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    Der Shannara-Zyklus von Terry Brooks gilt als einer der Fantasy-Klassiker der späten 70er und 80er-Jahre und war auch hierzulande erfolgreich – zumindest im letzten Jahrhundert. Die letzten Bücher der mittlerweile sehr umfangreichen Serie sind noch gar nicht in Deutschland erschienen. Nun also die Umsetzung der TV-Serie, wofür man sich „Das Elfensteine von Shannara“, den zweiten Roman des Zyklus ausgesucht hat. Gestern liefen die ersten beiden Folgen hierzulande bei Amazon Prime – wirklich ein Konkurrent für Game of Thrones?

    Die Erwählten
    Alljährlich findet im Reich der Elfen ein Lauf statt, bei dem die sieben Erwählten gekürt werden, die zukünftig den magischen Baum Ellcrys pflegen sollen. Dieser ist, der Legende nach, der Garant dafür, dass die vor hunderten Jahren verbannten Dämonen in der sogenannten Verfehmung gefangen bleiben.
    Beim diesjährigen Lauf schleicht sich auch Prinzessin Amberle ein und wird tatsächlich eine der besten. Aber als sie den Baum berührt, hat sie eine düstere Vision, die den Untergang des Elfenreiches zeigt. Bald darauf beginnt der Baum zu welken. Ist das Ende noch aufzuhalten?

    In recht gehetzten 80 Minuten versucht die Pilot-Doppelfolge sowohl die Welt, als auch die Charaktere und die Ausgangssituation vorzustellen. Das gelingt leider mehr schlecht als recht. Exemplarisch ist dabei der Lauf zu nennen, der nach 5 Minuten abgehakt ist und den man wohl nur für ein bisschen „Tribute von Panem“-Feeling dringelassen hat. Völlig unklar bleibt, warum die Rolle eines Erwählten so begehrt ist, dass die Teilnehmer rücksichtslos mit allen Mitteln ihre Konkurrenten auszustechen versuchen. Diese Frage wiegt umso schwerer, als im Folgenden klar wird, das kaum noch jemand an die Bedeutung des Baumes zu glauben scheint. Weiter könnte man sich fragen, wieso derart unfaire Gewinner am Ende erwählt werden – und was ist eigentlich mit den Erwählten aus dem letzten Jahr?

    Die ganze Doppelfolge bekam ich keinen rechten Zugang zur Welt. Wie groß sind die vier Lande? Welche Rolle spielt das Elfenreich darin? Wie viele Elfen gibt es überhaupt? Gibt es noch andere Reiche oder leben Menschen, Trolle, Gnome und Zigeuner als Nomaden oder unorganisierte Gemeinschaften? Vieles bleibt Stückwerk, die Welt wird zwar in hübschen Überflugszenen gezeigt, wirkt aber zusammenhanglos. Figuren reisen innerhalb von Sekunden von dichten Wäldern in sandige Wüsten, ohne dass man ein Gefühl für Entfernungen bekommt.

    Auch die Charaktere bleiben bislang überwiegend blass. Manu Bennett als Druide Allanon ist da noch positiv herauszuheben. Die jugendlichen Protagonisten sind hingegen vor allem hübsch, ihre Figuren bleiben jedoch bislang sehr einseitig (die Auserwählte, der Naive …), einzig Zigeunerin Eretria wirkt interessant. Die Dialoge zwischen potentiellen Love Interests sind auch eher auf Teenie-Niveau. Selbst in Sachen Special Effects muss man meckern. Sicher, die vereinzelten Relikte aus früheren irdischen Zeiten sind nett eingebaut, aber die Dämonen sind recht enttäuschend. Vor allem der Obermotz sieht aus wie ein Herr der Ringe-Ork mit ein paar Piercings.

    Fazit zur Pilotdoppelfolge
    The Chronicles of Shannara sieht hübsch und teuer aus, hat hinter dieser ansehnlichen Fassade aber bislang wenig zu bieten. Die Charaktere sind flach, die Handlung zu sprunghaft, die Dialoge teils schwach. Da ist noch viel Luft nach oben – dass Shannara qualitativ auch nur in die Nähe von Game of Thrones gelangt, kann man hingegen bereits ausschließen.
    Zwei Folgen gebe ich der Serie noch, wenn es nicht besser wird, war’s das für mich.

    Ersteindruck: Enttäuschend

    Bild (c) MTV

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 7.Jan.2016 2.167 x gelesen
    • Darkstar

      naja ich schätze, die ist auch auf ein gaaaanz anderes Publikum zugeschnitten als GOT, oder? Ich hatte den Eindruck, dass sei jetzt „Die High Fantasy Serie für VAMPIRE DIARIES-Fans“. Woran an sich ja nix schlecht ist ,-)

      • KaeptnF

        Sicher, zum Konkurrenten von Game of Thrones hat es vor allem die Presse ausgerufen. Aber selbst verglichen mit Legend of the Seeker fand ich die ersten beiden Folgen schwach.