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    Mit Shadow of the Colossus (SOTC) ist ein komplettes Remaster der ursprünglichen Playstation 2-Version von 2005 für die PS4 erschienen. Damals sorgte der Titel für Aufsehen, da er die Playstation 2 in den Kämpfen gegen die großen Kolosse an ihre technischen Grenzen brachte und den Spieler auf eine emotionale, melancholische Reise mitnahm. Ist der Titel 13 Jahre später immer noch etwas Besonderes und schafft es uns zu fesseln?

    (c) Sony
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    Einer gegen alle
    Als junger Mann namens Wander begeben wir uns mit unserem treuen Pferd Agro in ein fernes, verbotenes Land, um ein Mädchen, dessen Leiche wir mit uns führen, von einer uralten Macht wiederbeleben zu lassen. Um diesen Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen, fordert diese Macht namens Dormin uns auf, insgesamt 16 Kolosse zu töten, die sich im Land verteilt befinden. Verzweifelt wie wir sind, machen wir uns also mit Hilfe von Agro, einem Schwert und Pfeil und Bogen auf den Weg.

    Im Spiel finden wir uns in der Third-Person-Perspektive wieder. Wenn wir unser Schwert ins Sonnenlicht halten, wird uns ein gebündelter Lichtstrahl angezeigt, der den Weg zum nächsten Koloss weist. Sobald wir dort angekommen sind, beginnt eine kurze Zwischensequenz, die uns den Koloss in seiner vollen Größe zeigt. Nun gilt es einen Weg auf den Gegner zu finden, dies gelingt durch Ablenkung, Schüsse auf den Körper oder das Stechen in Schwachstellen in der Beingegend bzw. mit Hilfe der Umgebung. Sobald wir uns am moosartigen Fell der Kolosse festklammern können, beginnt der eigentliche Kampf. Wir klettern so nach und nach am Feind hoch und suchen die leuchtenden Stellen am Körper, in die wir unser Schwert stechen müssen, um seine Lebensanzeige zu dezimieren. Natürlich lässt sich der Koloss diesen Angriff nicht gefallen. Während wir dort herumklettern, versucht er mit aller Gewalt, uns loszuwerden und uns auf den Boden zu werfen. So kommt es, dass wir unsere Ausdaueranzeige durchgehend im Blick behalten müssen, um nicht plötzlich die Kraft zu verlieren und auf den Boden zu stürzen und so einen möglichen Tod zu riskieren. Haben wir schließlich die Lebensanzeige des Kolosses auf Null gebracht, fällt dieser episch zu Boden.
    Das Schema um die Gegner zu besiegen wiederholt sich inhaltlich zwar stets, jedoch werden bei den insgesamt 16 Kolossen immer wieder Wege gefunden, die Strategie zu verändern und uns teilweise rätseln zu lassen, wie wir nun an die Schwachstellen herankommen. Es gibt hierbei schwimmende, fliegende, schnelle und langsame Kolosse usw. Die Kämpfe sind auf allen drei Schwierigkeitsgraden fordernd aber fair und verlangen Geschick mit der Steuerung und der Ausdaueranzeige.

    Die Story von SOTC lässt sich in ca. 6 – 10 Stunden durchspielen, je nachdem wie geschickt wir uns in den Kämpfen anstellen und wie viel der offenen Welt wir noch nebenbei erkunden wollen. Dort gibt es bis auf verlassene Ruinen und offene Ebenen nicht allzu viel zu finden. Schwarze Salamander mit leuchtendem Schwanz und Früchte an Bäumen können von uns eingesammelt und verzehrt werden, wodurch Lebensanzeige und Ausdaueranzeige langsam ansteigen, dies ist aber optional und verschafft keinen entscheidenden Vorteil. Eine Neuerung, die in der aktuellen Remastered Version des Titels erschienen ist, sind leuchtende Steine, die in der gesamten Spielwelt verteilt sind. Sammeln wir alle diese Steine ein, bekommen wir Zugang zu einem bisher nicht bekannten Areal und haben die Möglichkeit dort an neue Ausrüstung zu gelangen.

    Die Gewissensfrage
    Bei all der Hoffnung die wir gemeinsam mit dem Protagonisten verspüren, bleibt nach jedem weiteren Tod eines Kolosses jedoch auch das Gefühl der Schuld. Diese Wesen haben uns eigentlich nichts getan und werden von uns in ihrem eigenen Lebensraum gejagt und anschließend getötet, nur damit wir das Mädchen wiederbeleben können. Die Zweifel bezüglich Moral müssen wir beiseitewischen, um unsere eigenen Ziele zu erreichen. Diese Kontroverse zwischen Hoffnung und Zerstörung löste in mir dieselben Gedanken und Gefühle wie damals beim Original aus. SOTC schafft es mit minimalen Dialogen und wenig direkter Erzählung nach wie vor, eine sehr emotionale, teilweise sogar melancholische Geschichte zu erzählen und uns diese ausschließlich über die Gefühlsebene zu vermitteln, statt über die direkte Narrative. Gänsehaut-Momente sind somit in Kombination mit der Musik vorprogramiert. Wow!

    Grafisch bietet uns SOTC auf der PS4 Pro zwei verschiedene Modi. Den Performance- und den Kino-Modus. Beim Kino-Modus liegt der Schwerpunkt auf den grafischen Details, mit einer niedrigeren Framerate (ähnlich wie beim Original). Der Performance-Modus hingegen regelt die Grafik etwas herunter und versucht an 60 FPS heranzukommen, dies gelingt zwar nicht immer, war meiner Meinung nach jedoch der Modus der sich besser spielen ließ.
    Auf der normalen PS4 haben wir keine Auswahl, hierbei wird eine Art Hybrid aus beiden Modi genutzt. Nichtsdestotrotz sieht SOTC auf beiden Konsolen wahnsinnig gut aus und bietet einige der besten Landschafts- und Lichteffekte die ich bisher in einem Remaster gesehen habe. Auch der damals hoch gelobte Soundtrack wurde remastered und ist gerade mit Kopfhörern ein Genuss. Zwischenzeitig war ich sogar traurig darüber, dass Kämpfe schon endeten, da ich gerade dabei war, mich im Soundtrack zu verlieren. Die Steuerung wurde an heutige Layouts angepasst, lässt sich für Nostalgiker aber alternativ in den Einstellungen auf die klassische Version ändern.

    Fazit

    Mit SOTC ist ein meisterhaftes Remaster erschienen. Sämtliche Kernelemente des Titels wurden beibehalten und verbessert. Das Gamedesign erinnert durch den gradlinigen Verlauf natürlich noch an das Jahr 2005, jedoch kann man dies meiner Meinung nach einem Remaster nicht zum Vorwurf machen. Die detaillierte Grafik und der mitreißende Soundtrack tun ihr übriges, um uns in der düsteren, einsamen Welt von SOTC eintauchen zu lassen. Für Fans des Originals, sowie von ICO oder The Last Guardian, ist das Remaster ein Pflichtkauf. Für alle anderen PS4 Besitzer gilt, zumindest einmal einen Blick darauf geworfen zu haben, um dieses wichtige Stück Videospielgeschichte nicht zu verpassen.

    Wertung


    Pro

    • düstere Story
    • detaillierte Grafik
    • mitreißender Soundtrack
    • Wiederspielwert vorhanden
    • technisch und spielerisch einwandfreies Remaster

    Contra

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Pascal Requardt 14.Feb.2018 561 x gelesen