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    Irgendwie ist die Sache mit den Lizenzen etwas in Vergessenheit geraten. Früher war ich skeptischer, wenn mal ein Spiel zu einem Film oder einer Serie erschien, wobei diese Skepsis immer berechtigt war – leider. Gut, zuletzt hat Telltale mit The Walking Dead ziemlich gute Arbeit abgeliefert, was zum einen die Hoffnung, zum anderen aber auch die Messlatte für Terminal Realitys The Walking Dead: Survival Instinct (TWDSI) nach oben schraubte. Was stirbt denn nun zuletzt: die Hoffnung, die Zombies oder das Gameplay?

    Nicht so genau hinsehen

    Bild 1 von 6

    Die Grafik ist schon zu Beginn dürftig - und die Levelgrenzen sind noch mit einem Flussbett begründet.

    Wenn etwas verwest, dann…
    …beginnt es zu stinken. So etwas kommt unter den besten Achselhöhlen vor, ist aber auch der Nebeneffekt eines Zombies. Klar, dass diese Untoten kein Deodorant benutzen und es ist angenehm, dass wir beim Spielen nicht diesen Geruch in der Nase haben. Unangenehm ist es, mit einem Gameplay konfrontiert zu werden, dass ebenfalls als Zombie durchgehen könnte und zudem noch in den Punkten versagt, bei denen das Serien-Vorbild sich besonders stark präsentiert.
    Aber der Reihe nach: Bei TWDSI steigen wir als Daryl Dixon in die Geschichte ein, beginnen sogar vor dem Zeitpunkt, an dem die TV-Serie startet. Die Welt ist von einer Zombie-Katastrophe überflutet, es gibt ein paar Überlebende und die sammeln sich, suchen nach Auswegen und geraten immer wieder aneinander. In der Serie sind Splatter und Horror nicht der Kern der Sache, sondern eben jene internen Streitereien, um emotionale Beziehungen und darum, wer in der Gruppe bleibt, wer aufgenommen wird und wer vielleicht stirbt. Das macht das Ganze spannend, das sorgt für Abwechslung. Das fehlt bei TWDSI aber nahezu vollkommen, sodass es sich spielt wie ein Zombie-Shooter mit seltsamen Nebenschauplätzen ohne Auswirkungen.
    So absolvieren die Mitglieder der Gruppe ihre von mir zugeteilten Aufgaben, ohne dass sie irgendwo mal auftauchen, quasi verdeckt, versteckt, im Hintergrund und mit Tarnkappe. In jedem Level sind wir auf uns allein gestellt, eine Gruppendynamik, in der man sich gemeinsam verteidigt und bespricht, sich voran tastet und Entscheidungen treffen muss, gibt es nicht. Das ist nicht nur schade, das ist ein Versagen auf ganzer Linie, zumal hier auch die Chance vertan wurde, einen CoOp-Multiplayer anzulegen. Andererseits ist es ganz gut, wenn man sich allein über das Spiel ärgert.
    Okay, also machen wir alles allein, lassen uns in der Form auf das Spiel ein. Keine Aufmerksamkeit erregen, heißt es in erster Linie, denn die Zombies sind allein leichte Beute, kommen sie in Scharen, sind sie todbringend. Wobei das auch wieder nur dann zutrifft, wenn wir das Mini-Spiel nicht schnell genug absolvieren: Den wackelnden Kreis auf den Kopf ausrichten, zuschlagen und Ende. Beschäftigte Zombies sind noch leichter zu killen: Anschleichen, dann RB drücken und wir rammen dem röchelnden Widersacher das Messer ins Hirn. Schön, ist aber blöd, wenn wir einen Hammer als Waffe ausgerüstet haben, den wir anschließend auch wieder schwingen.
    Wer sich geschickt anstellt, der kann die meisten Zombies mit dem Anschleichen killen, die restlichen Biester sind kein Problem, zumal wir auch schneller sind als sie. Eine taktische Komponente kommt nicht auf, es ist ein ziemlich ideenloses Gameplay, bei dem wir hier mal eine Aufgabe bekommen, die dann absolvieren und ein neues Teammitglied rekrutieren und wieder Zombies töten, wobei von Horror dabei nicht zu reden ist.

    Wie mache ich hässliche Zombies hässlicher?
    Neben den ohnehin schon enttäuschenden Dingen im Gameplay wurden auch noch eine weitere Option lieblos gestaltet: Die Reise von einem Ort zum anderen läuft automatisch ab. Entweder Benzin sparend auf dem Highway oder querfeldein, wo wir zufällig weitere Ressourcendepots entdecken können. Die Sache mit der Versorgung ist wenig durchdacht, zumal wir nie mitten in einer Mission zum Wagen zurückkehren können und bei einigermaßen geschickter Aufteilung auch nie in eine Knappheit kommen. Wer zum Beispiel die Gegner immer mit dem Messer erledigt, der benutzt seine Schusswaffen eben gar nicht.
    Schlimmer sieht es sogar noch in der Optik aus: Zwar sind die Zombies Dank zufällig generierter Gesichter immer wieder neu, das lockt aber auch keinen TWD-Fan hinter dem Fernseher hervor. Dazu sind auch die Kulissen beschämend gezeichnet, es gibt überall unsichtbare Levelgrenzen oder schlicht unlogische Momente, die Animationen sind hölzern und zu guter, nein, schlechter Letzt verschwinden getötete Zombies auch durch sanftes Ausblenden. Da bleibt auch für Fans der Serie nicht viel Gehalt.

    Fazit

    Ehrlich, mit der Serie The Walking Dead hat das Spiel herzlich wenig zu tun, auch wenn man im Titel darauf pocht und bei den Darstellern optische Anleihen gemacht hat, sodass man Daryl beispielsweise klar identifizieren kann. Aber das war es auch schon, denn in Sachen Gameplay ist das nicht mehr als ein beliebiger, schlecht programmierter Shooter. Mir ist klar, dass Terminal Reality nur ein Jahr Zeit hatte, aber als Entschuldigung lasse ich das für so einen Murks nicht gelten.

    Wertung


    Pro

    • eingängiges Spielprinzip
    • Steuerung leicht zu erlernen

    Contra

    • Schlechte Grafik
    • unsichtbare Levelgrenzen
    • Anspruchslos
    • Keine Gruppendynamik
    • Gameplay wiederholt sich

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Horror, Spiele
    von Armin Sengbusch 3.Apr.2013 2.583 x gelesen

    The Walking Dead: Survival Instinct
    Publisher Activision
    Hersteller Terminal Reality
    Genre 1st-Person Shooter Survival-Horror
    Altersfreigabeab 18 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC (Steam)22.03.2013
    X36022.03.2013 Kaufen
    Wii U28.03.2013 Kaufen
    PS322.03.2013 Kaufen
     

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