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    Passend am Freitag den 13. ist mit The Evil Within 2 der Nachfolger des Third-Person Survival-Horror Titels aus dem Jahre 2014 erschienen. Wir haben uns genauer angesehen, ob sich der Horrortrip lohnt und uns zum Zittern bringt oder ob Langeweile die einzige Angstkomponente darstellt.

    (c) Bethesda Softworks
    seit 13.10.2017 im Handel
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    „Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realität.“
    Die Handlung von The Evil Within 2 (TEW2) setzte einige Jahre nach den Geschehnissen des 1. Teils an. Sebastian Castellano, der Protagonist, in dessen Rolle wir erneut schlüpfen, ist mittlerweile nicht mehr im Polizei-Dienst, sondern verbringt seine Tage mit Alkohol und Schreckensvisionen aufgrund der schrecklichen Erfahrungen in der STEM-Welt aus dem 1. Teil.
    Von einer ehemaligen Kollegin erhält Sebastian die Nachricht, dass seine tot geglaubte Tochter Lily am Leben ist. So kommt es, dass Sebastian sich in die Hände der Firma namens Mobius begibt, um dort mittels einer ominösen Maschine erneut in die STEM-Welt (durch das Hirn einer Person erschaffene Welt) einzutauchen. Dies geschieht von der Art und Weise her ähnlich wie in Inception, wo mehrere Personen mit dem Gehirn eines Hosts verbunden sind. Mittels einer Art Badewanne wird die Verbindung hergestellt. Dieser Host ist, wie der Zufall es will, Sebastians Tochter Lily. Sebastians Aufgabe ist es, seine Tochter zurückzubringen und die gefangenen Agenten aus dem STEM zu retten. Angekommen in der STEM-Welt, findet sich Sebastian in der Nachbildung einer typischen amerikanischen Kleinstadt namens UNION wieder.

    Die Spielwelt von TEW2 ist dieses Mal wesentlich offener gestaltet, mit mehreren Zielen und Aufgaben, die wir erledigen können und anderen Herangehensweisen als im Vorgänger (Schleichen, Frontalangriff, Wegrennen). Durch Lilys Zustand zerfällt die Welt von UNION nach und nach und ist sehr instabil. Dadurch verändert sich die Optik der Spielwelt mit Fortschreiten der Geschichte immer weiter ins Bizarre. Dies macht den Horrorcharme von TEW2 aus, welcher uns in z.T. fast perversen Darstellungen a la Silent Hill zeigt, wozu unsere charismatischen Antagonisten fähig sind. Fehlbildungen, abstrakte Kreaturen, Blutregen usw. sind an der Tagesordnung und untermalen durch surreale Darstellungen und optische Täuschungen den Wahnsinn des Spiels. Gerade zu Beginn schafften es die surrealen Fotografien von ermordeten Agenten in Zeitlupe mir einen Schauer über den Rücken zu jagen und angesichts der ungewissen weiteren Ereignisse schwitzige Hände zu verpassen. Für zartbesaitete Spieler ist TEW2 wohl eher Angsttherapie als Spielspaß. Jumpscares sorgten dazu für den entsprechenden Blutdruck.

    Jede Kugel zählt
    Das Ressourcenmanagement spielt nach wie vor eine entscheidende Rolle, je nach Schwierigkeitsgrad müssen wir mehr oder weniger auf unsere Munition und unsere verfügbaren Upgradepunkte sowie Heilmittel achten und diese sinnvoll einsetzen. Alle Upgrades (Kampf, Schleichen, Agilität) lassen sich in einem Spieldurchlauf nicht freischalten, wodurch wir uns gut überlegen müssen, wofür wir das gesammelte Geld ausgeben wollen.

    TEW2 bietet uns ein Craftingsystem, auf das wir in Schutzräumen an Werkbänken zugreifen können. Dort lassen sich dann mit den von uns in der Spielwelt gesammelten Ressourcen Dinge wie Munition und Explosionsgeschosse usw. herstellen. Außerhalb der Schutzräume können wir zwar auch Gegenstände craften, dies nennt sich dann „improvisieren“, hierbei benötigen wir jedoch immer die doppelte Anzahl an Ressourcen. TEW2 lässt sich ausschließlich an den sogenannten „Aufladestationen“ für unseren Kommunikator speichern, wir müssen dazu also genreüblich immer in einen Schutzraum o.ä. zurückkehren. Der genannte Kommunikator ist gleichzeitig unser Hauptgegenstand bei unseren Erkundungen. Sebastian trägt diesen stets bei sich und kann mit ihm verschiedene Ziele und Dinge in der Umgebung lokalisieren (Waffen, Quests usw.)

    Was den Kampf anbelangt, ist es durch die offene Gestaltung der Spielwelt durchaus von Vorteil sich nicht jeder Gegnerhorde frontal zu nähern und diese über den Haufen schießen zu wollen. Es ist oftmals sinnvoller, die Gegner zu umgehen und nur zu töten, wenn wir klar im Vorteil sind und genügend Munition und andere Hilfsmittel mit uns führen. Die Waffenvielfalt ist absolut ausreichend, von der Standardpistole bis hin zur Elektroarmbrust finden wir allerlei nützliche Dinge. Die Bossgegner und Gegner aus Sequenzen in einzelnen „Horrorabschnitten“ sind absolut abstrakt und stellenweise pervers designt und lassen den Horror des Titels sich vollkommen entfalten. Die „normalen“ Standardgegner, denen wir bei unseren Erkundungen auch begegnen, wirken im Vergleich dazu leider sehr austauschbar und sind ganz normale Zombies. Zu Bemängeln ist außerdem, dass das Trefferfeedback der Waffen nicht immer genau ist, sodass wir bei einigen Kämpfen und Gegnern auch nach dem dritten Schuss noch das Gefühl haben keinen Schaden verursacht zu haben, obwohl dies der Fall ist.

    Nach ca. 15 – 20 Stunden Horrortrip endet TEW2 mit einem sehr befriedigenden Ende und einigen Anspielungen auf den 1. Teil der Reihe. Dies ist für Kenner des Vorgängers nett, alle anderen verpassen jedoch nichts, da die Geschichte in sich schlüssig ist und auf Geschehnisse in Form von Cutscenes und Erzählungen eingegangen wird. Somit bleiben nach dem Abspann so gut wie keine Fragen mehr offen.

    Grafisch erleben wir im Vergleich zum Vorgänger auf der Xbox One keine Quantensprünge, die Texturen sind nach wie vor nicht perfekt, reichen durch die meist spärliche Beleuchtung aber absolut aus, um das Horrorsetting darzustellen. Das Spiel läuft konstant mit 30 FPS und ruckelte bei meinem Spieldurchlauf zu keinem Zeitpunkt.
    Die Soundeffekte und der düstere Soundtrack des Spiels unterstreichen die Horroratmosphäre zusätzlich, gerade wenn das Spiel mit einem Headset gespielt wird sind Bluthochdruckmomente und Schweißperlen garantiert.

    Fazit

    Mit TEW2 ist ein umfangreiches, spannendes Horrorspiel erschienen, das mit seiner halb offenen Welt und seiner teilweise extremen Darstellung von Blut und Missbildungen, sowie einer interessanten Geschichte und authentischen Charakteren punkten kann. Lediglich die teils matschigen Texturen und das schwache Trefferfeedback schmälern den Spielspaß etwas, sind jedoch im Großen und Ganzen akzeptabel. Fans von extremem Horror und Liebhaber des Vorgängers können beherzt zugreifen. Wer jedoch schon bei dem Gedanken an das Setting erschrickt, sollte lieber nach sanfteren Alternativen Ausschau halten.

    Wertung


    Pro

    • dichte Atmosphäre
    • authentische Charaktere
    • umfangreich (15 – 20 Stunden)
    • passende Gewaltdarstellung …

    Contra

    • … die einigen Spielern jedoch zu viel sein könnte
    • schwaches Trefferfeedback
    • Texturen teilweise matschig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Horror, Spiele
    von Pascal Requardt 24.Okt.2017 977 x gelesen