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    Alles umsonst. Nachdem man sich im ersten Teil durch jede Mission der Taktikstrategie-Neuauflage durchgebissen hat und wieder und wieder neu laden musste, frustriert aufgehört hat und dann Wochen später nochmal versucht hat, um es dann doch irgendwie zu schaffen, haben die Aliens trotzdem die Weltherrschaft übernommen. So wechseln wir vom Verteidiger zum Widerstand und haben dabei noch viel mehr Spaß als im ersten Teil.

    Im Widerstand
    Die Aliens haben die Herrschaft übernommen, die Nationalstaaten abgeschafft, Krankheiten besiegt und bieten den Menschen ein Leben in Frieden und Wohlstand. Also warum Widerstand? Das wissen nur die Wenigen vom Widerstand. Was man recht schnell erfährt: Die Aliens führen nichts Gutes mit uns im Schilde und wollen uns irgendwie umwandeln. Der einzige, der das verhindern kann, ist natürlich der Held von damals. Also ihr oder wir alle, besser gesagt.

    In der anfänglichen Tutorialmission kämpfen wir uns aus einer Verwahreinrichtung für Ex-Anführer und starten mit dem Aufbau des Widerstandes. Dabei ist sich XCOM natürlich im Kern treu geblieben. Es geht immer noch um eine kleine Truppe, die auf der Welt mit 4 bis 6-Mann Teams Einsätze in taktischer Rundenstrategie absolviert und so den Aliens in den Hintern tritt.
    Die Änderungen werden aber schnell offensichtlich. Das Hauptquartier ist dieses Mal ein gekapertes Alienschiff, die Avenger. Im Querschnitt können wir nun dieses Schiff betrachten und die einzelnen Räume, wie Brücke, Labor oder Technikabteilung betreten. Neue Räume, zumindest eine begrenzte Anzahl, können wir im Raumschiff freimachen, um so Spezialeinrichtungen zu erhalten, die für den weiteren Verlauf wichtig sind. Die richtige Ausrichtung der Forschung und der Einsatz der Ressourcen für die Herstellung von Ausrüstungsgegenständen ist auch dieses Mal wieder immens wichtig. Das betrifft auch Soldaten, Wissenschaftler und Ingenieure. Diese bekommt man durch erfolgreiche Einsätze oder per Zufallsereignis. Vielleicht hat man auch Glück auf dem Schwarzmarkt.

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    Guerillaangriffe gegen die Fremdherrschaft.

    So treffen wir schnell auf das Problem, uns für den wichtigeren Einsatz entscheiden zu müssen. Dazu kommen düstere Ereignisse jeden Monat, die uns zusätzlich auf Trapp halten, wie etwa die Verfolgung durch ein Ufo oder ein Durchbruch der Aliens bei ihrem Masterplan, dem Avatar-Projekt. Großangelegte Säuberungsaktionen der Aliens gegen eines unsere Widerstandsnester, um die wir uns in jedem Fall kümmern müssen, kommen noch oben drauf. Und dazu müssen wir auch noch unser Widerstandsnetzwerk ausbauen. Immer gilt, die Avenger muss dorthin fliegen, selbst zum Abholen unserer monatlichen Vorräte ist dies nötig. Vorräte sind die Währung in XCOM2 aber auch Informationen sind eine wichtige Ressource. Mit dieser können wir Ziele der Aliens aufdecken und uns im Austausch auf dem Schwarzmarkt mit Artefakten für die Herstellung von Waffen, Vorräten oder neuen Rekruten versorgen. Letztere sind zusammen mit ihrer Ausrüstung die Ressourcen, auf die es ankommt.

    Die Helden des Schlachtfeldes
    Ohne erfahrene Soldaten hat man genauso schlechte Chancen wie mit schlechter Ausrüstung. Stärker als zuvor muss der Spieler den richtigen Mittelweg finden, um erfolgreich zu sein. Dabei gibt es so viele kleinere oder größere Neuerungen, dass sich der Nachfolger anders, erweitert, frischer anfühlt. So können wir beispielsweise die einzelnen Soldaten noch weiter anpassen und sogar Namen, Farben und Tarnmuster für ihre Waffen festlegen, so dass sie sich fast wie Sims anfühlen. Das stärkt die Bindung zur Truppe und dem Spiel. Ein schlauer Schachzug. Die neuen Klassen bringen außerdem frischen Wind in die Truppe. Spezialisten haben eine Drohne, die in den Kampf eingreift oder Kameraden heilt. Ranger ziehen mit Schwertern in der Nahkampf und Scharfschützen können zum Pistolenheld aufgerüstet werden.
    Was die Bedienung angeht kann man nicht klagen. Die Navigation im Schiff, auf der Weltkarte oder in den Menüs funktioniert ohne Probleme und intuitiv. Das setzt sich so auch im Einsatz fort, auf den sehr abwechslungsreichen Karten mit den größtenteils zerstörbaren Häusern und den unterschiedlichen Missionstypen. Schnell ist der Ablauf aus Aktionen und Bewegungen in Fleisch und Blut übergegangen und man kann sich auf das Wesentliche konzentrieren. So muss es sein.
    Die neuen Gegner wirken, bezogen auf das Sci-Fi Szenario, jetzt wesentlich authentischer, was irgendwie auch daran liegen könnte, dass sie wie Scí-Fi-Alien-Nazis von der dunklen Seite des Mondes wirken. Also wie etwas das unbedingt getötet werden muss. Für Frustration könnte aber die KI sorgen. Schon im Normalmodus nutzt sie Fehler des Spielers aus, bspw. wenn man unachtsam vorrückt oder sich ein Zivilist wieder in ein Monster verwandelt. Wenn man einen Mann nach dem anderen verliert und vielleicht sogar im Ironman-Modus spielt, in dem kein Speichern im Kampf erlaubt ist, wird es richtig düster. Laden, Laden, Laden …

    Schönes Schach
    XCOM 2 ist schön anzusehen. Sicherlich gewinnt es mit den recht künstlich aussehenden Soldaten und anderen Charakteren keinen Preis, dafür wurden sie ordentlich in Szene gesetzt. Bewegungen und Angriffe sind gut animiert und kommen mit wenigen Clipping-Fehlern in Zusammenhang mit herumstehenden Objekten aus. Die Actionkamera, die ab und zu zum Einsatz kommt, verleiht dem Kampf dann auch noch etwas Filmreifes. Das lockert die Runden auf. Die Karten sind zudem sehr unterschiedlich und schön ausgestaltet. Von Wald und Wüste, über dunkle, urbane Kampfschauplätze bis hin zu Alienbasen darf man sich immer wieder auf neue Herausforderungen freuen. Die teils zerstörbare Umgebung sorgt neben den ganz ordentlichen Feuer- und Explosionseffekten auch für taktische Möglichkeiten, in deren Falle man laufen oder auch den Gegner reinstolpern lassen kann.
    Untermalt wird das Ganze mit Musik, die auch passend zur Situation ausgewählt wird und bei jeder Startsequenz eines Einsatzes wieder für patriotische Gefühle sorgen kann, wenn unsere tapferen Frauen und Männer entsprechend animiert zur Tat schreiten. Das kann nur ein Spiel, welches seine Spieler wirklich in den Bann zieht.

    Fazit

    XCOM2 gehört zu den Nachfolgern, die noch viel besser geworden sind als der Vorgänger. Das Spiel macht viel Spaß, es ist einfach erlernt und zu bedienen. Die Neuerungen, Änderungen und Erweiterungen wirken stimmig. Die Kämpfe sind fordernd und abwechslungsreich. Der Schwierigkeitsgrad kann von machbar bis schwierig variiert werden. XCOM2 ist für jeden Strategiefan mit Hang zum Science-Fiction ein absolutes Muss. Wenn überhaupt könnte man sich nur an den einfachen Charakteren oder allgemein einer nicht ganz zeitgemäßen Grafik stören - was meiner Meinung nach hier aber kaum ins Gewicht fällt.

    Wertung


    Pro

    • frisches Szenario mit vielen neuen Möglichkeiten
    • fordernde, abwechslungsreiche Kämpfe
    • interessante Geschichte

    Contra

    • kleinere Clippingfehler
    • ein gewisses Frustrationspotential

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Christian Häusler 16.Feb.2016 1.635 x gelesen

    XCOM 2
    Publisher 2K Games
    Hersteller Firaxis
    Genre Science-Fiction Strategie Taktik
    Altersfreigabeab 16 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC05.02.2016 Kaufen
     

    Artikel

    XCOM 2 kommt doch noch für Konsolen

    vom 7.Jun.2016 0 Kommentare