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    Ein Team aus vielen ehemaligen The Witcher Entwicklern hat mit Seven – The Days Long Gone ein interessantes Action-RPG im Cyberpunkt-Setting auf den Markt gebracht, dass Iso-Hack&Slay mit Stealth-Elementen verbindet. Eine interessante Mischung?

    (c) EuroVideo
    ab 14.12.2017 erhältlich (Box)
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    Thief-ablo?
    Seven versetzt uns in eine düstere Cyberpunk-Welt. Nach einer langen Introsequenz, die uns über die Geschehnisse der Spielwelt aufklärt, schlüpfen wir in die Rolle des Meisterdiebes Teriel, der nach einem missglückten Beutezug im Gefängnis sitzt. Ein gefährlicher Auftrag für den Imperator könnte ihm aber die Freiheit zurückbrungen. Als wäre diese Aufgabe nicht schon genug, ergreift im Gefängnis der Dämon Artanak Besitz von uns und nutzt uns für seine ganz eigenen Zwecke, verleiht uns im Gegenzug dafür aber einige seiner Kräfte. Die inneren Dialoge zwischen diesen beiden sehr ungleichen Protagonisten zählen zu den unterhaltsamsten Aspekten der Erzählung. Auf der Gefängnisinsel und in der offenen Spielwelt decken wir die Intrigen der Obrigen nach und nach auf. Unser primäres Ziel bleibt jedoch typisch einfach: überleben.

    Vom Gameplay erinnert Seven an die Dishonored-Reihe, allerdings mit einem großen Unterschied: Das ganze wird in der aus Diablo & Co bekannten Iso-Perspektive gespielt. Stealth-Elemente spielen eine wichtige Rolle, sodass wir auch an Gegnern vorbeischleichen können. Einfach durch alle durchmetzeln ist an vielen Stellen aber auch eine Option.
    Wir nehmen diverse Quests an, reden mit NPCs, töten Gegner und sammeln so neue und stärkere Ausrüstung, während wir nebenbei eine Story erzählt bekommen, die zwar in Ordnung ist und zu unterhalten weiß, aber nicht aus der RPG-Masse heraussticht. Die Ausrüstung, die wir finden können, ist zwar nett, was den Sammelfaktor angeht, jedoch ergeben sich durch die Gegenstände kaum relevante Statusveränderungen, wodurch wir mit der Anfangsrüstung fast ohne Probleme bis zum Ende des Titels spielen können. Was die Waffenauswahl anbelangt, finden wir von Schwertern, Äxten, diversen Schusswaffen und Fallen so einiges.

    Rüstung die wir nicht brauchen können wir entweder verkaufen oder in Einzelteile zerlegen um zu craften. Das Craftingsystem funktioniert in der Praxis zwar, ist aber unnötig kompliziert, da wir einige Gegenstände zwingend zerlegen müssen und andere hingegen auf gar keinen Fall. So kam es in meinem Spieldurchlauf oftmals zu missglückten und frustrierenden Versuchen.

    Laut oder leise?
    Teriel ist zusätzlich zum Schleichen und Kämpfen sehr begabt im Klettern, wodurch wir per Parcours-Einlagen auch an höher gelegene Orte gelangen können, um so Attentate zu begehen oder Gegner geschickt zu umgehen. Das Gameplay macht Spaß und schaffte es, mich in Kombination mit der düsteren Cyberpunk-Stimmung in die Spielwelt eintauchen zu lassen. Die Steuerung geht mit Maus und Tastatur aber auch wahlweise mit einem Controller ganz gut von der Hand, zwischenzeitig kann es beim Springen durch die isometrische Ansicht aber zu ungenauen Bewegungen kommen. Dies hielt sich aber beim Spiel in Grenzen. Zusätzlich zum Herumlaufen können wir zu aufgedeckten Schnellreisepunkten reisen, dies ist aber nicht immer unbedingt sinnvoll, da jene Punkte sehr merkwürdig gesetzt sind und uns manchmal direkt in schwierige Kampfsituationen manövrieren.

    Technisch läuft Seven auf aktuellen Mittelklasserechnern ohne Probleme. Ich hatte beim Spielen konstant flüssige 60 FPS auf maximalen Einstellungen mit einer 5 Jahre alten Grafikkarte. Das Artdesign und der Grafikstil von Seven stechen besonders heraus. Diese erinnern an eine Mischung aus Borderlands und The Witcher. Der Soundtrack unterstreicht die Cyberpunk-Atmosphäre passend und wurde auch bei längeren Spielsessions nicht nervig. Ich empfehle jedem Spieler aber zu Beginn den Kontrast möglichst hell einzustellen, da Seven uns ansonsten in dunklen Situationen kaum noch etwas erkennen lässt.

    Unerfreulich: Bugs machten mir hin und wieder das Leben schwer. Beim Laden eines Spielstandes stand ich manchmal plötzlich vor einer Wache und wurde direkt erledigt. Manchmal starb ich auch urplötzlich bei einem Sprung mitten in der Luft o.ä. Hier müssen die Entwickler unbedingt noch mal ran und spätestens bis zum Konsolenrelease einen Patch nachliefern, der solche nervigen Probleme behebt.

    Fazit

    Seven: The Days Long Gone erfindet das Action-Stealth Genre zwar nicht neu, kombiniert jedoch gut funktionierende Elemente zu einem unterhaltsamen, atmosphärischen Cyberpunk-Abenteuer. Freunde von Stealth-Spielen und Cyberpunksettings werden mit dem Titel ihren Spaß haben. Aufgrund der nervigen Bugs haben wir die Wertung jedoch etwas gesenkt, hier gibt es noch Verbesserungsbedarf.

    Wertung


    Pro

    • toller Art- / Grafikstil im Cyberpunk-Look
    • ordentlicher Umfang (ca. 10 Stunden Kampagne)
    • passender Soundtrack

    Contra

    • stellenweise nervige Bugs
    • Craftingsystem unnötig kompliziert
    • KI agiert stellenweise unlogisch

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Pascal Requardt 11.Dez.2017 1.316 x gelesen