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    Der Meisterdieb hat sich beim Anschleichen an meine Xbox One recht viel Zeit gelassen, aber inzwischen durfte ich dann doch schon eine ganze Reihe von Einbrüchen, Ausbrüchen, Schloss-Knack-Aktionen und Erkundungstouren mit dem guten Garrett absolvieren. Während seiner Einsätze konnte der Langfinger in manchen Bereichen durchaus glänzen – warum er trotzdem nicht so ganz mit dem hauseigenen Cyberpunk-Konkurrenten Deus Ex: Human Revolution mithalten kann, soll der folgende Artikel beleuchten.

    Schöne Atmosphäre, lückenhafte Handlung

    Der Auftrag, den Garrett gemeinsam mit seiner skrupellosen, kaltblütigen Schülerin Erin im spielbaren Prolog absolviert, endet tragisch – die beiden geraten in eine mysteriöse Beschwörungszeremonie, Erin stürzt durch ein Glasdach in die Tiefe und Garrett erwacht seltsamerweise erst ein Jahr später aus einer Art von Bewusstlosigkeit. Während dieser Zeit hat sich die Stadt deutlich gewandelt: Errungenschaften wie elektrisches Licht haben in die ansonsten noch recht mittelalterliche Umgebung Einzug gehalten, viele Bewohner zeigen Symptome einer rätselhaften Seuche, vor allem bekommt man es aber auch mit den finsteren Auswüchsen einer Diktatur zu tun. Hinrichtungen unliebsamer Zeitgenossen sind an der Tagesordnung, pausenlos patrouillieren Wachleute in den Gassen und machen unternehmungslustigen Nachtschwärmern wie Garrett das Leben schwer. Der muss natürlich ein wenig Licht ins Dunkel rund um die Vorfälle nach dem folgenschweren Auftrag bringen, was allerdings nur teilweise gelingt. Leider wirkt die Geschichte nämlich ein wenig lückenhaft beziehungsweise stellenweise recht wirr, vor allem das Ende lässt den Spieler etwas ratlos und enttäuscht zurück. Hier hätten zusätzliche oder besser ausgearbeitete Zwischensequenzen Abhilfe schaffen können.
    Trotzdem gelingt es dem Spiel aber häufig, etwa in einer schon an Horrorspiele erinnernden verlassenen (?) Irrenanstalt, eine spannende Atmosphäre zu entfalten, was unter anderem der stimmungsvollen Beleuchtung samt Fackelschein, waberndem Nebel oder dunklen Ecken zu verdanken ist. Auch die Sprachausgabe steuert einige interessante Elemente bei. So kann man z.B. oft kurze Wortwechsel zwischen Feinden belauschen, bevor diese weiter ihre Rundgänge absolvieren, darbende Bürger klagen sich gegenseitig ihr Leid („Aber wenigstens verhungern wir jetzt bei Licht.“), und Garrett selbst gibt mit seiner tiefen Stimme einige coole Sprüche zum Besten. Standardmäßig sind Texte und Sprachausgabe auf Deutsch (weitgehend gut gelungen, aber mit gelegentlich suboptimalen Übersetzungen), wer seine Konsole entsprechend umstellt, kann alternativ auch die englische Originalversion herbeizaubern.
    Abzüge in Sachen Spielwelt gibt’s unter anderem für die geringe Zahl von Passanten (letztendlich ist in der Stadt kaum etwas los) und die vielen Ladepausen beim Übergang zu anderen Vierteln, welche noch dazu nicht allzu groß sind. Da Garrett zwischen den insgesamt acht Story-Kapiteln immer wieder durch die Gegend marschieren muss, kommen da schon einige Wartezeiten zusammen und die Illusion einer offenen Spielwelt wird gestört.

    Der Uhrenturm ist Garretts Unterschlupf

    Bild 1 von 6

    Der Uhrenturm ist Garretts Unterschlupf


    Künstliche Intelligenz mit Schwächen

    Durch Garretts Augen betrachtet man das Geschehen in der Ego-Ansicht und muss selbstverständlich zuerst einige Grundfertigkeiten meistern. Unter anderem kann er sich ducken und in dieser Haltung auch herumschleichen, um Mauerecken spähen, bei gedrücktem LT-Button ins nächste Versteck huschen, an Leitern, Rohren und anderen Objekten klettern oder Abgründe überqueren (eine richtige Sprung-Taste gibt es hingegen nicht), Widersacher aus dem Hinterhalt mit einem Knüppelschlag ausknocken oder Schalter bedienen und Gegenstände einsammeln.
    So ein Meisterdieb sollte natürlich nicht wie ein Elefant herumtrampeln – besonders auf Untergründen wie Glasscherben oder im Wasser gilt es besonders leichtfüßig zu sein. Mithilfe verschiedener Symbole kann man außerdem erkennen, ob der Held unbedacht den Schutz der Schatten verlassen hat oder gar schon ins Visier der Wachen geraten ist. Letztere legen ein etwas durchwachsenes Verhalten an den Tag. Manchmal wirkt die KI recht raffiniert und löst z.B. beim Finden niedergestreckter Kameraden oder Entdecken geöffneter Türen einen Alarm aus, ab und zu reagieren die Jungs aber auch gar nicht auf Patzer des Spielers, latschen unbeeindruckt an Leichen vorbei, scheinen extrem schwerhörig zu sein oder geben die Verfolgung zu schnell auf. In seltenen Fällen bleiben sie sogar völlig hirnlos an Kanten hängen.
    Erschwert wird das Diebesleben jedoch durch allerlei gemeine Fallen oder auch wachsame Hunde und Vögel, welche ihre menschlichen Verbündeten auf unvorsichtige Eindringlinge aufmerksam machen.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 21.Mrz.2014 3.368 x gelesen

    Thief
    Publisher Square Enix
    Hersteller Eidos Montreal
    Genre Action-Adventure
    Altersfreigabeab 16 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC,PS3,PS4,X360,X128.02.2014 Kaufen
     

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