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    Nach einigen Adventures und einem Rollenspiel versuchte sich Deck 13 zuletzt mit Lords of the Fallen an einem Dark Souls-Klon. Offenbar mit Erfolg, denn The Surge erinnert ebenfalls an die bockschwere Action-RPG-Serie, ist aber in einem SF-Setting angesiedelt.

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    (c) Focus Home Interactive
    seit 16.05.2017 im Handel
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    Surge Souls?
    Als Rollstuhlfahrer Warren beginnen wir unser Abenteuer in einem Zug in Richtung CREO. Das ist eine High-Tech Firma, die sich vorgenommen hat, die menschliche Physis durch Exo-Suits zu verbessern. Für jemanden im Rollstuhl keine schlechte Aussicht. Nach unserer Ankunft werden wir auch entsprechend (schmerzhaft) operiert und erhalten einen solchen Suit. Nach unserer OP wachen wir jedoch desorientiert mitten in einem Trümmerhaufen auf und sind mit feindlichen Robotern konfrontiert. Vorteil: Wir können endlich wieder laufen. Wir müssen herausfinden, was in dieser Fabrik genau geschehen ist und wieso alle durchdrehen. Die Geschichte wird in Form von Audiologs und kurzen Dialogen mit einer KI erklärt, so gut wie alle Fragen klären sich im Spielverlauf auf, eine bewegende, tiefgründige Story ist aber nicht zu erwarten. Auch das Potenzial des interessanten Grundansatzes wird leider nicht genügend ausgereizt.
    The Surge ist ein reines Singleplayerspiel und bietet uns einen Umfang von ca. 30 – 40 Spielstunden. Diese verbringen wir hauptsächlich mit dem Kämpfen und Überleben, durch das bekannte Suchtprinzip der Souls-Reihe und den ansteigenden Schwierigkeitsgrad wird es aber nicht langweilig.

    In der Third-Person-Perspektive prügeln wir uns mithilfe eines an Dark Souls angelehnten Kampfsystems durch feindlich gesinnte Roboter und Arbeiter mit Exo-Suits sowie einigen Bossen. Bevor wir diesen jedoch begegnen, müssen wir uns durch verwinkelte Levelareale wühlen, die viele Abkürzungen und versteckte Ressourcen beinhalten, zum Teil aber auch etwas verwirrend sind. Waffen und Rüstungen unseres Exo-Suits in Form von Schwertern, Hämmern, Lichtklingen und vereinzelten Schusswaffen können wir stets verändern und verbessern. Wählen wir per Knopfdruck im Kampf ein bestimmtes Körperteil des Gegners aus (Arme, Beine, Kopf, Brust), können wie dieses, falls uns das gesehene Rüstungsteil gefällt, in einer Abschlussexekution erhalten bzw. den Entwurf davon. An Medibay genannten Wartungs- und Reparaturstation (das Pendant zum Lagerfeuer in Dark Souls), können wir mit dem gesammelten Schrott, den wir von besiegten Gegnern erhalten, Ausrüstung nachbauen und vorhandene aufwerten. Auch unser Gesamtlevel lässt sich dort mit Hilfe von Schrott aufwerten und ermöglich es uns so, gefundene Chipsätze in den Anzug einzubauen, die uns Vorteile wie zusätzliches Leben, mehr Ausdauer oder Hilfe beim Finden von herumliegenden Gegenständen bieten.
    Etwas ärgerlich fand ich den Umstand, dass Waffen, die wir zu Spielbeginn stark aufgewertet haben, im weiteren Spielverlauf förmlich weitergenutzt werden müssen (!) da neue gefundene Ausrüstung meist nicht mithalten kann, bis wir diese entsprechend aufgewertet haben.

    Hart aber fair
    Die Kämpfe sind vom Schwierigkeitsgrad zwar durchaus anspruchsvoll, da die Anzahl der Gegnertypen jedoch überschaubar ist, haben wir den Bogen relativ schnell raus und wissen, wie wir optimal vorgehen müssen. Dark Souls Veteranen werden mit dem Schwierigkeitsgrad also möglicherweise etwas unterfordert sein, die Bosse sind aber angenehm knackig.
    Wie aus Spielen des Genres bekannt, sind alle Gegner wieder an Ort und Stelle, sobald wir uns einmal in den Medi-Bay begeben haben, um unsere Ausrüstung aufzuwerten oder uns zu heilen. Sollten wir in die (sehr wahrscheinliche) Verlegenheit geraten zu sterben, lassen wir unseren gesammelten Schrott an Ort und Stelle liegen und haben dann einen gewissen Zeitraum diesen aufzusammeln. Wenn wir bei dem Versuch erneut umkommen, sind die Ressourcen für immer verschwunden. Durch diese Spielmechanik ist ein stets vorsichtiges, taktisches Herangehen absolut notwendig.

    Technisch läuft The Surge mit 30 FPS in der von uns getesteten Xbox One Version. Dies sorgte teilweise für ein etwas träges Spielgefühl, gerade wenn es auf zeitlich genaue Angriffe ankommt, wäre eine höhere FPS Zahl nett gewesen. Die Texturen des Spiels sind gestochen scharf und lassen die schicke Sci-Fi Umgebung authentisch wirken, der Soundtrack hingegen ist maximal Standard und eher nebensächlich. Die klirrenden Soundeffekte, wenn wir uns durch Metall prügeln, machen dies aber durchaus wieder wett.

    Fazit

    Mit The Surge haben Deck13 einen spaßigen und fordernden spirituellen Nachfolger zu Lords of the Fallen herausgebracht. Das frische Sci-Fi Setting, das fordernde Leveldesign und die Exekutionen als essenzielles Spielelement wissen zu überzeugen, werden jedoch vom nicht genutzten Potential der Story, einigen technischen Mängeln und einem Standardsoundtrack überschattet. Wem Dark Souls ähnliche Spiele und Sci-Fi Settings zusagen, der macht mit dem Titel aber trotzdem nicht allzu viel falsch.

    Wertung


    Pro

    • Frisches Sci-Fi Setting
    • Leveldesign authentisch und fordernd
    • Gute Spieldauer
    • Stimmige Soundeffekte
    • Story im Ansatz interessant ...

    Contra

    • ... wird aber nur oberflächlich genutzt
    • Soundtrack nur Standard
    • Nur 30 FPS auf der Konsole
    • Überschaubare Menge an Gegnertypen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Pascal Requardt 22.Mai.2017 2.081 x gelesen