• Werbung

  •  
    Anmelden

    Nachdem nun alle fünf Episoden von The Walking Dead: Neuland (Originaltitel: A New Frontier) zum Download bereitstehen, werfen wir einen abschließenden Blick auf die neusten Abenteuer in der düsteren Welt der Zombies.

    Familienbande
    Die mutige junge Sympathieträgerin Clementine aus Season 1 und 2 spielt diesmal außer in kurzen Rückblenden nur eine, wenn auch recht wichtige, Nebenrolle. Der neue Hauptdarsteller Javier, kurz Javi genannt, schlägt sich seit den frühen Tagen der Zombie-Apokalypse mit seiner Schwägerin und den beiden Kindern seines Bruders durch. Neben den typischen Walking Dead-Sorgen rund um die lebenden Toten und das nackte Überleben machen sich dabei auch ganz alltägliche Probleme bemerkbar: Die Teenager zicken rum und akzeptieren ihre Stiefmutter nicht, darüber hinaus hegt Javi weit mehr als nur freundschaftliche Gefühle für die Begleiterin. Doch richtig heikel wird es, als die kleine Familie in den Konflikt mit der titelgebenden Überlebendengruppe New Frontier gerät…

    newfrontierpack

    (c) Warner Bros.
    Season Pass Disc seit 2.3.2017 im Handel
    Bei Amazon bestellen

    Viel Film, wenig Spiel
    Wer die Vorgänger-Seasons durchgespielt hat, kann (sogar Plattform-übergreifend) ein Savegame importieren, wodurch unter anderem entschieden wird, mit welcher Figur Clem sich am Ende der letzten Staffel (und damit auch bei den Blicken in die Vergangenheit) zusammengetan hat. Alternativ beantwortet man vor dem Spielstart einige entsprechende Fragen oder nutzt eine vorgefertigte Story-Variante.
    Jede Episode mit einer Dauer von ca. einer Stunde ist in fünf Kapitel unterteilt, an deren Ende jeweils ein Achievement winkt. Automatisch angelegte Speicherstände sorgen komfortablerweise dafür, dass im Fall eines Scheiterns höchstens kurze Sequenzen wiederholt werden müssen. Aber allzu viel Gefahr besteht sowieso nicht: Für das geforderte Betätigen der angezeigten Buttons bzw. Richtungspfeile hat man in den interaktiven Filmsequenzen genug Zeit, so dass wohl nur etwas unaufmerksame Controller-Akrobaten öfter mal die Sterbeanimationen und den „Du bist tot“-Bildschirm zu Gesicht bekommen werden. Störend fallen in der getesteten Xbox One-Version kleine Framerate-Einbrüche auf, welche aber nach meinem Empfinden nicht so ausgeprägt sind wie etwa im Telltale-Batman.
    Neben den üblichen Reaktionstests steht wie gehabt das Erkunden kleiner Umgebungen auf dem Programm, um z.B. Utensilien für das Beseitigen von Hindernissen aufzutreiben. Richtige Rätsel und andere anspruchsvollere Aufgaben darf man aber auch hier nicht erwarten.

    Clem und Javi plus Mitstreiter

    Bild 1 von 6

    Clem und Javi plus Mitstreiter

    Wem soll ich helfen?
    Das Herzstück des Spiels sind erneut die Dialoge und die damit, sowie mit anderen zentralen Szenen, verbundenen moralischen Entscheidungen. Während sich manche der meist unter Zeitdruck zu treffenden Auswahlmöglichkeiten lediglich auf den Verlauf des aktuellen Gesprächs auswirken, haben andere noch nach einer Weile spürbare Konsequenzen. Allerdings dürften die Unterschiede ruhig noch zahlreicher und deutlicher ausfallen. Wie man es schon aus den anderen Staffeln kennt, führen die meisten Entscheidungen letztendlich doch zu einem ganz ähnlichen Ergebnis.
    Eine deutlichere Verzweigung des Geschehens wartet aber noch mal zum Abschluss der letzten Episode – es gibt verschiedene Enden mit unterschiedlicher Überlebenden-Konstellation, je nach zuvor getroffenen Entscheidungen und auch ein wenig abhängig vom Verhältnis zwischen den Hauptcharakteren. Außerdem bekommt man eine extra Zusammenfassung, nicht nur wie nach einzelnen Episoden üblich, mit den Entscheidungen und dem Vergleich zur Rest-Community, sondern z.B. auch das Schicksal verschiedener Charaktere betreffend.
    Apropos Charaktere: Diese haben Zeit während der Staffel Zeit, sich zu entwickeln, weil außer Javier und Clem auch den wichtigeren Nebenfiguren diesmal mehr Raum gewährt wird als noch vielen der wechselnden Personen (an ebenso wechselnden Orten) in der zweiten Season.
    Auch dadurch hält die Geschichte allerhand fiese Wendungen und andere herzzerreißende Momente für den Betrachter bereit, Todesfälle und gemeine Cliffhanger inklusive. Schon allein Clems Beziehung zu ihrem Schützling in den Rückblicken kann sensible Spieler zu Tränen rühren.
    Als Ergänzung zur sehr guten englischen Sprachausgabe sind diesmal übrigens schon direkt deutsche Untertitel, wenn auch mit kleineren Übersetzungsschwächen, mit an Bord.

    Fazit

    Die neue Staffel der The Walking Dead-Reihe aus dem Hause Telltale bietet genau das, was man als Kenner der bisherigen von ihr erwartet: Simples Gameplay, aber dafür eine wirklich spannende Story und schwierige Entscheidungen. Auch die Charaktere wachsen dem Spieler ans Herz. In Sachen Umfang der Episoden hätte allerdings gern mehr drin sein können. Achtung: Wer die anderen Seasons noch nicht kennt, sollte diese auf jeden Fall vor dem Start von Neuland nachholen, denn sonst fehlen wichtige Zusammenhänge.

    Wertung


    Pro

    • spannende Story mit unliebsamen Überraschungen
    • dichte, bedrückende Endzeit-Atmosphäre
    • viele Entscheidungsmöglichkeiten
    • komfortable Bedienung
    • ansprechende Comic-Grafik
    • sehr gute englische Sprachausgabe

    Contra

    • äußerst simples Gameplay
    • relativ geringer Episoden-Umfang
    • viele Entscheidungen sind eher nebensächlich
    • gelegentliche Ruckler

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , , ,

    Kategorien: Allgemein
    von Christina Schmitt 18.Jun.2017 1.154 x gelesen