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    Tief unter der Erde, in einem riesigen Hohlraum, liegt die Welt Asposien – Heimat eines reichlich schrägen Völkchens und zahlreicher seltsamer Kreaturen. Drei magische Windbrunnen lieferten einst die Luft des fremden Reiches. Doch zwei davon sind versiegt, was Abt Conroy, dem Bewahrer des letzten Brunnens, zur Alleinherrschaft über Asposien verhalf. Als ob die Sorge um ausreichend Frischluft nicht schon schlimm genug wäre, wird das Land auch noch von den monströsen „Basylen“ heimgesucht, die ihre Opfer zu Stein erstarren lassen. In dieser angespannten Situation macht sich Conroys naiver Zögling Robert auf die Suche nach dem gestohlenen Amulett seines strengen Meisters und kommt der Wahrheit hinter den unliebsamen Entwicklungen auf die Spur. Die Story-Wendungen sind teils ein wenig vorhersehbar, trotzdem kommt dank netter Erzählweise keine Langweile auf.

    In den Straßen von Asposien trifft man auf verrückte Kinder und Versteinerte

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    In den Straßen von Asposien trifft man auf verrückte Kinder und Versteinerte


    Von strickenden Muskelprotzen und sprechenden Giftfröschen

    Robert mit der ungewöhnlichen „Flötennase“ ist ein gutgläubiger, unerfahrener Hauptdarsteller. Das Leben außerhalb seines früheren Zuhauses verwirrt ihn noch des öfteren, was zu lustigen Situationen führt. Auch sonst zeigt sich die Geschichte, allen Versteinerungen und düsteren Momenten zum Trotz, von der humorvollen Seite – man trifft auf allerlei skurrile Figuren, vom psychopathischen kleinen Jungen, über extrem dämliche Wachleute bis zu einem Empfangs-Chef mit gespaltener Persönlichkeit. Die Wortgefechte mit Roberts Gegenspielerin und späterer Begleiterin Laura sind ebenfalls immer wieder für ein Schmunzeln gut. In den Multiple-Choice-Dialogen haben die Macher viel Ideenreichtum bewiesen, noch dazu kann sich die dazugehörige Sprachausgabe sehr gut hören lassen. Schade allerdings, dass nur recht wenige Personen in den Arealen anzutreffen sind.
    Der ganz eigene, handgezeichnete Look passt hervorragend zu all den eigenartigen Begebenheiten. Putzig animiert marschiert Robert per Mausklick durch die liebevoll entworfenen Kulissen, nicht zuletzt die kurzen Zwischensequenzen versprühen trotz der ja eigentlich eher simplen Gesichter oder Körper reichlich Zeichentrick-Charme. Auf Wunsch sind Sprechblasen einblendbar, das sorgt in den Gesprächen für noch mehr Comic-Flair.

    Hier werden Sie geholfen

    Die Interaktion mit Objekten verläuft Genre-typisch. Nach dem Anklicken eines Gegenstands kann Robert diesen betrachten oder versuchen, ihn zu benutzen. Transportable Items landen im einfach gehaltenen Inventar, wo sie sich kombinieren lassen bzw. auf den Einsatz an anderer Stelle warten. Benutzbares Zeug ist in den Umgebungen optisch nicht hervorgehoben. Um nichts zu vergessen, sollte man deshalb zwischendurch die Leertaste betätigen oder den Mausbutton gedrückt halten, was alle relevanten Objekte durch Punkte markiert.
    Das Puzzle-Design bleibt fast immer logisch (wenn man sich ein wenig auf die Besonderheiten Asposiens einlässt…), wer gut zuhört, herumprobiert und etwa auch die Beschreibungen von Objekten studiert, sollte bei der Rätselei kaum Probleme bekommen.
    Falls es doch mal hakt, wartet das vorbildliche Hilfesystem: Es liefert abgestufte Tipps, vom zaghaften Hinweis notfalls Schritt für Schritt immer deutlicher, bis zur kompletten Lösung des jeweiligen Problems. So besteht selbst für Ungeduldige oder Einsteiger keinerlei Frustgefahr.
    Etwas störend ist in meinen Augen nur manchmal der Aufbau der Rätselsituationen. Teils muss man für Vorbereitungen mehrfach hintereinander zwischen benachbarten Szenen hin und her laufen, jedes Mal mit kleinen Ladepausen verbunden. Nicht dramatisch, aber etwas lästig.
    Ein wenig meckern kann man außerdem über den Umfang des Spiels, schon allein durch die eher geringe Anzahl von Schauplätzen. Nach ca. 7 Stunden dürften die meisten Besucher ihre Asposien-Reise abgeschlossen haben, bei einem so linearen Adventure ist natürlich auch der Wiederspielwert gering.
    Die kurze Spieldauer wird zum Glück durch Charme ausgeglichen, darüber hinaus ist der Verkaufspreis fair – erst recht, weil sich in der hübschen Verpackung auch noch ein paar sympathische Extras wie eine kleine Enzyklopädie in Heftform verbergen.

    Fazit

    The Inner World ist ein sehr liebenswertes kleines Abenteuer, das in manchen Bereichen sogar den populären Daedalic-Games Konkurrenz machen kann. Schon wegen des witzigen Grafikstils und der schrägen Nebencharaktere lohnt sich ein Besuch in Asposien definitiv, auch die Rätsel wissen gut zu unterhalten. Ein großes Lob gibt es für das prima abgestufte und perfekt erklärende Hinweissystem. Beim Umfang wäre aber etwas mehr drin gewesen, außerdem sind die Lösungen für manche Puzzles ein wenig umständlich. Trotzdem können Adventure-Fans unbesorgt zuschlagen. Man darf gespannt sein, was das Newcomer-Team Fizbin in Zukunft noch so alles auf die Beine stellt.

    Wertung


    Pro

    • hübscher handgezeichneter Grafikstil
    • schräge Ideen und interessante Spielwelt
    • lustige Dialoge mit gelungener Sprachausgabe
    • perfektes Hilfesystem

    Contra

    • etwas zu geringer Umfang
    • manchmal ein wenig umständlich

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 24.Jul.2013 2.456 x gelesen

    The Inner World
    Publisher Headup Games
    Hersteller Studio Fizbin
    Genre Point & Click Adventure
    Altersfreigabeab 6 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC18.07.2013 Kaufen
     

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