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    Die Entwickler von Superhot versprechen einen First-Person-Shooter mit einem revolutionären Ansatz: dem gleichzeitigen Verhältnis zwischen den Bewegungen des Spielers und dem Fortlaufen der Zeit im Spiel. So sollen epische Slow Motion Gefechte entstehen und dem Shooter taktische Elemente a la Hotline Miami verpassen. Ob Superhot uns umhaut oder eher unterkühlt zurücklässt, erfahrt ihr im nachfolgenden Test.

    superhot

    (c) Superhot Team
    ab 25.02.16 digital erhältlich
    ab 24.03.16 auf Disc im Handel
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    Spiel im Spiel
    Superhot sieht nach dem Start erst einmal wie ein eigenes Betriebssystem auf Textbasis aus. Als obersten Punkt können wir die „superhot.exe“ starten, alternativ dazu gibt es noch die Einstellungen als „settings.exe“ und diverse andere Menüpunkte, welche sich ebenfalls als Systemeinträge „tarnen“. Das gesamte Spiel ist aktuell leider nur in englischer Sprache verfügbar, was den Spielspaß aber nur geringfügig trübt, da sich Superhot auch mit durchschnittlichen Englischkenntnissen gut spielen lässt.

    Im ersten Level werden uns die Grundmechaniken des Spiels und die Verhältnisse zwischen Raum und Zeit erklärt. Nach einigen Versuchen dürfen wir dann auch mit diversen Waffen rumexperimentieren und in Slow Motion gegen rot leuchtende Männchen kämpfen, die uns an den Kragen wollen. In den knapp 40 Levels der Einzelspielerkampagne kämpfen wir mit Pistolen, Schrotflinten oder auch Katanas und diversen herumliegenden Gegenständen gegen immer schlauer werdende Horden von Widersachern. Die Matrix-ähnlichen Kämpfe in Superhot erschaffen ein glaubwürdiges Gefühl von Zeitlupe und Echtzeit und lassen uns taktisch in die Gefechte eintauchen und ein Teil von ihnen werden. Hierbei wird die Waage zwischen First-Person-Shooter und Puzzler gekonnt eingehalten, um uns spielerisch auf mehreren Ebenen zu fordern.
    Jedes Level verlangt eine neue Herangehensweise und lässt uns oftmals im Trial-and-Error Verfahren unser Verhalten abändern, um zu bestehen. Einige Level lassen sich hierbei nach einiger Eingewöhnungszeit wesentlich schneller abarbeiten, als andere. Dies führt dazu, dass wir in einigen Leveln nur einen einzigen Versuch benötigen und es in 2-3 Minuten beenden können.

    Dadurch beläuft sich die Spielzeit des Titels je nach Spielart auf 4-5 Stunden. Nach der eigentlichen Story, welche allein ca. 2-3 Stunden Spielspaß bietet, schalten wir noch einen Endlos- und einen Herausforderungsmodus frei, in welchem sich noch wesentlich mehr Zeit verbringen lässt, wenn man dies denn möchte. Das hört sich nach wenig an, aber Superhot lebt davon, dass man die Level auf verschiedene Arten absolviert und sich immer und immer wieder an diese heranwagt, um noch ein wenig schneller oder professioneller zu werden. Die Entwickler haben zudem versprochen in Zukunft noch zusätzliche kostenlose Inhalte nachzureichen.

    Die Story des Spiels, die uns eher im Hinterkopf begleitet, ist bemerkenswert und lässt uns ständig hinterfragen, was nun Realität oder Fiktion ist. Superhot simuliert in den kurzen Storyfetzen zwischen den einzelnen Leveln einen Chatverlauf mit unserem Freund (der uns das Spiel empfohlen hat), jedoch verändert sich der eingegebene Text zwischenzeitig zu etwas völlig anderem und schafft so Unmut und Verwirrung bei uns selbst und unserem Gegenüber.
    Im Verlauf der Story treten die vermeintlichen Entwickler der „superhot.exe“ auch per Chat mit uns in Kontakt und stellen uns vor Entscheidungen, deren Reichweite wir nicht ansatzweise erahnen können. Diese anfangs verwirrenden Einzelteile ergeben am Ende des Spiels ein Gesamtbild, dass zum Nachdenken über das eigene Konsum- und Datenschutzverhalten anregt.

    Fazit

    Superhot wäre für alle Shooter-Fans mit Faible für Puzzles ein Pflichtkauf, wenn der Umfang etwas größer wäre. Aber auch so bietet das Spiel ein innovatives Erlebnis und erzählt uns trotz der sehr simpel wirkenden Optik eine wirklich tief greifende Geschichte.

    Wertung


    Pro

    • Fairer, steigender Schwierigkeitsgrad
    • Spannende Slow-Motion-Kämpfe
    • Story, die zum Nachdenken anregt
    • Viele Möglichkeiten die Level zu absolvieren

    Contra

    • Bisher nur in englischer Sprache verfügbar
    • Spielzeit der Story recht kurz

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Pascal Requardt 5.Mrz.2016 1.279 x gelesen