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    Das Spin-Off der Valkyria Chronicles-Reihe, Valkyria Revolution, versucht mit für die Serie untypischen Gameplaymechaniken und einem alternativen Universum zu überzeugen. Wurde dieses Wagnis belohnt oder stellt es eher einen Rückschritt dar?

    valkyria-revolution-cover

    (c) SEGA
    seit 30.06.2017 im Handel
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    Revolution, Revolution!
    Zu Beginn des Abenteuers werden wir in ein fiktives Europa geworfen, in welchem sich ein Student und eine Professorin an einem Denkmal für die große Revolution vor 100 Jahren über die zugehörigen fünf „Verräter“ unterhalten. In Form von Erzählrückblenden starten wir so in der Rolle von Amleth, einem der vermeintlichen Verräter, in die Geschichte rund um die vorangegangene Revolution.

    Eine bedrückende, emotionale Atmosphäre kriegen wir vom Spiel optisch jedoch nicht geliefert. Gerade die Anfänge wirken sehr verwirrend, da wir mit allerlei Charakteren konfrontiert werden, die sich durch Aussehen und Sprache nicht so ganz in die zerrüttete Spielwelt einfügen wollen. Vorangetrieben wird die Geschichte erzählerisch durch sehr (!) lange Zwischensequenzen, die allesamt englisch (bzw. wahlweise japanisch mit englischen Untertiteln) vertont sind. Die Synchronsprecher sind gut aber nicht herausragend. Die Zwischensequenzen werden immer wieder durch Kommentare der Professorin als Erzählerin erläutert und unterstrichen. Optisch sind die Sequenzen in Ordnung, die Animationen der Charaktere wirken aber eher steif. Inhaltlich kriegen wir eine spannende Geschichte rund um Intrigen, Gewissenskonflikte und Emotionen geboten. Diese stellt als Kernelement wohl den besten Teil des Spiels dar.

    Story, hui! Gameplay …
    Verlief Valkyria Chronicles noch rundenbasiert und war taktisch sehr anspruchsvoll, finden wir was das Gameplay anbelangt, in Valkyria Revolution einen absoluten Stilbruch vor. Wir bewegen unser Team von Soldaten diesmal in Echtzeit über die Schlachtfelder und führen Angriffe aus, die ähnlich wie in einem klassischen Final Fantasy oder einem aktuellen Tales of Berseria einen zeitlichen Cool-down haben. Zusätzlich dazu können wir das Spielgeschehen pausieren und Spezialangriffe wirken, die jedoch keine sonderlich große Auswirkung auf den Ausgang des Kampfes haben. Wirklich viel Taktik kommt durch das Kampfsystem nicht auf, obwohl uns das Spiel reichlich Möglichkeiten bietet, unsere Charaktere auszustatten und hinter Sandsäcken oder Ecken in Deckung zu gehen, um unsere Gegner zu überraschen. Das Problem hierbei ist nur, dass die meisten dieser Deckungen so fern ab der Gegner positioniert sind, dass es schon fast lächerlich wirkt, diese nutzen zu wollen. Auch die Gegner-KI gehört eindeutig nicht zu den schlausten, oft passiert es, dass Gegner ineinander rennen oder nicht rechtzeitig angreifen. Deshalb reichte in 90 % der Kämpfe eine simple „Hau-drauf“ Taktik völlig aus, um den Feinden den Garaus zu machen.
    Selbst wenn man die Nostalgiebrille absetzt und den Titel also als eigenständiges Action-RPG bewertet, sind die Mechaniken im Hinblick auf genannte Genrekonkurrenten unterdurchschnittlich. Durch den sehr leichten Schwierigkeitsgrad und den geringen taktischen Anspruch kommt beim Spielen der knapp 50 Stunden langen Kampagne leider oftmals Langeweile und das Gefühl von der Gameplaymechanik ausgebremst zu werden, auf.

    Die Grafik und der Sound(track) des Spiels sind entgegen der schlechten Gameplayentscheidungen absolut gut. Die wie gemalten Städte lassen eine wohlige, freundliche Atmosphäre fernab der Schlachtfelder aufkommen und der Soundtrack (der in der Retailfassung als CD beiliegt) untermalt die emotionale und kritische Story des Titels ansprechend. Auf den Schlachtfeldern hingegen sieht die Grafik nicht immer genauso schön aus wie in geschlosseneren Gebieten, dies mag eventuell der PS-Vita Portierung geschuldet sein.

    Fazit

    Valkyria Revolution lässt sich leider nur als ein gescheiterter Spin-Off Versuch einer erfolgreichen Serie beschreiben. Was die Story und den Soundtrack sowie die allgemeine Aufmachung angeht, braucht sich das Spiel vor anderen Serienablegern nicht zu verstecken. Das langweilige Gameplaydesign, die stumpfe Gegner-KI und der damit verbundene geringe Anspruch sorgen hingegen dafür, dass sich die Kampagne des Spiels eher langweilig statt unterhaltsam anfühlt. Absolute Fans der Serie, die über das Gameplay hinwegsehen können und ihren Schwerpunkt auf die Geschichte des Titels legen, können in Anbetracht des Preises eventuell zugreifen. Allen anderen empfehle ich sich aufgrund der starken Genrekonkurrenz, lieber anderweitig umzusehen.

    Wertung


    Pro

    • malerisch schöne Stadtgebiete
    • toller Soundtrack
    • emotionale Geschichte
    • hoher Umfang (ca. 50 Stunden)

    Contra

    • gescheiterter Stilwechsel
    • langweiliges Gameplay
    • einige Charaktere wirken fehl am Platz
    • Grafik nicht durchgehend auf einem Niveau

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Pascal Requardt 3.Jul.2017 1.607 x gelesen