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    Nach fünf Jahren erscheint mit Resident Evil 7: Biohazard ein neuer Ableger der berühmten Survival-Horror-Reihe. Hat Capcom einen Gruselschocker oder nur ein weiteres Actionfeuerwerk a la Resident Evil 6 abgeliefert?

    resident-evil-7-cover

    (c) Capcom
    seit 24.01.2017 im Handel
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    Menschliche Abgründe
    Wir beginnen das Spiel aus der Sicht des Protagonisten Ethan Winters, dessen Frau Mia vor drei Jahren spurlos verschwand. Unverhofft lässt sie uns eine Nachricht zukommen, in der sie uns bittet, sie in Louisiana auf einer Farm abzuholen. Hoffnungsvoll wie wir sind, machen wir uns direkt alleine auf den Weg. In Louisiana angekommen begeben wir uns zu Fuß, in der Ego-PErspektive (das erste Mal in der RE-Hauptreihe !) zum Anwesen der Familie Baker. Beim Eindringen in das abgelegene Haus merken wir schnell, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Überall sehen wir Gedärme, Blut und weitere eklige Inhalte die nichts Gutes verheißen. Nach der anfänglichen Verwirrung und vermeintlichen Sicherheit werden wir von der Familie Baker gefangen genommen und sollen an ihrem recht perversen Abendessen teilnehmen.
    In einer unbeobachteten Sekunde gelingt es uns zu fliehen und auf die Suche nach Mia zu machen, um gemeinsam mit ihr aus den Fängen der Familie Baker zu fliehen. Die einzelnen Familienmitglieder (Vater Jack, Sohn Lucas und Mutter Marguerite) sind uns aber auf den Fersen und versuchen jeder auf ihre ganz eigene Weise, uns den Garaus zu machen.

    Die Geschichte findet hauptsächlich im Haus der Bakers statt und schafft es dadurch ein konstant klaustrophobisches Gefühl zu versprühen. Im Verlauf der Geschichte erkunden wir zusätzlich zu dem Haupthaus auch noch das alte Haus der Familie, das mich sehr an ein Horrorvoodoohaus erinnert hat. Die Sorge, dass der Spielspaß und die Abwechslung aufgrund der räumlichen Limitierung leiden, erwies sich als unbegründet, die Entwickler schaffen es, die Häuser logisch und trotzdem sehr groß zu präsentieren.
    In Form von Videotapes, die wir finden und abspielen können, haben wir die Möglichkeit, in die Rolle von anderen Besuchern des Horrorhauses zu schlüpfen und so neue Entdeckungen über mögliche Wege oder Schwächen der Baker Familie zu machen.

    Horrortrip?
    Vom Gameplay fühlt sich RE:7 viel mehr wie die früheren Serienteile (bis Teil 4) an, auf extrem schnelle Action und Effektgeballer wird – zum Glück – verzichtet. Die knapp zehn Stunden lange Story besteht aus den Kernelementen Erkunden, Rätsel lösen, Kämpfen und Flüchten. Deren Anteile wurden von den Entwicklern sehr gut austariert und ergeben ein spaßiges Gesamtbild, welches uns mit seiner durchdachten Mechanik schaudern lässt und mir während den ersten zwei Dritteln des Spiels ein durchgehend beklemmendes Gefühl vermittelt hat. Im letzten Drittel kam jedoch kurzzeitig etwas Langeweile auf, da sich die Gegner in Form der „Molded“ (Wesen die aus schwarzem Schleim bestehen) ständig wiederholten und so nur wenig Gruselmomente entstanden. Die Kämpfe gegen die Familienmitglieder sowie die Bosskämpfe sind jedoch im Kontrast dazu sehr spannend und abwechslungsreich. Hierbei werden wir als Spieler dazu aufgefordert unser Verhalten an die Strategien der Gegner anzupassen und diese flexibel zu kontern.

    Was die Waffen anbelangt, haben wir im Spielverlauf die Auswahl aus Klassikern wie dem Messer, der Pistole und der Schrotflinte und einigen mehr, jedoch gesellen sich auch spaßige Neuzugänge wie ein Flammenwerfer dazu. Munition und Heilkräuter finden wir wie immer in Schränken und Schubladen, sowie in den Räumen verteilt. Zusätzlich zu diesen Gegenständen finden wir viele Briefe und Notizen, die die Story des Spiels vorantreiben und uns Hintergrundinformationen zu der Vergangenheit und den Motiven der Familie Baker liefern.
    Die Rätsel die RE:7 uns bietet, sind sehr passend in Szene gesetzt und passen sich gut in den Spielverlauf ein, sind jedoch größtenteils zu einfach geraten und werden bei den wenigsten Spielern langes Nachdenken hervorrufen. Speichern lässt uns das Spiel an Kassettenrekordern jederzeit, lediglich auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad „Madhouse“ müssen wir Kassetten in den Leveln einsammeln, um speichern zu können. Während des Durchspielens hatte ich jedoch niemals das Problem, dass ich nicht abspeichern konnte, wenn ich es gerade wollte.
    Durch die eigens entwickelte RE Engine von Capcom sieht Resident Evil 7 so gut aus wie noch kein Teil zuvor. Die Texturen sind scharf und detailliert und die Framerate läuft butterweich. Beim Sound glänzt das Spiel, er unterstreicht die düstere Atmosphäre nahezu perfekt. Jede Diele knarzt passend mit und jeder Schrei in der Ferne lässt uns zusammenzucken. Wer das Spiel mit Kopfhörern spielt, kann sogar einen Großteil der Geräusche räumlich orten, stark!

    Fazit

    Capcom nutzt mit Resident Evil 7 die bewährten Elemente aus den frühen Vorgängern und verpackt diese in einer neuen Ego-Perspektive und einem klassischen Horrorsetting zu einem nahezu perfekten Gesamtpaket. Aktuell gibt es außer Konkurrenten wie Outlast kaum ein Spiel, welches solch eine beklemmende und düstere Atmosphäre versprüht. Jeder, der auch nur entfernt etwas mit Horrorspielen anfangen kann, sollte zugreifen. Wer noch skeptisch ist, ob er diesen Trip mental durchsteht, kann vorher die Demo anspielen.

    Wertung


    Pro

    • düstere, beklemmende Horroratmosphäre
    • sehr gute Grafik und butterweiche Framerate
    • Soundkulisse nahezu perfekt abgestimmt
    • spannende, unvorhersehbare Story

    Contra

    • gegen Ende nicht mehr ganz so gruselig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Horror, Spiele
    von Pascal Requardt 6.Feb.2017 722 x gelesen