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    Auf einen Nachfolger zum kultigen Rollenspiel Planescape: Torment mussten die Fans lange warten. Kein Wunder, dass sich für die entsprechende Kickstarter-Kampagne zahlreiche Unterstützer fanden und bereitwillig das nötige Budget zur Verfügung stellten. Mehr als 17 Jahre nach dem zur Legende gewordenen Original ist das geistige Kind nun endlich verfügbar.

    Eine ganz besondere Welt
    Im spannenden Zukunftsszenario des Spiels hat der „Wandelnde Gott“ mithilfe futuristischer Technologien eine Möglichkeit gefunden, quasi Unsterblichkeit zu erlangen, indem er sein Bewusstsein in eine endlose Abfolge neuer Körper überträgt. Die abgelegten Hüllen gehen dabei nicht zugrunde, sondern beginnen jeweils ein Eigenleben, ausgestattet mit übermenschlichen Fähigkeiten. Der Held bzw. die Heldin der Geschichte ist einer dieser so genannten „Verstoßenen“ und findet sich zu Beginn noch reichlich desorientiert, mit eingeschränktem Erinnerungsvermögen und von der verstörenden „Geburt“ geschockt an einem fremden Ort wieder. Gemeinsam mit der Hauptfigur muss man sich nun in dieser Welt zurechtfinden, die eine gelungene Kombination aus altertümlich anmutenden Fantasy-Elementen und hochmodernen Relikten enthält.
    Tides of Numenera lässt uns dabei auf unzählige Charaktere mit ganz eigenen Geschichten treffen: Besucher aus fernen Dimensionen, Kultisten mit einem Faible für Menschenfleisch, geheimnisvolle Maschinenwesen, Luftschiffkapitäne, verschiedenste Gauner – die illustre Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Die Figuren sind sehr abwechslungsreich geraten, genau wie die gesamte Atmosphäre. Neben vielen düsteren oder nachdenklichen Tönen findet man auch eine ordentliche Portion Humor, vor allem durch skurrile Begebenheiten und die teils schrägen Angewohnheiten und Ansichten der Personen.

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    Schon in den ersten Spielstunden trifft man jede Menge gesprächige Charaktere

    Lesestoff ohne Ende
    Vertont wurden nur wenige wichtige Sätze, dafür aber mit gelungener englischer Sprachausgabe. Das bedeutet: Enorme Textmengen wollen auf die gute alte Art abgearbeitet werden. Und ich meine wirklich enorme – die Gespräche und Beschreibungen könnten einen Roman füllen. Lesemuffel sind hier definitiv ganz falsch!
    Die Originaltexte sind nahezu perfekt formuliert, mit Wortwitz und raffinierten Formulierungen. Wer konfrontiert mit teils komplizierten Fremdwörtern lieber die deutsche Version bevorzugt, kommt aber auch nicht zu kurz. Zwar gibt es immer mal kleine Patzer, etwa unübersetzte Begriffe, fehlende Wortendungen oder „verbuchselte Wechstaben“, wie mein Deutschlehrer zu sagen pflegte. Auch ein paar befremdlich gewählte oder veraltet wirkende Wortbedeutungen fallen auf – ich fragte mich z.B., was an einer Stelle mit „Haarboden“ gemeint sein soll. Ein kurzes Umschalten auf Englisch brachte die Erkenntnis („scalp“). Kopfhaut hätte meiner Meinung nach dann besser gepasst. Angesichts der Textmassen sind die Schwächen aber gerade noch zu verschmerzen.
    Sehr schön finde ich, dass man die Sprache der Bildschirmtexte selbst im laufenden Spiel zwischendurch nahtlos in den Optionen wechseln kann, ohne dass etwa extra ein Neustart oder gar ein Umstellen der Konsolen-Einstellungen nötig ist.

    Sparsame Start-Optionen
    Für den Verstoßenen gibt es am Anfang drei Charakterklassen, die durch die Antworten auf einleitende Fragen bestimmt werden, aber auch geändert werden können. Man darf so entweder als starker Kämpfer, als eine Art Science-Fiction-Magier oder als Allrounder losziehen. Optische Modifikationen für die Hauptfigur werden leider nicht angeboten.
    Um die Plätze in der bis zu vierköpfigen Party zu komplettieren, stehen mit der Zeit einige potenzielle Begleiter zur Wahl, darunter ein gewitzter Dieb mit flinken Fingern oder ein zwar schwaches, aber pfiffiges Sklavenmädchen.
    Jäger und Sammler werden enttäuscht sein, denn man findet nur sehr wenige Ausrüstungsgegenstände. Für die Begleiter existiert sogar überhaupt keine Schutzkleidung zum Wechseln, nur in der Mitte des Spiels kann man ihnen bei einer Nebenfigur gegen Bezahlung jeweils ein Upgrade spendieren.
    Ausrüsten kann man sie aber immerhin mit der einen oder anderen „Cypher“. Die wertvollen Artefakte haben verschiedenste nützliche Effekte, wer zu viele gleichzeitig mit sich herumschleppt, muss allerdings mit negativen Folgen leben.

    Warum kämpfen, wenn man auch labern kann?
    Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab. Innerhalb ihres Bewegungsradius können Charaktere auf Feinde zulaufen, Skills einsetzen und Attacken starten. Abhängig von Voraussetzungen wie der Position und der eingesetzten Waffe ergeben sich bestimmte Trefferwahrscheinlichkeiten und Schadenswerte.
    Hier kommen Kraft, Geschwindigkeit und Intellekt ins Spiel: Wer Punkte aus dem jeweiligen Pool seiner Werte opfert, erhöht Erfolgsaussichten und Durchschlagskraft. Mit den Punkten muss jedoch sparsam umgegangen werden, weil sie sich nur durch bestimmte Items, kritische Erfolge oder aber eine Rast regenerieren.

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    Kategorien: Fantasy, Science-Fiction, Spiele
    von Christina Schmitt 19.Mrz.2017 561 x gelesen

    Torment: Tides of Numenera
    Publisher Techland
    Hersteller inXile Entertainment
    Genre RPG
    Altersfreigabeab 12 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC28.02.2017 Kaufen
    PS428.02.2017 Kaufen
    Xbox One28.02.2017 Kaufen
     

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