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    Das 4X-Genre hatte in den letzten Jahren einen sehr schlechten Stand. Lediglich das solide Galactic Civilizations III, Star Ruler oder Endless Space konnten überzeugen. Dazwischen gab es immer wieder nur Halbgares oder schwere Enttäuschungen, wie Legends of Pegasus oder StarDrive. Vieles fehlt aber auch den besseren Titeln, Inhalte und interessante Neuerungen. Stellaris versucht dies besser zu machen, wir haben uns das 4X aus dem Hause Paradox in der Version 1.2, das auch als Box-Version im Handel erhältlich ist, näher angesehen.

    Qual der Wahl
    Am Anfang jeder Reise steht auch in Stellaris erstmal die Konfiguration der Galaxie und die Wahl des Volkes. Was bereits hier auffällt: Neben den üblichen Möglichkeiten wie Systemanzahl, Galaxieform, Anzahl fremder Reiche und Schwierigkeit, können wir unser eigenes Volk sehr detailliert anpassen. Von friedlichen Forschern auf dem Weg zur Föderation mit anderen Völkern, aggressiven, insektoiden Eroberern bis hin zu Händlern inkl. eigenem Herrschertitel. Also ist auch der Weg frei für die Earth Inc. und ihren neuen CEO oder die militaristische Föderation aus Starship Troopers. Bei so viel Detail hätten wir uns auch gerne ein anderes Schiffsnamen-Präfix gewünscht. Spannend auch, die Raumreise im Spiel kann eingeschränkt werden. So können Raumschiffe mit Warp frei fliegen oder auch nur auf das Wurmloch-Netzwerk zu greifen.
    Stellaris läuft dann in weiten Teilen wie jedes andere 4X ab, motiviert aber mit allerhand Inhalten. So müssen die Forschungsschiffe neben dem Erkunden neuer Systeme auch Spezialeinsätze ausführen, die neue Erkenntnisse über die Geschichte der Galaxie hervorbringen, interessante Forschungsmöglichkeiten bieten oder primitive Zivilisationen aufdecken. Letztere können bei ihrem Aufstieg zur Raumfahrtspezies beobachtet oder sogar unterstützt werden. Braucht man raumfahrende Verbündete, lässt man dem Volk seine Entwicklung oder ist der Planet als eigene Kolonie mehr wert?
    Es gibt außerdem neben dieser sehr schönen Idee, auch frei herumfliegende Weltraumbewohner, wie Kristallwesen, Weltrumamöben oder uralte, automatische Bergbauschiffe. Deren Erforschung liefert oft seltene Technologien, die sich als nützlich erweisen können. Die Interaktionen reichen sogar bis zur Genmodifizierung anderer Spezies, um sie als Untertanen zu gewinnen. Es gibt ganze Questreihen für den Forschungsbereich des Spiels, selten war ein eXplore in einem 4X so stark ausgebaut.
    Im späteren Verlauf wird die narrative Untermalung stetig weniger. Ein Wehrmutstropfen ist dies aber nicht. Die Unterstützung des Steam-Workshops und fleißige Spieler sorgen bereits dafür, das sogenannte Late-Game Erlebnis mit Mods zu verbessern.

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    Die Systemdarstellung kann sich sehen lassen.

    4X meets Grand-Strategy
    Kurz nach dem Start des Spiels sind die Unterschiede zu klassischen 4X Spielen und die Handschrift von Paradox offensichtlich. Wie in den Grand-Strategy-Spielen des Herstellers, läuft das Spiel in Echtzeit und kann langsamer oder schneller gespielt oder pausiert werden.
    Die Forschung ist in drei Bereiche unterteilt, für Physik, Biologie und Soziologie sowie Ingenieurwesen. Wirklich interessant ist allerdings, dass es keinen Techtree gibt, den man linear „abforscht“, sondern es gibt immer wieder neue Forschungsmöglichkeiten, die sich auch an Entdeckungen durch die Forscher orientieren. So kann man bspw. Kristallwerfer entwickeln, wenn man die Wesen näher erforscht/zerstört hat und man natürlich etwas Glück hat.
    Auch bei der Diplomatie lassen Titel wie „Europa Universalis“ oder „Hearts of Iron“ grüßen. Es gibt weitreichende Möglichkeiten, wie den Zugriff auf Wurmlöcher, Migrationsabkommen, Föderationsbildung, Vasallierung, Tributnationen, Handelsabkommen und vieles mehr.
    Der wichtigste Teil, der Aufbau der Flotte und der Raumkampf, ist wiederum sehr solide. Im Schiffsdesigner können in typischer Manier Komponenten verbaut werden. Das Design beschränkt sich auf vorgegebene Module, die unterschiedliche Slots bieten und damit Schiffe für unterschiedliche Einsatzzwecke ermöglichen. Er ist nicht so variabel wie andere Schiffsdesigner, erfüllt aber seinen Zweck.
    Was das Management der Kolonien angeht, müssen nach der Kolonisierung Slots mit Bewohnern bevölkert werden. Dort müssen dann Gebäude errichtet werden, um Ressourcen für den Planeten bzw. das Reich als Ganzes zu produzieren. Bestimmte Felder können erst später im Verlauf des Spiels mit der passenden Technologie von wilden Tieren, Dschungel, Lava und anderen Dingen befreit werden, um sie bewohnbar zu machen. Neben Planeten können aber auch Bergbaustationen über unbewohnbaren Planeten die wichtigen Ressourcen wie Energie-Credits und Mineralien liefern. Wem das im immer größer werdenden Reich zu viel wird, kann Sektoren einrichten und deren Führern Aufgaben geben. Dies vereinfacht das Mikromanagement schlagartig, aber nur wenn man dies auch wünscht.
    Eine letzte Sache, die sich an Paradox-Spiele anlehnt, sind die Anführer. Für alle organisatorischen Strukturen können sie eingesetzt werden. Als Admiräle, Generäle, Wissenschaftler und Gouverneure für Planeten und Sektoren. Sie sammeln Erfahrung und liefern wertvoll Boni auf unterschiedlichste Werte. Stellaris stellt sich inhaltlich als Mischung aus Grand-Strategy und 4X dar, was es sehr frisch wirken lässt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Christian Häusler 16.Jul.2016 4.292 x gelesen

    Stellaris
    Publisher Paradox
    Hersteller Paradox
    Genre 4X Echtzeitstrategie Grand-Strategy
    AltersfreigabeAb 6 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC08.07.2016 Kaufen