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    Nach fast 10 Jahren Entwicklungszeit ist am 07. Dezember das Action-Adventure The Last Guardian, aus der Feder von Fumito Ueda (ICO, Shadow of the Colossus) erschienen. Ob das Spiel an den Erfolg der beiden Klassiker anknüpfen kann erfahrt ihr bei uns im Test.

    the-last-guardian-cover

    (c) Sony
    seit 07.12.2016 im Handel
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    Shadow of the Guardian?
    Als kleiner Junge erwachen wir in einer Höhle und finden mysteriöse schwarze Tätowierungen auf unserem Körper wieder die vorher noch nicht da waren. Neben uns angekettet und verletzt befindet sich das riesige Tier Namens Trico. Trico ist eine Art fantastische Mischung aus einem Vogel und einer Katze, so wirklich klar definiert wird seine Abstammung nicht. Überliefert wurde uns lediglich, dass Trico eine Gefahr für die Menschen darstellt, da er jene wohl gerne verspeist. Trotzdem entscheiden wir uns dafür, dass Tier von den Speeren die in ihm stecken, zu befreien und ihm etwas zu fressen in Form von leuchtenden Fässern zu geben. So fangen wir langsam an, eine Freundschaft zwischen Trico und dem Protagonisten aufzubauen.

    Hier setzt das Kerngameplay von The Last Guardian auch direkt an: Durch Zurufe in einer Fantasiesprache (Dialoge vom Erzähler sind jedoch deutsch untertitelt) und durch Gestik kommunizieren wir mit Trico und geben ihm Anweisungen uns zu folgen oder Objekte zu erklimmen, bzw. Positionen zu halten. Zudem können wir auf seinen Rücken steigen, was sowohl optisch als auch mechanisch stark an das Erklimmen der Kolosse aus Shadow of the Colossus erinnert. Von dort oben ergibt sich für uns die Möglichkeit, an höher gelegene Orte zu klettern oder als Passagier von Trico zu reisen. Im gesamten Spiel ist es uns jedoch nur möglich den Jungen direkt zu steuern. Trico bleibt durchgehend unser passiver Begleiter mit ganz eigenem Willen.
    Gemeinsam meistern wir angenehm fordernde Rätsel und einige wenige Kämpfe gegen die unheimlichen Wächter der Ruinenstadt. Während den ersten Stunden des rund 10 Stunden langen Abenteuers bleiben viele Fragen bezüglich der Story und des Sinns noch unbeantwortet. Diese werden jedoch im Verlauf angemessen beantwortet und münden dann in einem sehr emotionalen und bewegenden Ende, welches es durchaus vermochte mir eine Träne ins Auge zu treiben.

    Die Umgebung in The Last Guardian erinnert vom Grafikstil stark an die beiden unabhängigen Vorgänger. Wir finden grüne Landschaften mit riesigen Weitsichten inmitten einer verlassenen Ruinenstadt, die passender zum Charakterdesign nicht sein könnte. Auch die Größe von Trico wird im Vergleich zu uns als Mensch glaubwürdig und passend in die Umgebung und die Spielmechanik integriert. Auffällig ist, dass der Spielbildschirm nur sehr wenige Symbole und Leisten enthält und das Geschehen so eher wie ein Film als wie ein klassisches Videospiel auf mich wirkte. So kommt es, dass wir uns als Spieler ganz anders auf die Steuerungsbefehle und die Geschehnisse und Wege um uns herum konzentrieren müssen. Dies stellt eine Seltenheit im Vergleich zu aktuellen Genrevertretern dar, welche mich auch wieder positiv an die beiden Vorgänger erinnerte.

    Höhen und Tiefen
    Ursprünglich sollte The Last Guardian für die Playstation 3 erscheinen und ist technisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Trotz potenterer Hardware wandert die Framerate zwischenzeitig unter 30 FPS und verstärkt die bewusst recht ungenaue Steuerung damit noch weiter. Durch das Warten auf Tricos Reaktionen und das Fehlen einer direkten Steuerung kam es während des Abenteuers durchaus zu einigen Frustmomenten, wie Wartezeiten bis es weiter vorangeht oder Fehlsprüngen und damit verbundenen erneuten Kletterpassagen. Jene wurden aber durch die ansehnliche Grafik und die authentischen, animalischen Reaktionen von Trico aufgewogen. Zusätzlich muss man Sony leider vorhalten, dass das Spiel auf einer Playstation 4 Pro wesentlich stabiler und flüssiger zu laufen scheint als auf einer regulären Konsole. Hier hätte ein wenig mehr Optimierung an einigen Stellen dem Spielerlebnis durchaus gut getan. Der Soundtrack des Spiels ist jedoch genau wie bei den Vorgängern sehr gelungen und unterstreicht die Atmosphäre des Abenteuers zielgenau.

    Fazit

    Mit The Last Guardian hat Sony ein solides Action-Adventure mit einer emotionalen Geschichte und einem rührenden Ende geschaffen. An die beiden Klassiker ICO und Shadow of the Colossus reicht TLG aufgrund technischer Mängel und einiger Geduldsproben jedoch nicht heran. Fans können zugreifen, alle anderen sollten sich vielleicht bis zu einer Preissenkung gedulden.

    Wertung


    Pro

    • beeindruckende Grafik
    • authentische Ki von Trico
    • angenehm fordernde Rätsel
    • emotionale Geschichte und Ende
    • kein 0815 Gameplay

    Contra

    • starke Framedrops
    • mangelnde Optimierung

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Pascal Requardt 19.Dez.2016 1.429 x gelesen