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    Wenn ein neues Spiel von Obsidian Entertainment auf den Markt kommt, werden RPG-Fans hellhörig, denn immerhin hat uns das preisgekrönte Entwicklerstudio mit seiner Mannschaft aus Branchen-Veteranen und weiteren Talenten bereits echte Perlen des Genres wie Star Wars: Knights of the Old Republic II oder aktueller Pillars of Eternity (Rezension hier) beschert. In die Fußstapfen letzteren Games tritt nun Tyranny, wenn auch mit einer ganz neuen Welt und eher ungewöhnlichen Ausgangsbedingungen.

    Lasst alle Hoffnung fahren
    In der Geschichte des Spiels geht es mal weniger um den üblichen Kampf gut gegen böse, sondern die dunklen Mächte unter der Führung von Tyrann Kyros haben eigentlich schon gewonnen. Allerdings regt sich in manchen Gebieten doch noch Widerstand und vor allem sind sich die beiden größeren Unterbereiche seiner Armee ganz und gar nicht grün, so dass wertvolle Energie für interne Machtspiele draufgeht. Irgendwann platzt dem Anführer der Kragen und der Held bzw. die Heldin des Spiels wird im Rahmen seiner/ihrer Funktion als „Schicksalsbinder“ (eine Art Richterfigur) entsandt, um die Streithände über ein Ultimatum zu informieren: Wenn sie sich nicht innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zusammenraufen und das aktuelle Kriegsgebiet unterwerfen, wird ein magisches Edikt ebendieses mitsamt aller Menschen dem Erdboden gleichmachen. Das müsste doch eigentlich eine ganz gute Motivation sein…

    Die Hauptfigur kann ein wenig optisch und natürlich vor allem auch im Hinblick auf die inneren Werte individualisiert werden. Für jedes Geschlecht stehen drei unterschiedliche Körperbauten zur Verfügung, außerdem gibt es unter anderem diverse Haut- und Haarfarben, ein paar vorgefertigte Gesichtszüge, Tätowierungen, Stimmen, Portraits und allerlei Banner-Motive. Eine weitere Auswahlmöglichkeit befasst sich mit der Frage, wie der Protagonist ursprünglich zu Kyros` Armee kam, beispielsweise als ehemaliger Grubenkämpfer (also Gladiator) oder als Spross einer in Ungnade gefallenen Adelsfamilie. Von dieser Herkunft hängen später manche Dialog-Optionen ab.

    Des weiteren entscheidet man sich für die Kompetenzen, das heißt Kampf- und Magiestile, in denen der Charakter besonders gut ausgebildet wurde, verbunden mit entsprechenden Boni auf verschiedene Unterstützungsskills wie Parieren oder Athletik. Von diesen werden weitere Möglichkeiten beeinflusst, z.B. ob man ein Hindernis überwinden oder jemandem eine reinhauen kann. Natürlich darf auch das Verteilen von Punkten auf klassische Attribute wie Stärke und Verstand nicht fehlen.

    Tyranny besitzt vier Schwierigkeitsgrade. Zwischen den ersten dreien kann auch während des Spiels noch hin und her gewechselt werden, die besonders fiese Stufe „Pfad der Verdammten“ lässt sich dagegen nur beim Neustart auswählen. Profis können sich außerdem zusätzlich durch den Expertenmodus (deaktivierte Hilfefunktionen) sowie„Eisenprüfung“ (nur ein Spielstand und Spielende bei Tod der Party) das Leben freiwillig schwer machen.

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    Man kann es einfach nicht jedem recht machen
    Das Spiel scheint auf den ersten Blick durch den schon erzielten Sieg des Bösen nicht unbedingt ideale Voraussetzungen für moralische Entscheidungen zu liefern, doch in Wahrheit bietet Tyranny praktisch an jeder Ecke die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Antworten oder Lösungen zu wählen.
    Und das schon von Anfang an: Auf Wunsch kann man im spielbarem Prolog („Eroberung“) an einem Kartentisch, basierend auf entsprechenden Beschreibungstexten, bereits ein paar Entscheidungen aus der Zeit treffen, welche der eigentlichen Handlung voranging. Diese haben später durchaus Einfluss auf Elemente der Story und vor allem auch die Reaktionen der verschiedenen Gruppierungen, wenn die Hauptfigur aufkreuzt.

    Besonders bei den konkurrierenden Hauptfraktionen – den sehr auf Disziplin bedachten „Geschmähten“ und dem chaotischen, aber schon durch seine schiere Mitgliederzahl gefährlichen „Scharlachroten Chor“ – können dort erste Sympathiepunkte, aber auch Animositäten in die Wege geleitet werden. Im Kriegsgebiet angekommen, geht das Ganze dann munter weiter. Durch Worte und Taten sammelt man Reputation in Form von Gunst oder Zorn. Der Ruf verändert wiederum bei entsprechendem Ausmaß unter anderem den Verlauf von Dialogen bzw. die darin verfügbaren Sätze, schaltet besondere Fähigkeiten frei oder lässt Aufträge der verbündeten Gruppe bzw. auch einzelnen Person verfügbar werden.

    Die einen stehen vielleicht auf respektlose Sprüche, die anderen fühlen sich von genau diesen auf den Schlips getreten. Bei manchen NPCs kann man sich Respekt verdienen, wenn man aufmüpfigen Zeitgenossen eins aufs Fressbrett gibt, andere sind angesichts solcher Brutalität entsetzt und erzürnt.
    Hilfsbereitschaft oder Skrupellosigkeit, Beschwichtigung oder harsche Kritik, Ehrenhaftigkeit oder Bestechlichkeit… Die Entscheidungen sind wirklich zahlreich (auch wenn in diesem deprimierenden Setting oft nur die Wahl zwischen Pest und Cholera bleibt) und haben zumindest stellenweise interessante Auswirkungen. Eine Statistik der bisher erzielten Veränderungen von Gunst oder Zorn gibt es im Menü – wie alles im Spiel detailliert und ausführlich.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 20.Nov.2016 1.203 x gelesen

    Tyranny
    Publisher Paradox
    Hersteller Obsidian Entertainment
    Genre Rollenspiel
    Altersfreigabeab 16 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC10.11.2016 Kaufen