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    In Syndrome schickt uns der Indieentwickler Camel 101 auf dem PC als Überlebenden in ein galaktisches Survival-Horror Setting. Ob der Titel uns schocken konnte, oder uns eher gelangweilt zurückließ, erfahrt ihr bei uns im Test.

    syndrome_cover

    (c) Camel 101
    seit 06.10.2016 bei Steam

    Déjà-vu
    Zu Beginn unseres Horrortrips erwachen wir als der technische Offizier Dalyan auf dem Raumschiff Valkenburg aus unserem Kryoschlaf und bemerken schnell, dass der Großteil unserer Crew entweder verschwunden oder tot ist und sich in Alienmutanten verwandelt hat. Lediglich einige unserer Kollegen haben es geschafft sich zu verschanzen und treten mit uns per Funk in Kontakt, um uns für ihre Zwecke zu gewinnen. Hat irgendwer gerade „Dead Space“ gesagt?

    Unsere Hauptaufgabe besteht darin, das Schiff wieder zum Fliegen zu bekommen und uns in Ego-Sicht, anfangs nur mit einem Schraubenschlüssel bewaffnet, durch die leider sehr generischen Gänge des Raumschiffes zu bewegen. Aufträge wie „Gehe in den Maschinenraum A und betätige den Knopf“ werden oft von irgendwelchen Komplikationen unterbrochen, welche neue, meist unnötige Laufwege erfordern und uns wie einen Dienstboten durch die Gegend schicken. Dadurch wird das vermeintliche Horrorsetting relativiert und wir als Spieler schnell gelangweilt.

    Horror-Frust
    Die Mutanten, die sich uns in den Weg stellen, sehen leider nur aus wie Pappaufsteller die hin und herwackeln und mit den immer gleichen Bewegungsabläufen auf uns einschlagen. Optisch passen diese leider so gar nicht in das Gesamtbild hinein. Mit unserem Schraubenschlüssel und einer Menge Glück, dass die Steuerung mitspielt, können wir einzelne Gegner besiegen, größere Gruppen sollten wir später eher mit den seltenen Schusswaffen bezwingen, alternativ ist Wegrennen und Verstecken genretypisch auch eine Möglichkeit.

    Die sehr ungenaue und hakelige Steuerung tut meist jedoch ihr Übriges und sorgte bei mir in den Kämpfen für Frustmomente und Rage-Quits, denn Checkpoints gibt es in Syndrome nicht, wir haben lediglich die Möglichkeit unseren letzten Spielstand zu laden. Diesen können wir an einigen Terminals im Spiel manuell speichern, welche aber meistens nicht in ausreichender Stückzahl vorhanden sind und uns somit bei Ableben, in der Handlung zurückwerfen.
    In den Leveln finden wir Textlogs, die einen Teil der sehr platten Geschichte erzählen sollen, hierbei gibt es jedoch keinerlei erzählerischen Tiefgang oder gut formulierte Storys, alles wirkt so, als wäre es auf die Schnelle zusammengeschrieben worden. Schade.

    Kein Hingucker?
    Grafisch ist Syndrome wie bereits beschrieben eher unterdurchschnittlich, lediglich die Lichteffekte wirken durch die genutzte Unity-Engine sehr real, machen aber die sonstigen Mängel nicht vergessen. Trotz einer Framerate von bis zu 60 FPS wirkt das Spiel durch sein Design und die Steuerung oftmals nur wie eine Ruckelpartie.

    Der Ton, welcher bei einem Survival-Horror Titel durchaus eine tragende Rolle spielt, lässt nur bedingt Atmosphäre aufkommen, es wird wenig mit Effekten oder Soundtracks gespielt, sodass ich beim Spielen die Geräusche nach einer gewissen Zeit einfach ignoriert habe und mich eher auf die Navigation durch die verschachtelten Level konzentrierte. Diese Navigation funktioniert ausschließlich mit der vorhandenen Karte aller Raumschiffebenen, in welcher wir als Pfeil eingezeichnet sind. Die Räume sind mit Nummern auf der Karte markiert, was spätestens bei der 3. Ebene zu Verwirrung und Desorientierung führt, zusätzlich ist es nicht gerade sehr unterhaltsam mit einem Gegner im Nacken auf der Karte nachzuschauen, in welche Richtung man gerade muss. Hier hätte ich mir ein durchdachteres System gewünscht. Apropos System: unser Inventar besteht leider auch nur aus einem sehr zweckmäßigem Design aus Quadraten, welches mit Maus und Tastatur einigermaßen gut zu bedienen ist, mit einem Xbox 360 Gamepad jedoch nicht zu händeln war.

    Syndrome wird uns lediglich mit englischer Sprachausgabe und deutschen Untertiteln angeboten, was jedoch für einen Indieentwickler völlig normal ist. Die Sprecher der Dialoge wirken okay, bringen aber Gefühle eher trocken rüber. Die Spielzeit beläuft sich insgesamt auf ca. 10 Stunden und ist damit für den Preis von knapp 20 € recht gut.

    Fazit

    Der Frust durch die hakelige Steuerung und die generischen Aufträge die wir absolvieren müssen, sowie die abgesehen von den Lichteffekten wenig überzeugende Grafik lassen mich leider mit einem sehr negativen Gefühl zurück. Syndrome versucht in Ansätzen an große Vorbilder anzuknüpfen, leider nur in sehr sehr kleinen Ansätzen.

    Wertung


    Pro

    • schicke Lichteffekte
    • ordentliche Spieldauer

    Contra

    • ungenaue Steuerung
    • wenig bis kein Trefferfeedback
    • Gegnertexturen wie aus Pappe
    • Umgebung nach kurzer Zeit sehr generisch
    • altbekanntes Setting

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Horror, Science-Fiction, Spiele
    von Pascal Requardt 9.Okt.2016 1.923 x gelesen