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    Es hätte schlimmer kommen können, wirklich. Rise of Venice (RoV)lag bereit, und da ich wusste, dass hier die Macher von Patrizier und Port Royale am Werk waren, ahnte ich, was mich erwarten würde. Obwohl ich von den genannten Titeln zuletzt nicht so begeistert war, kommt mit RoV endlich wieder etwas Spieltiefe und ein komplexes Wirtschaftssystem ins Spiel. Und auch, wenn wir Gold scheffeln können ohne Ende, so glänzt doch nicht alles davon. Aber, ich schrieb es schon: Es hätte schlimmer kommen können.

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    (c) Kalypso Media
    seit 27.09.2013 im Handel
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    Der Traum des Opas ist unsere Bestimmung

    Gleich zu Beginn erweist sich der Titel allerdings als etwas sperrig: Im Gegensatz zu Port Royale 3 ist RoV nicht so leicht zugänglich, was sich bereits im etwas hakeligen Tutorial bemerkbar macht, wo nicht immer alles zusammenpasst und auch nicht sofort deutlich wird, was denn nun wie getan werden muss. Es sei denn, man macht sich die Mühe, die angebotenen Videos anzusehen – ohne sie, wird es schwierig. Aber diese Schwierigkeiten legen sich schnell und dann zeigt das Spiel, wo seine Stärken liegen. Aber der Reihe nach.

    Die Kampagne, die auch gleichzeitig das Tutorial ist, handelt von der Geschichte des jungen Giacomo da Narni, der seinem sterbenden Großvater verspricht, ihm seinen großen Traum zu erfüllen und die Familie in Venedig reich und einflussreich zu machen. Wir betreiben dafür mit den Schiff-Konvois Handel mit anderen Städten. Kein spielerisches Neuland, aber es hätte ja auch schlimmer kommen können. Für gut 15 Stunden sind wir danach beschäftigt, den jungen Giacomo und seine Familie nach oben zu bringen. Die gezeichneten und teilweise langen Zwischensequenzen sind etwas lästig und waren für mich atmosphärisch nicht zwingend notwendig, sie lassen sich aber überspringen. Und so lernen wir im Laufe der Kampagne ausführlich, wie wir mit den komplexen Möglichkeiten des Spiels umzugehen haben. Der Aufbau von Handelsrouten, wie und warum ändern sich die Preise, wie gehe ich Seeschlachten an? Nach der Kampagne, die schon andeutet, wie viel Tiefgang in RoV steckt, sollte dann jeder bereit sein für das komplexe Endlosspiel.

    Piraten, Warenkreisläufe und dann noch die Ratssitzung

    Selbst beim Endlosspiel dürfen wir nicht gleich zu Beginn mit allen 22 Warentypen handeln, sondern es stehen uns erst einmal sieben Waren zur Verfügung, der Rest muss freigeschaltet werden. Diese auferlegte Bremse ist aber gar nicht so schlecht, da wir uns zunächst mit den Warenkreisläufen vertraut machen sollten. Erst wenn das in Fleisch und Blut übergegangen ist, werden wir auch im großen Stil den Überblick behalten. Auch können wir nicht sofort alle Häfen anlaufen, sondern nur die, die wir schon entdeckt haben. So steigen wir auch in das Endlosspiel behutsam ein – wobei wir auch die Kampagne nach dem Abschluss in ein Endlosspiel wandeln können, gleiches gilt für einzelne Szenarien. So bleibt kein mühsam erstelltes Imperium auf der Strecke, was mich bei anderen Titeln immer ziemlich genervt hat.

    Aber noch mal ein Wort zu den Warenkreisläufen. Das Wirtschaftssystem ist so gut konzipiert, dass es sich tatsächlich nach Angebot und Nachfrage, den Bedürfnissen der virtuellen Menschen richtet. Das lässt sich zum einen besser nachvollziehen, zum anderen sind dadurch einige Dinge sogar planbar und man kann Preise in die Höhe treiben.

    Es geht jedoch nicht nur um den finanziellen Aufstieg, der im Sinne des Großvaters erzielt werden soll, sondern auch um gesellschaftliche Macht: Ziel ist es, zum Dogen von Venedig aufzusteigen, was gar nicht so einfach ist. Die politischen Seilschaften sind nicht so komplex wie das Wirtschaftssystem, aber eine gute Ergänzung. Hier geht es nur darum, Aufträge zu erfüllen, zu bestechen oder vielleicht sogar einzuheiraten.
    Die Seeschlachten hingegen sind sehr simpel ausgefallen, was auch für Abwechslung sorgt. Aber Krieg spielt bei RoV ohnehin keine Rolle, hier geht es um Handel und Politik – Gewalt ist eben keine Lösung, Geld regiert die Welt.

    Fazit

    Rise of Venice wächst mit der Spieldauer: Je mehr man sich in das Spiel vertieft, desto schöner wird es. Bei Port Royale 3 war die Begeisterungskurve hingegen umgekehrt. Das gute Wirtschaftssystem hat es mir einfach angetan, die Politik hätte hingegen etwas mehr Tiefgang vertragen können. Und je länger das Spiel dauert, desto schwieriger wird es, eine finanzielle Balance einzuhalten. Ganz sicher ist RoV nichts für Gelegenheitsspieler, wer aber eintauchen will und sich mit den Handelsbeziehungen auseinandersetzt, der hat auf lange Sicht viel Spaß.

    Wertung


    Pro

    • komplexes Wirtschaftssystem
    • politische Komponente
    • Umfangreiche Kampagne dient als Tutorial
    • Multiplayer-Modus
    • Bestenlisten
    • Endlosspiel frei konfigurierbar

    Contra

    • schwerer Einstieg
    • Seeschlachten eher belanglos
    • mitunter trockene Präsentation
    • Zwischensequenzen langatmig
    • grafisch nur durchschnittlich

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Spiele
    von Armin Sengbusch 20.Okt.2013 1.552 x gelesen