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    Seit 2009 hat das Adventure The Whispered World mit seiner liebevoll handgezeichneten Grafik und der Mischung aus Humor und Melancholie bereits zahlreiche Spielerherzen erobert. Entsprechend groß war die Vorfreude auf das Nachfolgerspiel, dessen Erscheinen sich dann aber deutlich verzögerte. Jetzt hat es Silence endlich in die Händlerregale beziehungsweise Download-Stores geschafft und ich konnte mir die entsprechende PS4-Version zu Gemüte führen.

    Willkommen in der Flüsterwelt
    Noah und seine kleine Schwester Renie leben in einer von Krieg gebeutelten Welt. Eines Abends zerstört eine Bombe den Bunker, in dem die Geschwister Schutz gesucht haben. Doch statt aus den Trümmern wieder hinaus in ihre gewohnte Umgebung zu krabbeln, finden sich die beiden in das verwunschene Traumland Silence versetzt, wo auf dem Weg zum Palast der „falschen Königin“ allerlei geheimnisvolle Landschaften und ungeahnte Gefahren warten.
    Den genauen Zusammenhang zwischen dem aktuellen Spiel und seinem Vorgänger möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Silence selbst spoilert schon zu Beginn das Ende von The Whispered World, so dass man die beiden Adventures am besten in chronologischer Reihenfolge angehen sollte, falls man sich die Überraschung nicht verderben will (wobei sich aber auch ein paar Veränderungen der Handlung ergeben haben).

    Noah und Renie sind zusammen mit der extrem niedlichen Raupe Spot, bereits bekannt aus The Whispered World (aber im neuen, noch viel putzigeren Gewand), die Hauptfiguren der Geschichte. Oft ist durch die Szene vorgegeben, wer gerade aktiv ist, mancherorts kann aber auch zwischen den Charakteren gewechselt werden, um etwa an zwei Orten aufeinander abgestimmte Aktionen auszuführen.
    Gesteuert wird nicht mehr per Point & Click, sondern man lenkt die Figuren direkt zum gewünschten Ort. Geretypisch können Objekte betrachtet und manipuliert werden, um Rätsel zu lösen. Da gilt es etwa eine Art Brechmittel zu finden, damit eine überdimensionierte fleischfressende Pflanze Renies Verbündete freigibt, oder es müssen komische kleine Viecher ausgetrickst und gefangen werden. Eine besondere Rolle beim Rätseln kommt Spot zu, denn der Rauperich verfügt über mehrere Verwandlungsformen. Auf Knopfdruck bläst er sich zur dicken Kugel auf (wodurch sich beispielsweise Dinge sprengen lassen) oder wird flach wie eine Flunder (und ist dann gut als Brücke geeignet). Manchmal fängt er sogar Feuer…
    Es gibt kein richtiges Inventar, sondern die Helden haben – wenn überhaupt – nur einzelne Gegenstände im Gepäck, die sich auch nur an ganz konkreten Punkten nutzen lassen. Schon dadurch fällt der Schwierigkeitsgrad der (dafür aber schön logischen und an sich auch fantasievollen) Puzzles oft verhältnismäßig niedrig aus. Ganz eingefleischten Adventure-Fans wird es insgesamt wohl etwas an Herausforderungen mangeln.
    Silence zeigt sich eher einsteigerfreundlich und erlaubt auch noch das Einblenden optionaler Hilfen, in Form von kleinen Tipps zum weiteren Vorgehen sowie Markierungen von Objekten, mit denen interagiert werden kann.

    Noah und Renie eilen zum Bunker

    Bild 1 von 6

    Noah und Renie eilen zum Bunker

    Wer so eine Raupe hat, braucht keine Schmetterlinge
    Ergänzt wird das Erkunden und Rätseln durch ein paar kurze Reaktionstests wie das Balancieren auf einer Kugel. Wer das immer fehlerfrei hinkriegt (aber auch, wer sich extrem tollpatschig anstellt), darf sich über eine passende Trophäe freuen. Überhaupt fallen die zu ergatternden Achievements und Co. hier recht abwechslungsreich sowie motivierend aus und werden eben nicht nur für absolvierte Story-Meilensteine vergeben.
    Ebenfalls berücksichtigt sind die zwischendurch zu treffenden Entscheidungen, wirklich wichtig ist aber nur die schwierige Wahl am Ende, von der abhängt, welche der beiden möglichen Abschluss-Sequenzen man zu Gesicht bekommt. Bis es soweit ist, vergehen leider nur vier bis sechs Stunden. Ich wäre gern noch viel länger in Silence geblieben und vor allem der Schluss macht einen etwas überhasteten Eindruck.

    Eins steht fest: Spot ist süß wie zwei Stunden Babykatzen-Videos und ein Teller Plätzchen. Kriechende grüne Kreaturen haben sonst ja eher einen vernachlässigbaren Knuddelfaktor, aber dieses kleine Kerlchen ist da eindeutig eine Ausnahme. Auch der Rest des Spiels präsentiert eine sehr sympathische Grafik. Die Spielwelt ist dreidimensionaler geworden und hat auch sonst ihren Stil trotz einiger Parallelen sichtbar verändert, ihr märchenhafter Look schafft es aber einmal mehr, den Betrachter zu verzaubern. Abgesehen von der Kameraperspektive ist die Spielgrafik praktisch nicht von den ausgesprochen schönen Zwischensequenzen zu unterscheiden. Farbgebung, Beleuchtung und vor allem auch die hübschen Details der Umgebungen laden zum näheren Betrachten ein.
    Verstärkt wird die (Zeichentrick)filmreife Aufmachung durch eine angenehme orchestrale Musikuntermalung und professionelle deutsche Sprecher. Allerdings werden diesmal keine typischen Multiple-Choice-Dialoge geboten, sondern die Gespräche verlaufen geradliniger. Etwas schade finde ich, dass die anfangs als Nebencharaktere auftauchenden Silence-Bewohner später nur noch eine ziemlich geringe Rolle spielen.

    Fazit

    Ginge es rein um Sympathiepunkte, könnte Silence die Höchstwertung abstauben. Der Look des Abenteuers ist wirklich zauberhaft, seine schöne Geschichte wandelt erneut zwischen Humor und Melancholie, und seine Hauptdarsteller, insbesondere Spot (das wohl knuddeligste Insekt aller Zeiten), haben mich zum Mitfiebern gebracht. Aber leider fällt der Umfang arg gering aus und die (ansonsten durchaus gelungenen) Rätsel lassen Herausforderungen für geübte Adventure-Spieler vermissen. Trotzdem sollte man dieses liebevoll gestaltete Traumland besuchen und selbst über die Zukunft der geflüsterten Welt entscheiden.

    Wertung


    Pro

    • wunderschöne Spielwelt und hübsches Charakterdesign
    • sympathische Hauptfiguren, vor allem Spot
    • märchenhafte Atmosphäre mit nachdenklich machender Story
    • kreativer Einsatz der Raupen-Verwandlungen
    • auch sonst einige interessante Rätselaufgaben
    • gelungene Musik und Sprachausgabe

    Contra

    • geringer Umfang
    • für Rätselprofis kaum fordernd
    • Nebencharaktere kommen im späteren Spielverlauf etwas zu kurz

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Abenteuer, Spiele
    von Christina Schmitt 25.Dez.2016 1.122 x gelesen

    Silence
    Publisher EuroVideo
    Hersteller Daedalic Entertainment
    Genre Adventure
    Altersfreigabeab 12 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    Xbox One (nur als Download)15.12.2016
    PS415.12.2016
    PC15.12.2016 Kaufen