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Im letzten Jahr lief die US-Thriller-Serie „Hannibal“, die lose auf “Roter Drache” basiert, auch im deutschen Free-TV. Die zweite Staffel schaffte es bislang nur ins Pay-TV und zu Streaming-Diensten. Für uns Grund genug, uns die Kauf-Version mal anzusehen.
Hinweis: Wer die Serie noch nicht kennt, sollte direkt zum Fazit springen, da der Text Spoiler zu Staffel 1 enthält!

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(c) Studiocanal
Laufzeit: 558 Minuten
seit 4.12.2014 im Handel
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Vertauschte Rollen
Hannibal hat es geschafft, dass alle Welt glaubt, dass Will Graham seine Morde begangen habe. Wirklich zufrieden ist der Psychopath mit der Situation aber nicht, betrachtet er Will doch nach wie vor als Freund und interessantes Subjekt, das er gern weiter studieren würde. Als der Prozess losgeht, versucht Hannibal Will zu helfen – auf seine Weise. Derweil versucht Will zunehmend verzweifelt, FBI-Agent Jack Crawford von Hannibals Schuld zu überzeugen.

Die Serie beginnt mit einem Ausblick auf das Staffel-Finale: Jack Crawford und Hannibal liefern sich in dessen Küche ein Duell auf Leben und Tod. Normalerweise halte ich von diesem Kniff nicht viel, aber die Staffel bleibt trotz des Wissens, was am Schluss passieren wird, über die ganzen 13 Folgen spannend. Diverse Wendungen und Überraschungen halten den Zuschauer bei der Stange.

Bemängeln muss man allerdings die manchmal wie beiläufig eingestreuten Nebenhandlungen, wenn doch nochmal andere Serienkiller gefasst werden sollen. Auch hier haben die Macher wieder tolle/gruselige Ideen, aber beispielsweise bei der „Honig-Mörderin“ gelingt die Festnahme einfach zu schnell und quasi „nebenbei“. Auch andere Handlungsstränge verliert die Serie manchmal mehrere Episoden aus den Augen, die Krebserkrankung von Crawfords Frau ist hier zu nennen.

Aber davon abgesehen bietet die Staffel eine gelungene Fortsetzung, knüpft an alle losen Enden aus Staffel 1 an und liefert wieder einen atmosphärischen Bilderrausch. Sicher, bei der einen oder anderen präsentierten Leiche muss man sich fragen, wie der Mörder die ungesehen installiert haben soll, aber hier stellen die Macher eben Symbolik über Logik, das sollte man abkönnen. Ohnehin geht die Serie konsequent weiter eigene Wege, setzt eher auf charakterliche Tiefe, geschliffene, oft auch philosophische Dialoge statt auf Verfolgungsjagden oder dauernde Schusswechsel. Nicht zuletzt ist der großartige Cast ein Garant für gelungene Unterhaltung, vor allem Mads Mikkelsen als Hannibal ist einfach großartig und stellt für mich sogar Anthony Hopkins in den Schatten.

Ein Wort zu den Extras: Auf den Discs selbst finden sich jeweils nur Audio-Kommentare der Macher zu einzelnen Folgen, nur auf der letzten Disc gibt es dann auch noch Making Ofs, die beispielsweise Einblicke in die Symbolik gewähren. Wer nach der Serie glaubt, Mads Mikkelsen könne gar nicht lachen, sollte sich mal das Gag Reel ansehen.
Gefehlt hat mir eine längere Zusammenfassung der ersten Staffel. Es gibt nur das übliche, knapp 30 Sekunden lange „Bisher bei Hannibal“ zu Beginn der ersten Folge – nach einem Jahr Pause ist das etwas dünn.

Fazit

Staffel 2 setzt etwas andere Prioritäten als die erste Staffel, die Hatz nach diversen Serienmördern ist eher ein Nebenschauplatz, stattdessen stehen die Psychoduelle der Hauptdarsteller im Vordergrund. Bildgewaltig inszeniert und mit atmosphärischer Musik unterlegt, bietet auch Staffel 2 spannende Unterhaltung. Ich bin auf Staffel 3 gespannt.

Wertung


Pro

  • fesselnder Bilderrausch
  • atmosphärische Musik
  • tolle Hauptdarsteller

Contra

  • Cliffhanger Ende
  • andere Serienkiller nur noch Beiwerk
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Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 16.Dez.2014 1.597 x gelesen

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