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    Nachdem man sich die auf der Buchreihe von Terry Brooks basierende Serie bereits bei Amazon Prime zu Gemüte führen konnte, steht nun auch die Disc-Version der ersten Shannara-Staffel in den Händlerregalen. Obwohl Jörgs Einschätzung zum Anfang der Geschichte ziemlich ernüchternd war (siehe Ersteindruck hier), wollte ich mir gern die enthaltenen zehn Folgen anschauen.

    Die letzte Hoffnung der Elfenheit
    Der magische Baum Ellcrys liegt – okay, eher steht – im Sterben. Das Volk der Elfen hat nun ein riesiges Problem und auch vorm Rest der so genannten Vier Lande wird die Bedrohung keinen Halt machen. Denn jedes Blatt, welches vom sterbenden Baum fällt, steht für die Geburt eines Dämons. Ist das letzte Laub gefallen, wird der Herrscher der Höllenkreaturen mit seiner Armee die wohl ultimative Schlacht beginnen und alle Angehörigen der Gegenseite auslöschen.
    Die Zeit drängt also und die zur Hüterin des Baumes berufene Elfenprinzessin Amberle, der von großen Helden abstammende Halb-Elf Wil und die raffinierte junge Zigeunerin Eretria müssen sich zusammenraufen, um trotz gewisser Meinungsverschiedenheiten und Startschwierigkeiten eine Mission zur Rettung der Welt zum Erfolg zu führen.
    Währenddessen versucht auch der menschliche Druide Allanon, ein alter Verbündeter des Elfenkönigs (und nebenbei bemerkt mit der coolste Charakter in dieser Geschichte), seinen Beitrag dazu zu leisten.

    shannara1cover

    (c) Concorde Home Entertainment
    Laufzeit: 401 Minuten
    ab 07.04.2016 im Handel
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    Eine Besonderheit der Shannara Chronicles ist der Schauplatz. Denn obwohl sich Elfen und auch andere Völker wie die ebenfalls vorkommenden Gnome ganz nach fremder Welt anhören, ist die Geschichte auf unserer Erde angesiedelt, zweitausend Jahre nach einem Atomkrieg. Wie es dazu kam, dass nach dem Ende der früheren Zivilisation nun eben auch Elfen und sonstige menschenähnliche Wesen die Welt bevölkern, wird hier leider nicht genauer erläutert. An vielen Stellen der sehr ansehnlichen Landschaften sind aber überwucherte und verrostete Relikte unserer Zeit zu sehen, von Satellitenschüsseln über abgestürzte Hubschrauber bis hin zu noch immer verseuchten Schlachtfeldern.
    Das Setting gefällt mir im Prinzip gut, enthält aber viele dann doch etwas unglaubwürdige Elemente. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, dass nach tausenden von Jahren noch tadellos funktionierende Feuerzeuge und sogar Schusswaffen zu finden sind oder dass an einem Wind und Wetter (und vielleicht auch noch saurem Regen und sonstwas) ausgesetzten Fahrzeug noch die Reifen hängen. Wer auch in Fantasy-Szenarien viel Wert auf Logik und Realismus legt, könnte mit dieser Serie also ein Problem haben.

    Teils verschenktes Potenzial
    Leider werden neben der Entstehungsgeschichte der neuen Völker auch ein paar andere Themen bloß angeschnitten und es fehlen ein wenig die größeren Zusammenhänge in der an sich abwechslungsreichen und durchaus spannenden Handlung. Man erfährt etwa nur wenig darüber, wie die Menschen leben oder wie die Vier Lande mit ihren offensichtlich höchst unterschiedlichen Klimazonen eigentlich genau aufgebaut sind. Teils wirkt dann auch der Umgang mit den Entfernungen etwas inkonsequent – Wege, die erst sehr lange dauern, werden dann auf der Rückreise plötzlich in gestrecktem Galopp vermeintlich ruckzuck zurückgelegt.
    Insgesamt eignet sich die Serie meiner Meinung nach vor allem für jugendliche Zuschauer oder weniger erfahrene Fantasy-Konsumenten. Wer schon mehr Vergleichsmöglichkeiten in diesem Bereich hat, entdeckt wahrscheinlich zu viele bekannt wirkende Elemente und andere Schwächen.

    Zwischen den jugendlichen Helden entspinnt sich eine Dreiecksbeziehung, zur Abwechslung mal mit einem Jungen und zwei Mädels, nicht wie so oft umgekehrt. Manchmal sind die Jungspunde anscheinend mehr an ihren eigenen Problemen interessiert als an der Rettung der Welt und man möchte ihnen am liebsten in den Hintern treten. Zum Glück hat jede der Hauptfiguren dann doch ihre Stärken und die drei entwickeln sich im Laufe der Episoden auch ein bisschen weiter. Die Dialoge enthalten ein wenig Humor und teils „modern“ scheinende Formulierungen statt typischer geschwollener Fantasy-Sprache (dazu passt dann auch die ungewöhnliche, rockige Musik mancher Szenen).
    Eine besondere Erwähnung im Bereich Charaktere verdient das unfähige Sicherheitspersonal im Elfenpalast – die Wachleute in ihren schicken Rüstungen sind nicht in der Lage, auch nur einen einzigen der diversen Eindringlinge abzufangen, und verhalten sich auch ansonsten wiederholt so dämlich, dass es fast an Satire grenzt. Wer solche Soldaten hat, braucht eigentlich keine Feinde mehr…

    Neben den Episoden findet man auf der zweiten Blu-ray auch einige Extras. So etwa ein schönes Making of (englisch mit deutschen Untertiteln) rund um die Welt, die Charaktere und die Umsetzung der Romanvorlage, in dem unter anderem die wichtigsten Schauspieler zu Wort kommen. Außerdem gibt es ein kürzeres Video „Hinter den Kulissen“, welches allerdings teilweise auch die gleichen Kommentare zu den Figuren und anderen Themen enthält. Des weiteren bietet der Bonus-Bereich den offiziellen Shannara-Trailer und -Teaser (jeweils auf Deutsch und auf Englisch) sowie „Programmtipps“ in Form von Trailern zu den Filmen bzw. Serien Die Bestimmung – Allegiant, The Last Witch Hunter, Da Vinci’s Demons und Hemlock Grove.

    Fazit

    Es fällt mir wirklich nicht leicht, The Shannara Chronicles zu bewerten. Denn trotz der diversen auffallenden Schwächen, etwa in Sachen Welt-Ausgestaltung, fand ich die erste Staffel doch ziemlich unterhaltsam. Man muss sich hier nicht groß den Kopf über ausufernd komplexe Story-Zusammenhänge zerbrechen, das ist ja manchmal auch ganz nett. So erwartet den Betrachter ein unkompliziertes und vor allem durch die traumhaften Landschaften schön anzusehendes Fantasy-Abenteuer, das nicht zuletzt jugendliche Zuschauer ansprechen dürfte. Die erste Staffel hat ein ganz vernünftiges Ende, durch ein paar interessante Cliffhanger-Momente wird man aber bereits neugierig auf die Fortsetzung gemacht.

    Wertung


    Pro

    • ansprechender Look mit fantastischen Landschaften
    • interessantes Szenario
    • unkomplizierte Unterhaltung mit Abwechslung und Action
    • cooler Druide

    Contra

    • Potenzial des Settings nur teilweise genutzt, vieles bleibt oberflächlich
    • einige Story-Elemente wirken wie ein Abklatsch anderer Werke
    • teils nervendes Beziehungsdreieck der jungen Helden
    • völlig unfähige Elfenwachen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Christina Schmitt 9.Apr.2016 2.690 x gelesen