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    Mit Raiders of the Broken Planet ist ein Indie Third-Person Shooter a la Gears of War im Sci-Fi Setting erschienen, den die Entwickler von Mercury Steam im Laufe der Zeit in insgesamt vier Episoden veröffentlichen wollen. Ob der Prolog und die 1. Episode namens Alien Myths Lust auf mehr machen oder wir das Spiel gleich wieder abgeschrieben haben, verraten wir Euch im Test.

    rotbp_alienmyths

    (c) Mercury Steam
    Episode 1 seit 22.09.2017 erhältlich

    Shooter-Action in Häppchen
    Der Prolog von Raiders of the Broken Planet (ROTBP) führt uns in die Spielmechanik und die Grundgeschichte des Titels ein. Jeder der schon einmal einen Third-Person-Shooter gespielt hat wird sich hierbei sofort zurechtfinden und erlebt keine nennenswerten Neuerungen.
    Wir finden uns in einem Weltraumsetting mit verschiedenen Planeten, nur noch wenigen Überlebenden und einem großen Mangel an Rohstoffen wieder. Optisch erinnerten mich einige Passagen an Mad Max.
    Inhaltlich geht es darum, dass wir gemeinsam mit unseren Verbündeten (wahlweise offline alleine oder online mit Freunden) den Rohstoff Aleph finden und sammeln, da dieser grenzenlose Macht verleihen kann. Wie der Zufall es so will, sind wir natürlich nicht die einzigen die diesen Rohstoff wollen. Die Menschheit, die noch übrig ist, hat sich in verschiedene Fraktionen geteilt und kämpft gegeneinander um den Rohstoff.
    Wir kämpfen also gegen diese Feinde und deren Gefolgsleute und versuchen die Protektoren zu finden, um den Rohstoff zu retten und für das Gesamtwohl nutzbar zu machen. Hierbei haben wir zu Beginn der Missionen immer die Wahl aus einem von mehreren Helden, wobei einige erst in zukünftigen Episoden freigeschaltet werden. Die Helden sind jeweils mit anderen Waffenschwerpunkten ausgestattet (Scharfschütze, Maschinengewehr, MP usw.)
    Die Story wirkt vom Inhalt und der Präsentation leider schon relativ abgedroschen, sodass sie zwar irgendwo im Hinterkopf ein übergeordnetes Ziel darstellt, beim Spielen der Missionen aber nie von wirklicher Relevanz war.

    Langzeitspaß garantiert?
    Nachdem wir den sehr kurzen Prolog abgeschlossen haben, beginnen wir mit der ersten (und bisher einzigen verfügbaren) Episode namens Alien Myths. Die Episode beinhaltet mehrere Missionen und eine teilweise abgeschlossene Handlung, die dann in den kommenden Episoden fortgesetzt wird. Die Missionen sind ein Hybrid aus KI-Gefechten und Multiplayer-Matches und bieten je Durchlauf eine ungefähre Spielzeit von zwei Stunden.
    Inhaltlich drehen sich die Missionen um bekannte Ziele („Aktiviere 3 Generatoren“, „Zerstöre 5 von diesen Gegenständen“, „Erreiche Zone XY“ usw.). Das Prinzip des Grinding funktioniert hierbei zwar gerade in der Online-Gruppe mit Freunden gut, nach einigen Durchläufen sehnt man sich jedoch nach Abwechslung bzw. einem vollständigen Titel. Ob die Motivation beim Erscheinen der 2. Episode dann reicht, um erneut einzusteigen, sowie dann zwei weitere Male, bis der Titel vollständig ist, wage ich zu bezweifeln.

    Wie bereits erwähnt, lässt sich ROTBP entweder alleine im Offline Singleplayer mit KI Kollegen und KI Gegnern bestreiten, hierbei kam mir der Schwierigkeitsgrad an vielen Stellen jedoch extrem hoch und unfair vor, sodass einige Passagen nur mit Trial-and-Error zu lösen waren. Gemeinsam mit Freunden im Online-Coop geht dies wesentlich besser von der Hand, dann gibt es aber auch einige Missionen, in denen die 4 vs. 1 Mechanik des Titels greift und ein Gegenspieler in Form eines echten Spielers beitritt (ähnlich wie Evolve oder Dead by Daylight). In diesem Setting spielen wir namensgebend mit drei unserer Freunde gegen den extrem starken Widersacher, der die KI unterstützt. Was in der Theorie spannend klingt, funktionierte meistens nur schleppend und endete oft nur mit Frustrationsmomenten, da der Gegenspieler übermächtig war. Damit es soweit kommt, muss man aber erstmal ein Spiel per Matchmaking gefunden haben. Das war gerade in Anbetracht des Onlineschwerpunktes der Entwickler (Statusmeldung, wenn man den Singleplayer startet: „Mit Freunden macht das Spiel online noch viel mehr Spaß!“) eine immer wiederkehrende Frustration.

    Was die Steuerung und die Genauigkeit des Gameplays angeht, wurde ich von ROTBP etwas enttäuscht. Trotz einer flüssigen Framerate, übersichtlichen Strukturen und meist gutem Leveldesign, wirkte das Bewegen und Zielen oftmals so schwammig, dass ich mit den sowieso insgesamt recht schwachen Waffen oftmals mein Ziel verfehlte.

    Fazit

    Raiders of the Broken Planet ist gemeinsam mit Freunden durchaus einen Blick wert und beschert für den schmalen Preis von knapp 10 € auch einige unterhaltsame Stunden. Eine tiefgründige Story oder endlosen Spielspaß gibt es (zumindest zum aktuellen Zeitpunkt) nicht. Wer nach einem kurzweiligen Indietitel mit einem fordernden Schwierigkeitsgrad und generischen Shooter-Passagen schaut, sollte sich den Prolog näher anschauen. Wer beim Gedanken an diese Aspekte schon mit den Augen rollt, den wird ROTBP leider auch nicht zu überzeugen wissen.

    Wertung


    Pro

    • spaßiger Coop-Modus
    • moderater Preis
    • weitere Inhalte und Support des Titels sind vom Entwickler angekündigt
    • Schwierigkeitsgrad fordernd ...

    Contra

    • ... an einigen Stellen sogarunfair
    • Grinding-Mechanik wird nach kurzer Zeit langweilig
    • zeitlich begrenzter Content

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Pascal Requardt 2.Okt.2017 1.289 x gelesen