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    Nachdem Nutzer von Amazon Prime bereits in den Genuss der zweiten Shannara-Staffel kamen, steht diese nun auch als Disc-Version in den Regalen. Lohnt sich die Anschaffung?
    Aufgepasst: Da Season 2 die Geschichte der ersten Staffel (siehe Rezension) fortsetzt, enthält der Artikel Spoiler zu den vergangenen Ereignissen.

    (c) Concorde Home Entertainment
    Laufzeit: 450 Minuten
    ab 21.12.2017 im Handel
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    Kein Frieden in Sicht
    Seit dem Ende des ersten Abenteuers ist ein Jahr vergangen. Wir erinnern uns: Die toughe Eretria hatte im Cliffhanger der letzten Folge eine unerwartete Begegnung mit irgendeinem Bekannten. Dieser stellt sich nun als ihr väterlicher Mentor Cogline heraus, in dessen Zuflucht Eretria inzwischen mit der hübschen Lyria angebandelt hat. Doch eine Vision lenkt das neue Leben der Protagonistin in andere Bahnen: Frisches Unheil braut sich zusammen und nur das wieder vereinte Dreamteam kann die Welt noch retten – Eretria muss Wil Ohmsford finden.
    Der hat den Verlust der geliebten Amberle noch nicht überwunden und sucht Ablenkung in seiner Tätigkeit als Heiler. Doch nicht nur sein gnomischer Lehrmeister zweifelt daran, dass dies Wils Schicksal ist – der junge Mann muss sich seiner wahren Berufung als Shannara stellen und einmal mehr den Kampf gegen das Böse aufnehmen. Neben dem allseits bekannten Druiden Allanon wird dabei auch die geheimnisvolle neue Figur Mareth eine wichtige Rolle spielen.
    Hilfe ist bitter nötig, denn abgesehen von der potenziellen Erweckung eines finsteren Hexenmeisters droht weitere Gefahr durch eine Gruppe von Fanatikern, die mit brutaler Gewalt gegen Magienutzer vorgehen.

    Die zehn Folgen bieten mit düsteren Beschwörungen, actionreichen Kämpfen, schwierigen Familienbeziehungen, Liebesgeschichten und gemeinen Intrigen durchaus spannende Szenen und interessante Elemente, enthalten aber vielleicht schon zu viele Unterthemen und Nebenschauplätze, die dann trotz insgesamt höherer Laufzeit jeweils nur halbherzig ausgearbeitet wurden. Beispielsweise kommt selbst der eigentliche „Oberbösewicht“ in der Story deutlich zu kurz.
    Die Geschichte bleibt oft ziemlich flach und kommt noch dazu mit teils verbesserungswürdigen, simplen Dialogen daher, die nicht mit Klischees geizen. Außerdem wirken die Lösungen für Gefahrensituationen manchmal zu einfach, zu oft wird mit Deus ex machina-mäßigen Wendungen nachgeholfen.
    Oft erfolgen auch die Szenenwechsel zu schnell. Abwechslung ist ja schön und gut, aber das ist dann doch etwas zu viel, weil man hier kaum beim jeweiligen Protagonisten angekommen, schon wieder zum nächsten gescheucht wird.
    Ein Highlight sind wieder die wunderschönen Landschaften und postapokalyptischen Schauplätze, wie schon in der ersten Staffel kommt allerdings kein richtiger Sinn für die tatsächlichen Entfernungen auf – es wirkt meist, als würden sich alle Orte direkt um die Ecke befinden.

    Alle stehen auf ihn
    Die schauspielerische Leistung ist durchwachsen. Mädchenschwarm Wil soll z.B. anscheinend einfach nur schnuckelig aussehen und macht über weite Strecken das gleiche Gesicht – eine komische Schnute mit offenen Lippen. Das nervt schon ein bisschen. Darüber hinaus sehen die Helden auch nach zahllosen Gefahren üblicherweise aus wie geleckt, Klamotten und Frisuren sitzen perfekt.
    Weitere kleine Ärgernissen sind unfreiwillig komische Effekte wie blaue und rote Lichtblitze a la StarWars für Arme, Magier, die ihre Kräfte kaum einsetzen und sich stattdessen mit Schwertern beharken, und Dilettanten, wohin man schaut. Die Sicherheitsvorkehrungen im Palast, der diesmal oft Schauplatz der Handlung ist, wirken etwa ähnlich mies wie vorher im Elfenschloss – jeder spaziert hinein und sorgt nach Lust und Laune für Chaos.

    Das Ende der Staffel macht einen zu überhasteten Eindruck. Es scheint, als hätte man krampfhaft versucht, alle Handlungsfäden in den letzten Folgen zu einem Abschluss zu bringen, so dass für ein rundes Finale kaum Zeit bleibt. Das Ende an sich geht inhaltlich in Ordnung, ein Cliffhanger deutet aber auf eine dritte Staffel hin, deren Entstehung jedoch wegen enttäuschender Einschaltquoten wohl noch fraglich ist.
    Die beiden Blu-Rays oder drei DVDs enthalten übrigens leider keine nennenswerten Extras – anders als bei der ersten Staffel, die z.B. ein Making of mitbrachte, gibt es hier bloß einen Shannara-Trailer und etwas Werbung.

    Fazit

    Die zweite Staffel der Shannara-Serie bietet zwischendurch durchaus spannende Momente, Action und schöne Bilder, so dass man sich über leichte Unterhaltung für Fantasy-Anhänger freuen kann. Leider wurden viele Handlungsstränge aber nur halbherzig umgesetzt, die schauspielerische Leistung lässt teilweise zu wünschen übrig und manche Charaktere oder ihre Beziehungen zueinander können sogar regelrecht nerven. Die erste Staffel hat mir, trotz ebenfalls vorhandener Schwächen, inhaltlich etwas mehr zugesagt.

    Wertung


    Pro

    • ansprechender Look mit fantastischen Landschaften
    • interessantes Szenario
    • unkomplizierte Unterhaltung mit Abwechslung und Action

    Contra

    • vieles wirkt flach und zu oberflächlich
    • viele Klischees und simpel gestrickte Handlungsfäden
    • teils verbesserungswürdige Schauspieler und Charaktere
    • fehlende Extras

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Christina Schmitt 10.Jan.2018 270 x gelesen