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    Die Psycho-Thriller-Serie „Hannibal“ ging letztes Jahr in die dritte und wohl letzte Staffel. Wegen schwacher Einschaltquoten setzte Heimsender NBC die Serie ab, eine neue Heimat hat sich bislang nicht gefunden und die Beteiligten sind mittlerweile alle an andere Projekte gebunden. Nun kommt hierzulande Staffel 3 in den Handel – und zumindest für mich war eine der spannendsten Fragen: Bekommen wir ein rundes Ende serviert, oder einen fiesen Cliffhanger, der nie aufgelöst wird?

    hannibal3_cover

    (c) Studiocanal
    Laufzeit: 535 Minuten
    ab 21.01.2016 im Handel
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    Hetzjagd in Florenz
    Hannibal ist seinen Häschern entkommen und hat sich mit seiner Psychiaterin Bedelia nach Florenz abgesetzt, wo er eine neue Identität annimmt. Es gelingt ihm jedoch nicht lange, seine Neigungen zu unterdrücken und nach den ersten Morden sind ihm nicht nur die italienische Polizei, sondern auch Will Graham und Jack Crawford auf den Fersen. Damit nicht genug, hat auch noch Fleischfabrikant Verger eine Rechnung mit dem Kannibalen offen und setzt ein Kopfgeld auf Hannibal aus.

    Die Serie lässt sich grob in zwei Parts aufteilen. Die Hatz in Florenz, die (meines Wissens nach) in der Romanvorlage „Roter Drache“ gar nicht vorkommt, und die Jagd nach einem neuen Serienkiller, die in weiten Teilen dem Buch folgt. Diese Teile unterscheiden sich sehr stark in ihrer Erzählstruktur. Die erste Hälfte ist nach gutem Einstieg sehr verworren. Visionen, Zeitsprünge und zig handelnde Personen an unterschiedlichen Orten (neben Roter Drache wurden auch Elemente aus Hannibal und Hannibal Rising eingebaut) machen es dem Zuschauer nicht eben leicht, auch weil es keine Zusammenfassung der Ereignisse aus Staffel 2 gibt – wohl dem, der ein gutes Gedächtnis hat. Neueinsteiger stehen hingegen auf verlorenem Posten.
    Dass die Quote hier einbrach, verwundert jedenfalls nicht, für die Masse ist Hannibal nicht gemacht, die 3. Staffel am wenigsten von allen.

    Ab Folge 6 geht es dann aber wieder stringenter voran und die Story nimmt Fahrt auf. Richard Armitage (Thorin aus Der Hobbit) gibt eine gute Vorstellung als Zahnfee und die Serie weicht stark genug von der Vorlage ab, damit sie für Kenner von Buch oder Filmen noch spannend bleibt und bietet – um die Eingangsfrage zu beantworten – ein würdiges, rundes Finale.

    Was die Serie auszeichnet ist aber weniger die Geschichte, sondern die Inszenierung. Nahaufnahmen, Zeitlupen, Symbolik, bedeutungsschwere, oft philosophische Dialoge von sehr guten Darstellern – Hannibal ist Arthouse im Serienformat und rein ästhetisch in der obersten Liga anzusiedeln. In Staffel 3 wird das noch auf die Spitze getrieben und ist ein absoluter Augenschmaus. Schade, dass es für so etwas offenbar nicht genug Zuschauer gibt.

    Fazit

    Visuell ist auch die 3. Staffel von Hannibal wieder eine großartige Erfahrung. Inhaltlich kriegt die Staffel nach etwas wirrem Beginn noch die Kurve und liefert einen würdigen Abschluss. Für Fans der ersten beiden Staffeln ein Muss, eine Zusammenfassung früherer Ereignisse in den Extras wäre aber wünschenswert gewesen.

    Wertung


    Pro

    • hochklassige Arthouse-Inszenierung
    • großartige Darsteller
    • nach wirrem Beginn auch spannende Story
    • guter Abschluss

    Contra

    • Keine Erinnerungshilfe in den Extras
    • Story beginnt recht wirr
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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 21.Jan.2016 587 x gelesen