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    Trotz des gleichlautenden Titels hat Prey mit dem gleichnamigen Vorgängers aus dem Jahr 2006 außer dem Sci-Fi-Setting nichts zu tun. Ob der aktuelle Titel der Arkane Studios (Dishonored 1 / 2) nur eine bekannte Erfahrung a la Dead Space oder etwas frischen Wind bietet, haben wir getestet.

    prey-cover

    (c) Bethesda
    seit 05.05.2017 im Handel
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    Schöne neue Welt
    Es ist das Jahr 2032. Wir sind Morgan Yu, ein Wissenschaftler, der gemeinsam mit seinem Bruder auf einer Raumstation namens Talos 1 an der Verbesserung des Menschen durch sogenannte Neuromods forscht. Dabei handelt es sich um in das Auge des Trägers eingebaute Technologie, die die Gehirnstrukturen verändert. Zu Beginn des Spiels haben wir die Wahl zwischen einem weiblichen oder männlichen Charakter, ich nutze aufgrund meiner Wahl die männliche Form. Danach finden wir uns in unserem Appartement wieder und begeben uns zur Forschungsstation, um die uns eingebaute Neuromod zu testen. Bei diesem Test läuft jedoch einiges aus dem Ruder, bis wir uns schließlich desorientiert in der komplett verlassenen Raumstation wiederfinden. Zusätzlich zur Isolation machen uns schwarze Aliens, die sogenannten Mimics das Leben schwer.
    Die Geschichte von Prey dreht sich im Groben um die Risiken der genannten Forschungen und Verschwörungen unter der Besatzung. Schon zu Beginn des Spiels haben wir das Gefühl, hintergangen worden zu sein. Durch diese Ungewissheit schafft es die Geschichte einen hohen Spannungsbogen aufzubauen, der mich in den rund 30 Stunden Spielzeit durchgehend bei der Stange hielt. Alle offenen Fragen werden angemessen aufgelöst und ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Erzählt wird die Story durch Audiologs und E-Mails sowie eine unbekannte Stimme per Funk. Alle genannten Elemente erinnerten mich stark an Spiele wie Bioshock oder System Shock und wirkten dadurch leider etwas ausgelutscht.

    Gewalt ist (k)eine Lösung
    Gameplaytechnisch bewegen wir uns in der Ego-Perspektive durch die Spielwelt und nutzen Nahkampf- und Schusswaffen, um uns gegen die Aliens zu verteidigen. Die Gegnertypen in Prey sind abwechslungsreich gestaltet und fordern uns oftmals heraus, eine andere, meist bedachte Herangehensweise zur erfolgreichen Bekämpfung zu nutzen. Die Waffen sind eher an Werkzeuge angelehnt, da wir uns auf einer Forschungsstation befinden. Die Gloo-Kanone zum Beispiel verschießt eine Art Schaum, der aushärtet und die Gegner für eine kurze Zeit festhält. Zusätzlich zu den Werkzeugwaffen sind aber auch Klassiker wie eine Schrotflinte mit an Bord. Die allgemein recht ungenaue Steuerung beim Zielen machte jedoch einige Kämpfe leider zum wilden Herumgefuchtel.
    Zusätzlich zu unseren Waffen können wir per Fähigkeitenbaum neue Skills freischalten, die uns in der Erkundung und im Kampf unterstützen. Dieser ist in drei Reiter (Wissenschaftler, Techniker, Sicherheit) eingeteilt. Klassische Upgrades wie zusätzliche Lebensenergie, leisere Bewegung usw. sind dabei, jedoch auch abwechslungsreiche Skills wie das Erschaffen eines Doppelgängers oder kinetische Fähigkeiten.

    PIN vergessen?
    Auch der Rätselaspekt kommt in Prey nicht zu kurz. Einige Türen und Bereiche sowie Computerterminals sind mit Codes verschlüsselt, die wir in der Umgebung finden, von Leichen einsammeln oder durch Hacking freischalten müssen. Durch diese Vielfalt gibt es oftmals die Möglichkeit, mehrere Wege zu einem Raum oder Bereich zu wählen, abhängig von der individuellen Herangehensweise der Spieler und den freigeschalteten Skills. Ein Raum, der zum Beispiel aufgrund einer defekten Treppe nicht erreicht werden kann, lässt sich durch den Bau einer Treppe mittels der Gloo-Kanone erschließen.

    Was die Grafik und Technik anbelangt, schafft PREY auf der PS4 und PS4 Pro lediglich konstante 30 FPS, wodurch das genannte teils hektische Zielen etwas mühselig wird. Die Texturen des Spiels sind jedoch hochauflösend und detailliert. Auch die Licht- und Weltraumeffekte schaffen es zu überzeugen und uns ein authentisches Bild der Isolation zu vermitteln. Die Ladezeiten gehen in Ordnung, könnten aber an einigen Stellen etwas zügiger sein. Während meines Spieldurchlaufs konnte ich keine Bugs entdecken, die mir das Spielerlebnis gestört haben, lediglich einige Clippingfehler an einigen Stellen waren vorhanden, aber nicht der Rede wert.
    Der Soundtrack des Spiels schaffte es eine zur Inszenierung passende Atmosphäre zu erzeugen und spannende Situationen in den richtigen Momenten zu unterstützen.

    Fazit

    Mit Prey ist ein Sci-Fi-Erkundungs-Shooter erschienen, der eine spannende Story rund um die Geschehnisse auf der rätselhaften Raumstation und die dortigen Machenschaften strickt und diese zum Ende hin plausibel auflöst. Wer sich in einem gemütlichen Spieltempo auf eine gut inszenierte Geschichte einlassen möchte, findet hier genau das richtige Spiel. Freunde von Actionfeuerwerken a la Call of Duty oder DOOM sollten sich besser anderweitig umschauen.

    Wertung


    Pro

    • spannende Story
    • stimmiger Soundtrack
    • fordernde Gegnertypen
    • hübscher Art- und Grafikstil
    • lange Spielzeit (ca. 30 Stunden)

    Contra

    • einige Storytelling Elemente etwas ausgelutscht
    • teils ungenaue Steuerung

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Pascal Requardt 15.Mai.2017 1.215 x gelesen