliefert, dies ist bei JRPGs aber durchaus üblich und wird Fans sicher nicht stören. Gelegenheitsspielern sollte dies aber vor dem Kauf bewusst sein.

    Fazit

    Es ist schwierig, Nights of Azure zu bewerten. Selbst Hardcorefans werden von der mangelnden Spieltiefe etwas enttäuscht sein, trotzdem ist Nights of Azure an sich ein solides Spiel und bietet in den insgesamt 7 Kapiteln anspruchslose Actionkost mit ordentlichem Umfang. Fans von JRPGs können zu unserer Wertung deshalb durchaus noch einen Stern hinzuaddieren.

    Wertung


    Pro

    • gute Grafik mit konstanter Framerate
    • lange Spieldauer
    • leichte Kost für Gelegenheitsspieler
    • interessante Hauptcharaktere

    Contra

    • Schwierigkeitsgrad zu niedrig für Fans
    • Teilweise zu generisch (Quests, Ausrüstung)

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema ,

    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Pascal Requardt 17.Apr.2016 979 x gelesen