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    Der dritte Teil der Echtzeitstrategie-Serie aus dem Warhammer 40K Universum beschreitet wieder alte Pfade aber auch ein paar neue Richtungen schlägt der neueste Ableger ein. Der Basenbau ist zurück aber auch Einflüsse aus dem zweiten Teil sind vorhanden. Der stimmungsvolle Trailer/Intro macht zumindest Lust auf mehr.

    Cyprus Ultima, das Unheil nimmt seinen Lauf
    Der Ausgangspunkt der Konflikte zwischen Space Marines, Eldar und Orks in Dawn of War 3 ist Cyprus Ultima, eine imperiale Welt, die von den Orks belagert wird. Die Space Marines kommen dem Haus Varlock zu Hilfe und die Eldar schauen auch vorbei, um ein uraltes Xenos-Artefakt zu sichern. Eine recht interessante Story wird hier in 17 Missionen erzählt, in der wir alle Parteien abwechselnd spielen. Das ist neu und Geschmackssache. Einerseits lernen wie so ganz automatisch das ganze Spektrum der drei stark unterschiedlichen Fraktionen kennen, andererseits können wir uns nicht auf unsere Lieblinge konzentrieren.
    Viel störender ist allerdings, dass das fantastische, stimmungsvolle Intro etwas verspricht, was in der Kampagne nicht einmal ansatzweise gehalten wird. Statt Rendervideos als Zwischensequenzen, gibt es dann nur noch teilanimierte Standbilder und gut gesprochene Dialoge. Bei einem Spiel dieser Klasse hätte ich mir dann auch eine deutsche Sprachausgabe gewünscht.
    Nichtsdestotrotz erhalten wir ein sehr spannendes Missionsdesign in der Kampagne, mit mehreren Stufen und abwechslungsreichen Missionszielen. Diese weiten sich oft von Einzelkämpfereinsätze zu großen Schlachten aus. Das erinnert schon fast an die guten alten Zeiten der Command & Conquer Ära. Der Einzelspielermodus ist schon mal spielenswert, keine Frage.

    The best of two worlds
    Was die Spielmechanik selbst angeht, so hat sich Relic bei Elementen aus dem ersten und dem zweiten Teil und sogar bei Company of Heroes 2 bedient. Natürlich in der Absicht, das Beste dieser „Welten“ zu vereinen. Da beide Vorgänger für sich genommen ganz unterschiedlich aber jeweils doch sehr gute Echtzeitstrategiespiele sind, besteht natürlich die sprichwörtliche Gefahr „Nichts halbes und nichts Ganzes“ zu fabrizieren.
    Und so fängt es beim wieder eingeführten Basenbau an: Ein Art Light-Version mit wenigen Gebäuden, welche die unterschiedlichen Einheiten produzieren, ein Forschungsgebäude und ein Hauptgebäude. Außer bei den Orks können wir auch nur auf den eroberten Ressourcenpunkten Verteidigungsanlagen errichten. Das führt uns zu den Verteidigungsstellungen, ein Ersatz für das Deckungssystem aus Teil 2. So lange Lebenspunkte der Stellung vorhanden sind, erhalten die geschützten Einheiten keinen Schaden durch Fernkampfeinheiten. Nahkämpfer können aber jederzeit die Stellung stürmen und säubern.
    Teil 2 zeigt seine Auswirkungen bei den Helden. Jede Seite bietet neun davon, wobei je drei in ein Gefecht mitgenommen werden können. Auch hier wurde nur eine Light-Version integriert. Die Helden leveln und schalten dabei feste Eigenschaften und Aktionen frei. Auch gibt es nur ein paar spezielle Trupps, die quasi als „Helden“ mit in die Schlacht geführt werden, wie bspw. der Terminatoren-Trupp Ironmaw. Die Alarmglocken läuten…
    Company of Heroes zeigt zu dem seine Einflüsse durch die Ressourcenpunkte, welche gleichzeitig Anforderungspunkte und Energie liefern, manche auch die neue Elite-Ressource, mit der die Helden auf das Schlachtfeld gerufen werden. Auch die neuen Armee-Doktrinen, mit der man seine Truppe ausrüsten kann, haben wohl ihre Wurzeln beim 2. Weltkriegs-RTS.

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    Das Intro macht sehr viel Lust auf mehr. Gehalten wir das weniger.

    3 Fraktionen, 3 Spielweisen
    Die drei Fraktionen könnten sich nicht unterschiedlicher spielen. Zunächst wirken die Space Marines als recht einfach zu spielen, da sie mit gut verteidigenden Einheiten im frühen Spiel und mit schweren Einheiten und einer aggressiven Vorgehensweise im späten Spiel schnell zum Erfolg kommen. Die Eldar verwenden neuerdings Schutzschilde. Dafür sind ihre Einheiten teuer, können aber aus der Ferne angreifen und sich per Hit-and-Run zum Sieg sticheln. Zu guter Letzt haben wir mit den Orks den typischen Massenangriff-Vertreter. Zusätzlich können sie aus herabfallendem Schrott neue Mechs, Türme oder Aufrüstungen für einzelne Trupps herstellen. Dadurch spielen sich die Orks erfrischend anders aber auch fordernder als die anderen Rassen.
    Alles zusammen könnte das jetzt toll werden, vor allem wenn große Mengen aufeinandertreffen und dazwischen die titanenhaften Kampfkolosse sich ihren Weg bahnen. Nur leider kommt es dazu nur selten, weil die Ressourcensammlung quälend langsam läuft, selbst wenn man fast alle Ressourcenpunkte eingenommen, ausgebaut und den zeitweisen Turbobonus aktiviert hat. Als Fan der der alten Klassiker, würde ich gerne den Gegner ab einem bestimmten Punkt einfach überrollen, in dem ich Einheiten am Fließband nachbaue. So sind die Spielrunden wesentlich gediegener, im langweiligeren Sinne.
    Im Mehrspieler kann man aber die Ressourcensammlung beschleunigen, weshalb es hier besser ist. Dafür gibt es aber nur acht Karten von 1v1 bis 3v3. Ein Trostpflaster ist, dass Karten-Nachschub über den Steam-Workshop reinkommt so dass Besserung in Sicht ist. Der neue und auch einzige Spielmodus ist recht interessant gestaltet. In einem mehrstufigen Gefecht müssen mehrere Verteidigungseinrichtungen überwunden werden. Das Ziel ist die Zerstörung des gegnerischen Energiekerns und nicht der Truppen selbst. Das macht jedenfalls Spaß.
    Die KI macht meistens einen guten Job, ärgert den Spieler über mehrere Richtungen und mit ihren Spezialwaffen. Sogar auf einfach kann man sich schon mal die Zähne ausbeißen, wenn wieder mal ein Angriff vereitelt wurde. Geärgert wird man aber auch von den eigenen Einheiten, die sich oft einfach beschießen lassen.

    Schlachtspektakel mit Bedienungsdefiziten
    In Sachen Grafik gibt es absolut gar nichts zu meckern. Ein wahres Schlachtspektakel breitet sich hier vor dem Spieler aus, wenn man die eingeschränkte Sicht mal bei Seite lässt. Hier ist man zeitweise zu nah am Spielfeld und man fühlt sich etwas eingeschränkt.
    Trotzdem kann man hier sehr detaillierte und hervorragend animierte Modelle in Aktion erleben. Dazu gibt es blutige Nahkämpfe, umherfliegende Kämpfer, leuchtende Waffeneffekte und Explosionen und vieles mehr. Die Ladezeiten sind dabei recht angenehm und auch die Performance ist sehr gut.
    Die Bedienung ist wieder eher ein zweischneidiges Schwert. Im direkten Spiel wirkte nur das sehr direkte Scrollen etwas unnatürlich. Wesentlich schwieriger ist die Menüführung. Diese ist – gelinde gesagt – gewöhnungsbedürftig. Zunächst weiß man gar nicht, wie man die neue Ingame-Währung Schädel, mit der man neue Doktrinen und Helden freischaltet, überhaupt nutzen soll. Das „Kaufen“ ist sehr gut versteckt. Mit Freunden ein Mehrspieler-Spiel zu starten war auch nicht ganz so einfach.

    Fazit

    Dawn of War 3 ist für mich persönlich leider eine kleine Enttäuschung. Es hat durchaus Potential und macht auch Spaß, grafisch ist es ein absoluter Hingucker, bietet eine durchaus interessante Geschichte mit abwechslungsreichen, mehrstufigen Missionen, sehr unterschiedlich zu spielenden Fraktionen und der Basenbau wurde auch wieder eingeführt. Allerdings wurde gleichzeitig auch das Heldensystem stark gestutzt, das ich im zweiten Teil so liebgewonnen habe und der Basenbau ist irgendwie auch nur ein Lite-Variante. Dazu kommen kleinere Bedienprobleme im Menü, ein Mehrspielermodus mit nur einer Spielvariante und sehr wenigen Karten, der aber immerhin Spaß macht. Zu guter Letzt hätten wir da noch die Zwischensequenzen. Ein fantastisches Intro und dann gibt es nur noch Dialoge, wobei mir persönlich die deutsche Synchronisation gefehlt hat. Diese kann man von einem AAA-Titel schon erwarten. Einen faden Beigeschmack gibt es auch noch, weil wir demnächst vermutlich jedes weitere Volk einzeln als DLC dazukaufen dürfen.

    Wertung


    Pro

    • spannende und abwechslungsreiche Kampagne
    • riesige Titanen-Einheiten
    • schicke Modelle und Effekte
    • interessanter Mehrspielermodus
    • fordernde Kämpfe mit stark unterschiedlich zu spielenden Fraktionen

    Contra

    • Basenbau Lite
    • stark gestutztes Heldensystem
    • Bedienungsprobleme
    • wenige Inhalte für den Mehrspieler
    • keine gerenderten Zwischensequenzen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Christian Häusler 13.Mai.2017 920 x gelesen

    Warhammer 40.000: Dawn of War 3
    Publisher Sega
    Hersteller Relic
    Genre Echtzeitstrategie
    Altersfreigabe16 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC27.04.2017 Kaufen