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HBO hat uns schon einige Top-Serien geliefert, nicht zuletzt Game of Thrones oder True Blood. Von der neuen Mystery-Thriller-Serie „True Detective“ sagen viele schon jetzt, sie sei die „beste Serie des Jahres“, obwohl 2014 ja noch lange nicht rum ist. Sie ist nun auf DVD erschienen (eine Free-TV-Ausstrahlung ist bislang nicht in Sicht).

truedetective

(c) Warner Home Video
Laufzeit: 420 Minuten (8 Episoden)
ab 04.09.2014 erhältlich
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Zwei Detectives über 17 Jahre
2012: Die ehemaligen Detectives Marty Hart (Woody Harrelson) und Rust Cohle (Matthew McConaughey) werden gebeten, über einen 17 Jahre alten Fall zu erzählen, einem der ersten, an dem sie zusammengearbeitet haben. Damals wurde eine junge Frau ermordet aufgefunden, in seltsam betender Pose und mit satanischen Symbolen gezeichnet.
Die Ex-Cops beginnen zu erzählen, doch scheint der Fall selbst gar nicht das Hauptinteresse der in einem ähnlich wirkenden Fall Ermittelnden zu sein. Vor allem Hart wird immer wieder nach Persönlichem von Cohle gefragt, nach seinen Methoden. Was steckt hinter diesen Fragen?

Auf den ersten Blick haben wir ein klassisches Setting: Zwei Cops, die sich nicht ausstehen können, und gerade erst zu Partnern geworden sind, arbeiten an einem besonders spektakulären Fall. Doch True Detective geht in vielen Bereichen andere Wege.
Das fängt schon bei der Erzählstruktur an. Immer wieder springen wir von der Gegenwart in die Vergangenheit, sehen Episoden, die zu den Fragen der aktuellen Ermittlern passen. Wir erleben über acht Episoden nicht nur die stockenden Ermittlungen in dem Fall von 1995, die Handlung springt auch zu späteren Zeitpunkten und wir erleben mit, wie sich das Verhältnis und das Leben der beiden Cops verändert und wie sie zu dem wurden, was sie 2012 sind. Dazu bedient sich die Serie oft langer Dialoge, wobei einige Sprüche des misanthropen Cohle sicherlich Kult-Potential haben.

Das ist an Charakterzeichnung vermutlich wirklich das beste, was man im Crime-Genre je gesehen hat. Das Setting in den Sümpfen Louisianas tut sein übriges, um eine enorm dichte Atmosphäre zu schaffen, die den Zuschauer packt und sieben Stunden nicht mehr loslässt, obwohl die eigentlichen Ermittlungen nur sehr langsam vorankommen.
Neben den grandiosen Hauptdarstellern (dass McConaughey der Emmy verwehrt wurde, nur um Bryan Cranston einen weiteren für Breaking Bad zu verleihen, ist in meinen Augen ein Witz) ist auch die Umsetzung absolut auf Hollywood-Niveau. Regisseur Fukunaga (Sin Nombre) gelingt es hervorragend, die schwüle Atmosphäre Louisianas einzufangen, dazu kommt klasse Musik, die die Atmosphäre hervorragend unterstützt.

Also alles super? Nein, ganz ohne Makel ist die Serie dann doch nicht. Zum einen kommt der Höhepunkt zu früh, zum Ende hin fällt die Serie leider etwas ab, verliert vor allem etwas von der Unkonventionalität, die sie bis dahin ausgezeichnet hat. Auch mangelt es einigen Nebenfiguren an Tiefe, das gilt insbesondere für die Frauen, die nur entweder brav sind, oder eben Huren. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Fazit

True Detective ist TV-Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau. Regie- und Kameraarbeit sind top und die Darsteller spielen großartig, vor allem McConaughey. Crime-Fans sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass hier der Fall manchmal beinahe zur Nebensache gerät und die Hauptfiguren und deren Beziehung zueinander klar im Vordergrund steht.

Wertung


Pro

  • unkonventionelle Inszenierung auf Top-Niveau
  • schwüle, packende Atmosphäre
  • herausragende Schauspielerei
  • einzigartige Charakterzeichnung

Contra

  • Fall gerät manchmal zur Nebensache
  • Auflösung nicht wirklich gelungen
  • Frauenfiguren sehr eindimensional
Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 1.Sep.2014 763 x gelesen

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