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Penny Dreadfuls waren Groschen-Horrorgeschichten, die zu der Zeit populär waren, als Grusel-Klassiker wie Frankenstein, Dracula oder das Bildnis des Dorian Gray geschrieben wurden. Diese Klassiker nahm sich Showrunner John Logan zum Vorbild, um mit den daraus bekannten Figuren eine neue TV-Serie eben unter dem Titel „Penny Dreadful“ zu machen. Eine Art britische Variante von American Horror Story?

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(c) Showtime/Paramount Home
Laufzeit 419 Minuten (8 Folgen)
ab 09.04.2015 im Handel
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Auf der Suche nach Mina
London 1891: Afrikaforscher Sir Malcolm ist verzweifelt. Seine Tochter Mina ist verschwunden und scheint in die Hände eines unheimlichen Wesens geraten zu sein. Zusammen mit seinem Diener, Minas Jugendfreundin, der übersinnlich begabten Vanessa Ives, und dem amerikanischen Pistolenschützen Chandler stürmt Malcolm den Ort, wo er Mina vermutet. Tatsächlich bringen sie dort ein Monster zur Strecke, doch Mina selbst ist nicht dort.
Während Vanessa von Visionen heimgesucht wird, zieht Malcolm den jungen Doktor Frankenstein hinzu, um die Leiche des Monsters zu untersuchen und das Rätsel um ihre Herkunft und Minas Verschwinden zu lösen. Gleichzeitig erschüttert eine blutige Mordserie London. Ist Jack the Ripper zurückgekehrt?

Mina? Ja genau, Mina Harker. Der Kern der Geschichte ist also die Dracula-Story, sie nimmt allerdings nicht den erwarteten Verlauf, wenngleich im weiteren auch ein gewisser Dr. van Helsing auftaucht. Außerdem macht noch Dorian Gray seine Aufwartung und entführt einige der Hauptfiguren in das sündige Leben des viktorianischen London, der produzierende Sender Showtime setzt ja gern auf Sex. Dazu führt Frankenstein im Verborgenen natürlich auch seine Forschungen an wiedererweckten Toten fort etc.

Wer meint, das sei alles ein bisschen viel des Guten, legt auch gleich den Finger in die Wunde der Serie. Gerade mal acht Episoden umfasst die erste Staffel und die sind doch etwas überfüllt, zumal jede der Hauptfiguren noch Geheimnisse und persönliche Dramen umtreiben, die nach und nach gelüftet werden. Dorian Gray zum Beispiel wirkt allzu gewollt in die Szenerie eingefügt, sein gelegentliches Auftreten ist nur minimal mit der Haupthandlung verknüpft und für deren Verlauf nebensächlich. Oder die blutigen Morde vom Anfang, die nach zwei Episoden plötzlich keine Rolle mehr spielen und nicht weiter verfolgt werden. Es sind zu viele Fäden, die Logan in die wenigen Episoden spinnen wollte, zum Teil wohl auch, um eine zweite Staffel vorzubereiten. So hängt dann auch am Ende das eine oder andere lose Ende herum und man fragt sich, ob Weniger nicht Mehr gewesen wäre.

Denn davon abgesehen ist die Serie hochwertig. Die erstklassige Besetzung mit Eva Green, Josh Hartnett und Timothy Dalton in den Hauptrollen, die hochwertige Ausstattung, die gekonnte Inszenierung, all das könnte in der Oberliga der TV-Serien mitspielen. Inhaltlich jedoch erscheint die Serie etwas halbgar, nicht nur wegen des Überangebots an Figuren und Handlungssträngen, sondern auch, weil man wild zwischen klassischem Grusel, Familien-Drama, Erotik, Action und Kostümfilm changiert und sich nicht recht entscheiden kann, was man dem Zuschauer nun wirklich bieten will.
Trotzdem: Wer Gefallen an dem Old-School Grusel findet, kann sich auf eine zweite Staffel freuen, die sich – so scheint es – auf weniger Figuren konzentriert und somit einiges besser machen könnte.

Fazit

Penny Dreadful bietet ganz klassischen, britischen Grusel, der allerdings zuweilen am Überangebot von Figuren und Handlungssträngen etwas erstickt. Trotz toller Besetzung und hochwertiger Produktion wirkt die erste Staffel von Penny Dreadful etwas überladen und kann somit nicht in der Oberliga der Spitzenserien mitspielen. Fans der Grusel-Klassiker können aber mal einen Blick riskieren, vielleicht wendet sich mit Staffel 2 ja alles zum Guten, Potential wäre allemal vorhanden.

Wertung


Pro

  • erstklassige Besetzung
  • hochwertige Ausstattung
  • einige packende Episoden

Contra

  • zu viele Klassiker in acht Episoden gequetscht
  • einige lose Fäden wie die Morde vom Beginn
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Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 6.Apr.2015 2.606 x gelesen