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    Nach nicht einmal anderthalb Jahren erscheint der zweite Teil der Total War: Warhammer Reihe als Vollpreistitel. Mit bekannter Engine auf einer größeren, mehrere Kontinente umfassenden Karte, dürfen wir mit 4 neuen Völker wieder am Kampf zwischen Gut und Böse teilnehmen. Ob das den neuerlichen Vollpreis von rund 60 EUR rechtfertigt, klären wir in diesem Test auf.

    Wer auf Total War: Warhammer erst jetzt aufmerksam geworden ist und den Vorgänger noch nicht kennt, solltet sich erst mit dessen Review befassen. Warhammer 2 ist wie eine sehr umfangreiche Erweiterung, seines Vorgängers. Die Spielwelt des Warhammer-Universums in Total War wird mit der „Neuen Welt“ ein gutes Stück größer. Außerdem wird ein kostenloser DLC veröffentlicht, der eine große Kampagne auf alter und neuer Welt ermöglicht. Daher sind die meisten Spielmechaniken und Steuerungsmechanismen gleich, weshalb es nicht nötig ist, näher darauf einzugehen.

    Der Malstrom und die Riten
    Um den potentiellen Spielern die Erweiterung des Warhammer-Universums schmackhaft zu machen, reicht es natürlich nicht, einfach nur die 4 Völker und eine neue Kampagnenkarte zu liefern. Creative Assembly liefert auch neue Spielmechaniken und eine neue Geschichte zur Kampagne. Natürlich steht das Chaos wieder kurz vor der Invasion der Warhammer-Welt. Der große Malstrom, ein magischer Wirbel in der Mitte des Ulthuan-Inselkontinents, auf dem die Hochelfen heimisch sind, destabilisiert sich. Er sorgt eigentlich dafür das die Pforten zur Hölle geschlossen bleiben.
    In der Kampagne der Hochelfen müssen wir uns nun um die Sicherung des Malstroms kümmern. Das erreichen wir durch das Sammeln von Wegsteinsplittern, mit deren Hilfe wir dann Rituale durchführen, die die Geschichte weiterspinnen und den Malstrom stabilisieren. Dabei tauchen dann immer wieder Chaos-Armeen auf und versuchen das Ritual, das mehrere Runden andauert, zu verhindern. Dazu kommen natürlich auch andere Fraktionen, die ähnliche Rituale durchführen. Diese können dann mit Hilfe von entsprechend viel Gold eine Interventionsstreitmacht losschicken, um das Ritual ebenfalls zu vereiteln. Das sorgt für viele, große Schlachten und bringt selbst vorausschauende Spieler ins Schwitzen. Neben den Hochelfen haben wir noch deren böse Geschwister, die Dunkelelfen. Diese sinnen natürlich auf die Zerstörung des Malstroms, genau wie die Skaven, die im Untergrund lebenden Rattenmenschen und deren Siedlungen, die bis zum Betreten wie Ruinen aussehen. Unterstützung für das Gute gibt es in Form der Echsenmenschen aus Lustria. Sind alle Riten abgeschlossen, darf man sich im ultimativen Kampf noch einmal dem vermeintlichen Sieger mit einer Armee entgegenstellen.
    Die große Kampagenkarte mit vier Kontinenten, auf denen sich auch altbekannte Rassen wie Menschen, Zwerge und Orkz wiederfinden, und der neue Spielmodus liefern inhaltlich ein frisches Spielerlebnis. Außerdem dürfen wir nun mit allen Rassen alle Siedlungen einnehmen, müssen dann aber mit Nachteilen rechnen, wenn das Klima für unsere Fraktion unpassend ist.

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    Der mächtige, magische Malstrom droht zusammenzubrechen und die Welt ins Chaos zu stürzen.

    Vielfalt statt Langeweile
    Mit vier neuen Völkern kommen natürlich auch einige neue Einheiten und auch Spielkonzepte. Die Hochelfen bieten ordentliche Kämpfer, sind aber auf Bogenschützen spezialisiert. Mächtige Phönixe und Drachen sind ihre Monstereinheiten. Ihre Spione ermöglichen es außerdem, Karteninformationen von Fraktionen zu erhalten, wenn sie Handelsbeziehungen mit ihnen unterhalten. Außerdem haben sie eine eigene Ressource namens „Einfluss“ mit der sie Beziehungen verbessern können oder rivalisierende Fraktionen in den Krieg hinein manipulieren können. Dagegen spielen die Dunkelelfen mehr den aggressiven, irren Part. Sie verwenden Sklaven, um ihre Wirtschaft voranzutreiben und können im Verlauf des Spiels schwarze Archen herbeirufen, seefahrende Städte, in denen man Einheiten rekrutieren und die in der Nähe stattfindende Landschlachten mit Bombardements aufmischen kann. Ganz anders kommen dagegen die Echsenmenschen daher. Sie haben starke Infanterie und können mächtige Dinosaurier ausbrüten. Sie dürfen auf ein Netz zwischen ihren Siedlungen zurückgreifen um Boni ihrer Erlasse zu verstärken und haben hin und wieder die Möglichkeit einzigartige Exemplare ihrer Einheiten auszubrüten. Die Skaven genannten Rattenmenschen gehen dagegen mehr auf Masse. Große Einheiten mit wenig Unterhalt lassen einen sehr aggressiven Spielstil zu. Außerdem erwischen sie ihre Gegner meistens im Hinterhalt in der Schlacht. Allerdings besitzen sie auch große Nachteile. Sie brauchen immens viel Nahrung, die man durch Eroberung schneller bekommt. Viel Nahrung sichert die Loyalität, bei knapper Nahrung geht es aber schnell in die Revolte. In der Schlacht fliehen sie oft, sammeln sich dann aber wieder recht schnell. Das erfordert gewisse Anpassungen in der Strategie.
    Die vier neuen Fraktionen spielen sich erfrischend unterschiedlich, wie es auch im ersten Teil der Fall war. Da kann man sich nur auf die Untoten freuen, die als DLC nachgeliefert werden.

    Bekannte Technik
    Die Engine von Total War: Warhammer 2 ist die gleiche wie im Vorgänger. Das ist in diesem Fall aber eher ein Vorteil, denn die Spieler erhalten ausgereifte und bewährte Technik und durch das geringe Alter ist das Spiel auch immer noch ein Augenschmaus.
    Die Steuerung der Strategiekarte sowie den Menüs ist absolut intuitiv und Hilfe ist immer schnell erreichbar. Die Enzyklopädie kann praktisch über jeden wichtigen Begriff in der Oberfläche geöffnet werden und hilft dem Spieler beim Erlernen der Spielkonzepte und einigen Hintergründen der Warhammer-Welt. Das Tutorial ist noch einmal besser geworden und führt Neueinsteiger Schritt für Schritt in das Spiel ein.
    Auch in den Schlachten verliert man durch die taktische Karte nicht den Überblick, ob es Gefechte im Schnee, Dschungel oder der Wüste sind. Die KI kommt gut ins Spiel und versucht es oft mit Umgehungsmanövern, wenn es die Flanke des Spielers zulässt und versucht bspw. angreifende Reiter mit Speer-Infanterie zu begegnen. Das ist zwar kein Ersatz für einen menschlichen Spieler, ist aber deutlich besser als in früheren Total War Spielen.
    Auch die neuen Einheiten fügen sich in die Schlachten gut ein. Detailgrad und Animationen sind hervorragend. Gerade die riesigen Monstereinheiten wie Drachen und Dinosaurier machen ordentlich etwas her. Passende orchestrale Untermalung und die malerischen Hintergründe in den Schlachten lassen echtes Fantasy-Feeling aufkommen und Erinnerungen werden wach an Szenen aus Herr der Ringe, wenn sich unsere Hochelfen-Krieger mit stoischer Effizienz gegen Massen anstürmender Gegner zur Wehr setzen.

    Fazit

    Zugegeben, betrachtet man Warhammer 2 als reines AddOn, sind die 60 EUR erst einmal viel Geld. Allerdings wurde der Inhalt gut in eine abwechslungsreiche Kampagne verpackt und die neuen Fraktionen spielen sich erfrischend unterschiedlich - das Fantasy-Setting macht es möglich. Die neue Kampagnenkarte ist riesig, bleibt nur zu hoffen, dass die Rundenwechsel-Zeiten nicht ins uferlose gehen, wenn wir den neuen Grand-Campaign in neuer und alter Welt spielen dürfen. Aber die Aussicht auf ein Spiel mit 13 unterschiedlichen Rassen mit mehreren Fraktionen, bringt mich schon in freudige Erwartung. Die neuen Einheiten sehen hervorragend aus und sind toll animiert, gerade wenn es um die Monstereinheiten geht. Da macht es Spaß zuzuschauen, wenn sie ins Gefecht eingreifen. Total War: Warhammer 2 ist zwar technisch nur wenig verändert aber inhaltlich sein Geld wert und deshalb ein Pflichtkauf für die Total War: Warhammer Gemeinde. Einziger Wehrmutstropfen: Auch die Fortsetzung verfügt nur über eine teilweise deutsche Sprachausgabe, das ist wieder Mal sehr schade.

    Wertung


    Pro

    • 4 neue, abwechslungsreiche Rassen
    • riesige Kampagnenkarte
    • Interessanter und fordernder Spielmodus
    • Spannende Geschichte um den Malstrom

    Contra

    • Die Rundenwechselzeiten gehen mit der Zeit deutlich hoch
    • Unvollständige deutsche Lokalisierung

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christian Häusler 9.Okt.2017 1.162 x gelesen

    Total War: Warhammer 2
    Publisher Sega
    Hersteller Creative Assembly
    Genre Echtzeitstrategie
    AltersfreigabeAb 12 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC28.09.2017 Kaufen