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    Der Entwickler Coldwood Interactive schickt uns in Unravel als Wollmännchen Namens Yarny auf eine Reise durch Kindheits-, Jugend- und Erwachsenenerlebnisse einer älteren Dame, die uns geschaffen hat, um ihr dabei zu helfen sich an Details aus diesen vergangen Tagen erinnern zu können. Diese mir bisher nicht bekannte Art von Handlung hat mich zum Ende des Spieles hin sprachlos und nachdenklich zurückgelassen, etwas was ich von einem Puzzle-Platformer niemals erwartet hätte.

    unravel

    (c) Electronic Arts
    seit 09.02.2016 zum Download
    Systeme: PC, PS4, XOne
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    Auf, auf und davon
    Unravel beginnt mit der Herstellung unseres stummen Protagonisten Yarny und lässt uns dann direkt per Bilderrahmen als Zugang zu einer Erinnerung in das erste Level starten, das uns die Grundmechaniken des Spiels ausgiebig erklärt. Nach kurzer Zeit gehen die Bewegungen leicht von der Hand und wir laufen, klettern und schwingen uns durch die insgesamt 11 Level von Unravel, als hätten wir niemals etwas anderes getan. Zwischendrin kann es trotz der sehr griffigen Steuerung mal zu Problemen in Form von Fehlsprüngen kommen, dies hält sich zwar in Grenzen, kann den Spielfluss aber etwas trüben. Die Mechanik des Spiels sieht dabei vor, dass wir uns nicht unbegrenzt bewegen können, da wir bei jedem Schritt oder Sprung den wir tätigen etwas von unserem Faden (aus welchem wir ja nun einmal bestehen) zurücklassen müssen.
    Dadurch sind wir als Spieler gezwungen, uns Gedanken über den Weg zu machen. An gewissen Punkten in den Leveln können wir unser Garn dann erneut auffüllen, um wieder mehr Freiheit zu gewinnen. Auf den ersten Blick wirkt diese Mechanik eher nervig, wir stoßen jedoch nur selten an unsere Grenzen und falls doch, erkennen wir schnell aus welchem Grund. Hierbei sind dann Korrekturen in Form von Zurückgehen oder Umstrukturieren des Wollfadens möglich und notwendig.

    Der wahrscheinlich schönste Faden der Welt
    Die Level von Unravel sind stark an Nordskandinavien angelehnt und wurden vom schwedischen Entwickler in nahezu fotorealistischer Grafik (siehe Screenshots) dargestellt. Wälder, Wiesen, Flüsse, Gebirge, alles wirkt, als wäre es direkt einem Bilderbuch in lebensechter Grafik entsprungen und zieht uns unterstützt durch die klaren Naturklänge in die Welt des Spiels hinein. Die Optik von Unravel setzt dadurch neue Standards und lässt andere Genrekollegen recht blass aussehen.
    Unsere gemeinsame Reise mit Yarny dauert etwa 6-10 Stunden, je nachdem wie ausgiebig wir uns die Level anschauen und ob wir zusätzliche Sammelgegenstände suchen wollen, oder nicht. Die Story des Spiels wirkt auf den ersten Blick sehr dünn, da unser Protagonist nur nonverbal mit uns kommunizieren kann, dies aber durch Gestik und Mimik sehr glaubwürdig und mitfühlend tut und mich dadurch sogar teilweise mehr berührt hat, als so manch sprechender Charakter.

    Fazit

    Allen Spielern, die auch nur entfernt etwas mit einem Puzzle-Platformer anfangen können, kann ich Unravel uneingeschränkt empfehlen. Bei diesem Titel ist die Komposition von Gameplay, Grafik, Musik sowie Story nahezu perfekt. Kleine Probleme mit der Steuerung trüben den Spielfluss eventuell ab und zu, rütteln aber nicht an der Gesamterfahrung, die Coldwood Interactive uns gemeinsam mit Yarny erleben lässt. Mehr als die Einzelspielerkampagne hat Unravel nicht zu bieten, was unter dem künstlerischen Aspekt und der Botschaft des Titels betrachtet aber den Spielspaß nicht trübt. Dementsprechend werden sowohl erwachsene Spieler, als auch Kinder mit diesem Spiel ihren Spaß haben und durch den Altersunterschied ihre ganz eigenen Erlebnisse und Denkprozesse anhand der Story erleben.

    Wertung


    Pro

    • fotorealistische Grafik
    • Story, die zum Nachdenken anregt
    • für nahezu alle Altersgruppen geeignet
    • gutes Preis/Leistungs-Verhältnis

    Contra

    • teilweise hakelige Steuerung
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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Pascal Requardt 21.Feb.2016 643 x gelesen