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    Im aktuellsten Ableger der bekannten Tales Reihe begeben wir uns in eine von Dämonen verseuchte JRPG-Welt und ziehen in unseren ganz persönlichen Rachefeldzug. Reiht sich Tales of Berseria in die bisher solide Serie ein oder geht der Reihe so langsam die Luft aus?

    tales-of-berseria-cover

    (c) Bandai Namco
    seit 27.01.2017 im Handel
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    „Revenge is a dish best served cold.“
    Die Protagonistin, Velvet Crowe, lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Laphicet und ihrem Schwager Artorius in einem kleinen Dörfchen. Jahre zuvor wurde ihre übrige Familie während der sogenannten Scarlet Night, einer Nacht, in der der Mond blutrot erscheint und die Dämonen an Macht gewinnen, durch eine dämonische Krankheit getötet. Jahre später kommt es erneut zu einer solchen Nacht, wieder überfallen Dämonen Velvets Dorf und töten fast alle Bewohner, die sich daraufhin auch verwandeln.
    Als Velvet sich auf die Suche nach ihrem Bruder macht, findet sie Artorius an einer Opferstelle, wo er Laphicet töten will, um die Dämonen zu beschwichtigen. Beim Versuch das zu verhindern, fällt Velvet in die Opferstelle hinein und wird dadurch zur Halbdämonin.
    Artorius reißt durch das Ritual die Macht über die Dämonen und damit die Herrschaft über das Land an sich und steckt Velvet kurzerhand in einen Kerker, wo sie auf Rache sinnt, bis sie einies Tages befreit wird.

    Inhaltlich dreht sich die Geschichte des Spiels also hauptsächlich um die Rache an unserem Schwager und die inneren Konflikte, welche Velvet als Halbdämonin mit sich auszutragen hat. Insgesamt lässt sich sagen, dass uns in Tales of Berseria eine sehr erwachsene und düstere Story geboten wird, wie ich sie bei JRPGS schon seit Langem nicht mehr erlebt habe. Oft fühlte ich mich an Klassiker wie Grandia 2 erinnert, gerade was die Mondthematik und die inneren Konflikte anging.

    Das Rad neu erfunden?
    Gameplaytechnisch hat sich im Gegensatz zum Vorgänger Tales of Zestiria nicht allzu viel verändert. Wir wegen uns in einer halboffenen Welt und kämpfen uns nach wie vor in Echtzeitgefechten durch Gegner, die uns in den Levelabschnitten begegnen. Seit unserer Verwandlung verfügen wir über eine blutrote Hand, die uns im Kampf als Waffe dient und mit der wir Gegner verschlingen können. Das geht durch die sehr einfache Steuerung und die konstant flüssigen 60 FPS sehr gut von der Hand. Zusätzlich zu den normalen Angriffen gibt es auch wieder Spezialangriffe, die wir durch normale Kombos aufladen können. Limitiert ist die Länge unserer Kombos jedoch durch eine Art Punkteanzeige, die sich beim Angreifen stetig leert. Ist diese komplett entladen, müssen wir uns erst wieder erholen, bevor wir weiter attackieren können. Dies können wir jedoch verhindern, indem wir passend blocken und die Gegenangriffe der Feinde unterbrechen.

    Genretypisch erhalten wir für erledigte Gegner Erfahrungspunkte und steigern unsere Helden so im Gesamtlevel. Neue Ausrüstung und Waffen werden von den Gegnern fallen gelassen oder lassen sich in Shops kaufen. Zwischen den zahlreichen Kämpfen reisen wir durch die Welt des Spiels und finden neue Protagonisten, die sich uns anschließen und ihre ganz eigenen Ziele verfolgen. Unsere Mitstreiter erfüllen zwar gewisse Genreklischees, jedoch so angemessen, dass sie uns auch nach einigen der insgesamt ca. 40 Stunden Spielzeit nicht auf den Zeiger gehen. Gerade zu Beginn des Spiels jedoch erwarten uns eine MENGE Kämpfe, die zwischenzeitig dann auch mal etwas lästig wirken können, es empfiehlt sich jedoch trotzdem alle zu absolvieren, denn die erhaltenen Erfahrungspunkte sind für den weiteren Spielverlauf nicht unerheblich.
    In den sehr guten Dialogen finden wir uns als Spieler oft zwischen Moral und Rache hin- und hergerissen. In den Gebieten selbst lässt sich gameplaytechnisch nicht allzu viel machen. Langeweile kommt jedoch trotzdem nicht auf, da das Erzähltempo von Tales of Berseria stetig flott und spannend vorangeht. So schlagen wir uns gemeinsam durch Festungen, Dörfer, Landschaften, Dungeons usw. In den Städten haben wir zudem die Möglichkeit aus gefundenen Rohstoffen neue Waffen zu schmieden und vorhandene Waffen zu verbessern. Auch der Austausch mit den Bewohnern und das übernachten in den Tavernen gehört hier selbstverständlich dazu. An dieser Stelle fühlte ich mich erneut sehr an ein Grandia 2 erinnert.

    Das Backtracking in einigen Gebieten ist jedoch zwischenzeitig etwas lästig, wenn wir uns den immerselben Gegnern stellen müssen und die Gebiete zuvor schon ausgiebig erkundet haben. Auf der Weltkarte bewegen wir uns mit unserem Schiff, welches wir im Verlauf der Geschichte erhalten. Dies erinnerte mich teilweise etwas an One Piece oder Assassins Creed IV. Zudem haben wir die Möglichkeit ein Schiff mit Truppen durch die Lande zu schicken und so zusätzliche Items und Gelder einzunehmen. Dies läuft jedoch nur passiv im Hintergrund ab und lässt sich nicht aktiv von uns beeinflussen.

    Tales of Berseria bleibt den Wurzeln der Tales Reihe treu. So kommt es, dass sich Spieler die die Vorgänger gespielt haben direkt zuhause fühlen werden, die Story des Spiels bietet hierbei die größte Abwechslung und bringt die bekannten Elemente in einen neuen Kontext. Deutlich wird dies explizit darin, dass Velvets Abenteuer in derselben Welt wie der Vorgänger Tales of Zestiria spielt, lediglich 1.000 Jahre später. Einige Anspielungen verraten dies in der Story auch durchaus, werden dementsprechend aber nur von Veteranen verstanden.

    Die Grafik von Tales of Berseria weiß zu überzeugen, lediglich einige offene Gebiete sind nur mit wenig Inhalt gefüllt, sodass sie etwas plastisch wirken. Die Texturen sind jedoch in Anbetracht der genannten Framerate sehr hübsch anzusehen und fügen sich sehr passend ins Gesamtbild ein. Der recht dramatische Soundtrack untermalt die Atmosphäre ansprechend, wird jedoch zu keinem Zeitpunkt nervig. Bei der Sprachausgabe haben wir die Wahl zwischen der originalen japanischen und der englischen Synchronisation, in beiden Fällen sind jedoch deutsche Untertitel mit dabei.

    Fazit

    Tales of Berseria ist nicht nur für Fans der Reihe, sondern auch für alle die an einer düsteren, emotionalen Geschichte und interessanten Charakteren interessiert sind, eine Empfehlung wert. Die schöne Grafik und der passende Soundtrack tun ihr Übriges, um über ca. 40 Stunden zu unterhalten. Lediglich die teils etwas inhaltsarmen Umgebungen schmälern das Spielerlebnis etwas. Insgesamt weiß der Vollpreistitel jedoch zu überzeugen.

    Wertung


    Pro

    • atmosphärische Grafik und konstante Framerate
    • flottes Kampfsystem
    • düstere, emotionale Story
    • interessante Charaktere

    Contra

    • einige Umgebungen etwas inhaltsarm
    • Backtracking teilweise langweilig
    • zu Beginn sehr viele Kämpfe

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Pascal Requardt 29.Jan.2017 778 x gelesen